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Breslauer Straße

Anlass und Ziel | Heutige Situation | Planung | Kosten |Beschlussvorlage


phase bau

Aktuell: Ab Ende Januar 2024 erfolgt der Umbau der Busbucht der Haltestelle Dresdener Straße in Fahrtrichtung Berliner Ring zu einem Haltestellenkap und der Neubau der Fahrradrampe vor der Zufahrt zum Einkaufscenter (Hirsch-Center) für den Radverkehr. Diese Bauarbeiten werden, vorbehaltlich der Witterung, rund fünf Wochen andauern Die Herstellung der beidseitigen geschützen Radwege (PBL) und die neue Fahrbahnaufteilung werden voraussichtlich ab Ende März 2024 beginnen.

Anlass und Ziel

Der Mobilitätsausschuss hat die Verwaltung am 03.09.2020 mit der Erstellung der Vorplanung für Radverkehrsanlagen an der Breslauer Straße beauftragt. Dabei sollen die Bedingungen des Radentscheids beachtet werden. 

Heutige Situation

Die Breslauer Straße ist eine 4-spurige, angebaute Hauptverkehrsstraße (HS III) gemäß der Richtlinie für integrierte Netzgestaltung (RIN 2008). Sie befindet sich seit 2009 in der Baulast der Stadt Aachen und liegt überwiegend außerhalb der geschlossenen Ortslage (Geschwindigkeitsbegrenzung: 70 km/h).
Sie weist eine Belastung von 21.200 Kfz/Tag auf. In der Morgenspitze (7:15-8:15 Uhr) wurden 1.700 Fahrzeuge und in der Nachmittagsspitze (16:30-17:30 Uhr) 2.100 Fahrzeuge auf der Breslauer Straße gezählt. Der Schwerverkehrsanteil beträgt pro Tag ca. 4,6 %.
Die Stadtbuslinie 47 verkehrt im Viertelstundentakt auf dem betrachteten Abschnitt. Die Linie 23 verstärkt den Linienverkehr am Nachmittag und zu den Randzeiten. Außerdem finden hier weitere Verstärkerfahrten in den Hauptverkehrszeiten statt und die Straße wird als Hauptroute der Busse zu dem ASEAG - Depot genutzt.

Entlang der Breslauer Straße stehen im öffentlichen Verkehrsraum keine Parkplätze zur Verfügung.

In dem betrachteten Abschnitt liegen drei Knotenpunkte, die bei der Fortführung der Planung besonders berücksichtigt werden. Außerdem sind drei große Gewerbegrundstücke über Zufahrten direkt an die Breslauer Straße angeschlossen. Auf dem Gelände der Hauptfeuerwache an der Stolberger Straße sind bauliche Veränderungen geplant, die ggf. Veränderungen für die Zu- und Abfahrt der Feuerwehr bedeuten.

Planung

Die Planung und Umsetzung der Radverkehrsanlagen an der Breslauer Straße sollen in einem 2-stufigem Verfahren erfolgen, um möglichst schnell eine Verbesserung für den Radverkehr erwirken zu können. Stufe 1 soll kurzfristig mit wenigen baulichen Eingriffen umgesetzt werden und ermöglicht auf einer langen Strecke von ca. 700 m unabhängig von den Knoten und mit lediglich drei Zufahrten zu Gewerbegrundstücken Radverkehrsanlagen entsprechend den Standards des Radentscheides. Im Vergleich zu anderen Straßen im Stadtgebiet ist die Einrichtung einer Protected Bike Lane (PBL) an der Breslauer Straße im Abschnitt zwischen Stolberger Straße und Dresdener Straße verhältnismäßig einfach zu realisieren. Zudem können weitere Erfahrungen mit Protected Bike Lanes und den dazu notwendigen baulichen Trennelementen gesammelt werden. 

Stufe 2 benötigt einen längeren Planungs- und Abstimmungsprozess mit verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung aufgrund umfangreicher Planungen und Umbauten – insbesondere für die Knotenpunktbereiche. Diese sollen radentscheidkonform umgebaut werden. Auch soll der Abschnitt Dresdener Straße bis Berliner Ring in der 2. Stufe mit einer PBL ausgestattet werden (s.u.). Dazu muss nach umfangreicher Planung die Haushaltseinplanung angepasst werden. 

Stufe 1
Die erste Stufe sieht die Anlage von 2,30 m breiten Radfahrstreifen zzgl. 0,50 m breiten Sicherheitsstreifen und baulichen Trennelementen (Protected Bike Lane – PBL)  zwischen Stolberger Straße und Dresdener Straße in beiden Fahrtrichtungen vor. Vorgesehen sind anthrazitfarbene flexible Pfosten. Bei einer Straßenbreite exkl. Nebenanlagen mit einer Breite von ca. 14,50 m verbleiben zwei Fahrspuren für den Kfz-Verkehr, wobei die Fahrtrichtung stadtauswärts einen überbreiten Fahrstreifen mit einer Breite von 5,65 m erhält. Stadteinwärts steht eine Fahrspur mit einer Breite von 3,25 m zur Verfügung. 

Am Knoten Breslauer Straße/Stolberger Straße wird der Querschnitt der Fahrbahn zur Erhöhung der Verkehrssicherheit verändert. Zwischen Hohenzollernplatz und Breslauer Straße erhält der Radverkehr in beiden Richtungen einen 1,50 m breiten Schutzstreifen. Dem Kfz-Verkehr steht stadtauswärts eine Geradeausspur zur Verfügung, die sich hinter dem Knoten in eine überbreite Fahrspur aufweitet. 

In der ersten Stufe können keine Änderungen an den Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen vorgenommen werden. Daher werden die Radfahrstreifen an den Zufahrten ohne Verschwenk vorbeigeführt, sodass die Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen bestehen bleiben. Stadtauswärts wird der Radverkehr vor der Zufahrt zum Hirsch Center in die Nebenanlage geführt. Dazu ist wird eine Absenkung/Rampe gebaut.

Die stadtauswärtige Haltestelle „Dresdener Straße“ wird im Rahmen der 1. Stufe als Fahrbahnrandhaltestelle entsprechend der barrierefreien Standards ausgebaut. 

Stadteinwärts erfolgt die Zusammenführung des Kfz-Verkehrs auf noch einer Geradeaus-Spur vor dem Knoten Breslauer Straße/Dresdener Straße. Die zweite Spur ist als ein Bussonderstreifen vorgesehen. Hinter dem Knoten wird die rechte Kfz-Spur an der Bushaltestelle zu einem Radfahrstreifen, der für den Busverkehr freigegeben ist. Dieser geht hinter der Haltestelle in die Protected Bike Lane über. 

Im Rahmen der 1. Stufe ist es nicht möglich den nördlichen Gehweg zwischen Dresdener Straße und Berliner Ring freizugeben. Der Weg muss grundhaft erneuert werden, da die Verkehrssicherheit nicht gegeben ist. Die Erneuerung der schadhaften Gehwegbereiche ist in der 2. Stufe vorgesehen. Es ist vorgesehen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h zu reduzieren. 

Stufe 2
Die 2. Stufe ist mit einem erheblich größeren Planungs- und Abstimmungsaufwand verbunden.
Folgende Ideen liegen vor: 

  • Radverkehrsanlagen/PBL zwischen Dresdener Straße und Berliner Ring inkl. Führung des Radverkehrs in der Nebenanlage am Knoten Breslauer Straße/Berliner Ring
  • Umbau der Knotenpunkte Breslauer Straße/Stolberger Straße und Breslauer Straße/Dresdener Straße: Radverkehr in der Nebenanlage; nach Möglichkeit radentscheidskonform; abgesetzte Furten; Änderung der Signalisierung; Rückbau freiliegender Rechtsabbieger am Knoten Stolberger Straße
  • Anrampung der Knotenbereiche an den Zufahrten der drei großen Gewerbegrundstücke
  • Barrierefreier Umbau der Haltestelle Dresdener Straße in Fahrtrichtung stadteinwärts: möglichst optimaler Haltestellenausbau mit Hochbord und taktilen Elementen; barrierefreie Fahrbahnrandhaltestelle vorgesehen
  • Umbau der Nebenanlagen: Verbreiterung der Flächen für Rad- und Fußverkehr (Trennung der Verkehrsarten)
  • Erneuerung der schadhaften Gehwegbereiche (vor allem zwischen Dresdener Straße und Berliner Ring)
  • Optimierung und Ausbau der Grünstrukturen: Begrünung/Bepflanzung der ehemaligen Verzögerungs- bzw. Beschleunigungsstreifen und ggf. Nachpflanzen weiterer Baumstandorte entlang der Breslauer Straße 

Bei den Planungen wird großen Wert auf eine verträgliche und sichere Signalisierung gelegt.

Kosten & Finanzierung

Die Kosten für die notwendigen Demarkierungsarbeiten, Beschilderungsarbeiten sowie Fahrbahnmarkierungsarbeiten inkl. Trennelemente belaufen sich für die 1. Stufe inklusive der Roteinfärbung (Kaltreibeplastik) der Radverkehrsanlagen auf ca. 480.000 €. Hinzu kommen Kosten von ca. 320.000 € für die notwendigen, abschnittsweisen Asphaltfahrbahnsanierungen, die Erneuerung der Anschlussleitungen von Straßenabläufen an die Kanalleitung, den Umbau der Bushaltestelle Dresdener Straße in Fahrtrichtung stadtauswärts und den Bau der Fahrradrampe. Die benötigten Mittel stehen im PSP-Element 5-120102-000-10100-300-1 „Radweg Breslauer Straße“ und im PSP-Element 5-120102-900-10000-300-1 „Radverkehrsmaßnahmen (Sofortprogramm)“ zur Verfügung. 

Die Umsetzung der 1. Stufe löst keine Beitragspflicht nach dem Kommunalabgabengesetz NRW (KAG) aus. Ob und inwieweit Maßnahmen der Stufe 2 unter die KAG-Beitragspflicht fallen, kann erst bei Vorliegen einer Planung präzise beurteilt werden. Die Verwaltung wird hierüber im Zuge des weiteren Planungsprozesses berichten.

Beschlussvorlage der Verwaltung

Im Ergebnis wird empfohlen, die vorgeschlagene Planung gemäß Stufe 1a (Anlage 3 und 4) mit beidseitig 2,80 m breiten Radfahrstreifen, die einen 0,50 m breiten Sicherheitsstreifen mit baulichen Trennelementen (Protected Bike Lane) enthalten, weiter zu verfolgen und den Planungs- und Ausführungsbeschluss für diese Stufe zu fassen. Des Weiteren wird empfohlen, die Verwaltung mit der Ausarbeitung der Lagepläne für die 2. Stufe zu beauftragen.

Politische Beratung

27.10.2021: Beratung in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte (Planungs- und Ausführungsbeschluss für Variante 1b und Auftrag zur Erarbeitung der Lagepläne für Stufe 2).

11.11.2021: Beratung im Mobilitätsausschuss (Planungs- und Ausführungsbeschluss für Variante 1b und Auftrag zur Erarbeitung der Lagepläne für Stufe 2).

23.02.2023: Beratung im Mobilitätsausschuss (Mitteilung der Verwaltung über die Umsetzung der 1. Stufe)

Weiteres Vorgehen

Beginn der Baumaßnahme sobald die Vorbereitungen für den Baubeginn abgeschlossen sind.