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Inhalt



Rombachstraße: Neuer Radweg

Anlass und Ziel | Heutige Situation | Planung | Kosten |Weiteres Vorgehen

Projektphase: Vorplanung

Aktuell:
Am 28.03.2022 fand eine digitale Bürger*innenbeteiligung statt, bei der die Maßnahme vorgestellt und den Bürgern*innen die Möglichkeit zur Beteiligung gegeben wurde. Die gezeigte Präsentation ist hier abrufbar.  Die aufgezeichnete Veranstaltung kann zudem auf dem YouTube-Kanal der Stadt Aachen angeschaut werden. Die Nutzung des in der Veranstaltung verwendeten interaktiven Online-Werkzeugs „Slido“ ist weiterhin möglich. Außerdem besteht bis zum 17. April 2022 die Möglichkeit Anregungen per Brief (Briekasten im Bezirksamt Brand, Paul-Küpper-Platz 1, 52078 Aachen) oder per Mail an rombachstrasse@mail.aachen.de zu senden.

Anlass und Ziel

Die Rad-Vorrang-Route Brand ist die dritte Route des geplanten Rad-Vorrang-Netzes, die umgesetzt werden soll. Im Juni 2020 wurden die Planungen für die Fahrradstraßen entlang der Route vorgelegt und durch die zuständigen politischen Gremien beschlossen. Während die Ertüchtigung von Radverkehrsanlagen entlang der Lintertstraße zwischen Adenauerallee und Schönforststraße weiterhin diskutiert wird, ist auch die Umgestaltung der Rombachstraße vorgesehen. Sie ist im Abschnitt zwischen Brander Wall und Wolferskaul Teil der Rad-Vorrang-Route Brand und soll entsprechend umgestaltet werden. 

Heutige Situation

Entlang der Rad-Vorrang-Route Brand verbindet die Rombachstraße die Straße Wolferskaul (Fahrradstraße eingerichtet) mit dem Brander Wall (Ausbau des Geh- und Radwegs beschlossen) und schafft damit die Verbindung zwischen den Stadtbezirken Brand und Aachen-Mitte. Sie befindet sich innerhalb einer 30er-Zone und ist im betrachteten Abschnitt zwischen Brander Wall und Wolferskaul im Separationsprinzip (bauliche Trennung der Verkehrsarten) ausgebaut.

Die Breite der Fahrbahn beträgt etwa 5,50 m bis 9,50 m. Der nördliche Gehweg ist ca. 2,00 m breit. Auf der südlichen Straßenseite befindet sich ein baulich angelegter nicht benutzungspflichtiger Radweg mit ca. 2,00 m breitem Pflaster neben einem ca. 1,30 m breiten Gehweg. Damit erfüllen die Gehwege nicht die Raumansprüche für den Begegnungsfall zweier Fußgänger*innen nach RASt 06.

Der betrachtete Abschnitt der Rombachstraße lässt sich hinsichtlich Fahrbahnbreite und Parkflächen in zwei Teilabschnitte einteilen. Neben baulich angelegten Parkplätzen stehen entlang der Rombachstraße außerdem Fahrbahnrandparkplätze zur Verfügung.

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Das Fahrbahnrandparken wird heute vorwiegend im 2. Abschnitt gegenüber der Bebauung auf Höhe der Häuser 20-16 genutzt. 

Entlang der Rombachstraße verkehren die Buslinien 5 und 45 im 15-Minuten-Takt, die Linie 55 im 30-Minuten-Takt sowie die Linien 50 und 173 mit einzelnen Fahrten. Hinzu kommen Verstärkerfahrten für den Schülerverkehr. 

Eine Verkehrserhebung am Knoten Rombachstraße/Vennbahnweg ergab im Juni 2021 für den gesamten Zählzeitraum (7:00 Uhr bis 19:00 Uhr) eine Belastung der Rombachstraße von 4.885 Kfz. In der Morgenspitze (7:45 Uhr bis 8:45 Uhr) wurden 421 Fahrzeuge und in der Nachmittagsspitze (16:45 Uhr bis 17:45 Uhr) 719 Fahrzeuge gezählt.

Planung

Für die Planung der Rombachstraße ergeben sich 2 Varianten, die im Folgenden erläutert werden. 

Variante 1 – Ausbau der Nebenanlage
Variante 1 sieht den Ausbau der südlichen Nebenanlagen im Abschnitt Brander Wall bis Wolferskaul vor. Hierbei wird die Nebenanlage auf ca. 6,00 m verbeitert. Der Gehweg soll aufgrund des Schülerverkehrs in der Breite 2,50 m messen. Für den nicht benutzungspflichtigen Beidrichtungsradweg ist eine Breite von ca. 3,50 m (inkl. baulich angelegtem Sicherheitstrennstreifen) vorgesehen. Zwischen Brander Wall und Schagenstraße entfällt der Sicherheitstrennstreifen, da der Radweg durch das Fahrbahnbegleitgrün geschützt wird.

Zu Gunsten der breiten Nebenanlagen wird die Fahrbahn zwischen Schagenstraße und Wolferskaul auf 6,00 m verschmälert, um den Begegnungsverkehr zwischen ÖPNV- und Kfz-Verkehr weiterhin zu ermöglichen. In diesem Abschnitt entfällt das Fahrbahnrandparken auf der südlichen Seite. Die nördliche Straßenseite bleibt unverändert. 

Vorplanung:

Haltestelle Gesamtschule Brand
Der Bereich der Busbucht an der Rombachstraße soll zu Gunsten der Rad-Vorrang-Route überplant werden, um sowohl den Radverkehr als auch die Schüler*innen im Bereich der Haltestelle zu schützen. Heute halten in der Busbucht montags bis freitags 7 bis 8 Busse/Tag, teilweise mit Standzeit, sodass es zu Konflikten zwischen Radverkehr und Fußverkehr kommt.

Wünschenswert wäre es, die Haltestelle zu entfernen und die Busbucht zur Verbeiterung der Nebenanlagen zu nutzen. Um den Schülerverkehr für über 1.000 Schüler*innen zu gewährleisten, ist es aus betrieblichen Gründen nicht möglich die Haltestelle an dieser Stelle ersatzlos zu entfernen, da auch die Wendeschleife bereits ausgelastet ist. Auch kann die Haltestelle nicht zu einer Fahrbahnrandhaltestelle umgebaut werden, da Standzeiten von 10 min. an dieser Haltestelle und an der gegenüber liegenden zu berücksichtigen sind. Eine Fahrbahnrandhaltestelle würde den Begegnungsverkehr auf der Rombachstraße behindern. Daher wurden alternative Standorte geprüft. Alternativen zu der heutigen Haltestelle können nur über einen erheblichen baulichen Eingriff in das Schulgelände sowie in die Grünstruktur erfolgen. Denkbar ist die Vergrößerung der Wendeschleife. Hierzu ist ein längerer Planungs- und Abstimmungsprozess mit verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung notwendig. Dies ist im Rahmen der Umsetzung der Rad-Vorrang-Route nicht möglich und wird im Rahmen der ÖPNV-Planungen für den Schulverkehr vorgenommen.

Daher ist zunächst vorgesehen die Rad-Vorrang-Route im Bereich der Busbucht über einen für den Radverkehr freigegebenen Gehweg zu führen. Die Breite des Gehwegs bleibt unverändert. Ggfs. kann die Wartefläche für die einsteigenden Schüler*innen markiert werden, um die Verkehrsarten zu trennen.

Da es sich auch zukünftig um einen nicht benutzungspflichtigen Radweg handelt, erhält der Radverkehr auf Höhe der Heussstraße eine Nullabsenkung, um im Bereich der Haltestelle in der Fahrbahn fahren zu können. 

Kreuzung Rad-Vorrang-Route und Vennbahnweg
Mit der Verbreiterung der Vennbahn soll auch die Kreuzungssituation an der Rombachstraße verändert werden. Vorgesehen sind u.a. Maßnahmen zur Reduzierung der Kfz-Geschwindigkeiten. Des Weiteren soll der Vorrang des Vennbahnwegs oder der Rad-Vorrang-Route am Knoten geprüft werden. Auch ist die Sicherheit der Fußgänger*innen auf dem Vennbahnweg und entlang der Rombachstraße zu berücksichtigen. 

Knoten Wolferskaul
Der heute maßgeblich für den Kfz-Verkehr sehr breit gestaltete Knoten Rombachstraße/Wolferskaul soll ebenfalls verändert werden.

Vorgesehen ist der Rückbau der Rechtsabbiegespur aus dem Wolferskaul in Richtung Gesamtschule Brand, um die gewonnene Fläche für die Nebenanlage zu nutzen. Die Haltestelle soll von einer Busbucht in eine barrierefreie Fahrbahnrandhaltestelle verändert werden. Damit werden Komfort und Sicherheit für die Fußgänger*innen deutlich erhöht. Im Wolferskaul soll die vorhandene schmale Mittelinsel durch eine barrierefreie 3,50 m breite Insel ersetzt werden. Wie heute werden linksabbiegende Fahrzeuge in den Wolferskaul durch wartende Fahrzeuge auf der Rombachstraße unter Umständen blockiert. Um dies zu verhindern, müsste die Mittelinsel entfallen. Aus Gründen des Fußgängerschutzes sieht die Verwaltung jedoch weiterhin die Mittelinsel vor. 

Antrag Ersatzparkplatz
Um einen Teil der Parkplätze, die an der Rombachstraße entfallen, zu ersetzen, wird die Einrichtung eines Parkplatzes auf dem Flurstück 973 geprüft. Ein entsprechender Antrag von den Fraktionen CDU und SPD vom 14.04.2021 liegt vor (vgl. Antrag Nr. 017/WP18 „Errichtung von Ersatzparkplätzen für den Wegfall von Parkplätzen durch geplante Radvorrangroute Brand an der Rombachstraße“).

Die Projektwerkstatt „Fahrradfreundliches Brand“ hatte im März 2020 im Rahmen der Bürger*innenbeteiligung zur Rad-Vorrang-Route Brand ebenfalls den Ausbau der Nebenanlagen vorgeschlagen.

Variante 2 – Fahrradstraße
Da es sich bei der Rombachstraße um eine Nebenstraße innerhalb einer Tempo-30-Zone handelt, wurde geprüft, ob die Rombachstraße als Fahrradstraße ausgewiesen werden kann.

Hierzu seien zunächst die Vorgaben zur Einrichtung einer Fahrradstraße erläutert:

Um eine Fahrradstraße einzurichten, gibt es nach Straßenverkehrsordnung (StVO) und der Verwaltungsvorschrift zu den VZ 244.1 und VZ 244.2 (VwV StVO) folgende Vorgaben: 

  • Fahrradstraßen kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist.
  • Anderer Fahrzeugverkehr als der Radverkehr darf nur ausnahmsweise durch die Anordnung entsprechender Zusatzzeichen zugelassen werden (z. B. Anliegerverkehr). Daher müssen vor der Anordnung die Bedürfnisse des Kraftfahrzeugverkehrs ausreichend berücksichtigt werden (alternative Verkehrsführung).
  • Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern.
  • Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt.
  • Im Übrigen gelten die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt. 

In den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) werden für den Einsatzbereich von Fahrradstraßen Erschließungsstraßen mit Belastungen bis etwa 400 Kfz/h, die im Kontext des Radverkehrsnetzes Hauptverbindungen für den Radverkehr darstellen, benannt. Sie sollen der Bündelung des vorhandenen oder zu erwartenden Radverkehrs abseits von Kfz-Hauptverkehrsstraßen dienen. Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr (z. B. Anliegerverkehr) ist dort zulässig soweit dies durch Zusatzzeichen angezeigt wird. Deshalb ist dafür zu sorgen, dass die Bedürfnisse des Kfz-Verkehrs z.B. durch parallele und akzeptable Verkehrsführungen berücksichtigt werden. In Einzelfällen können auch Stadtbuslinien über Fahrradstraßen geführt werden. An Knotenpunkten sollten Fahrradstraßen nach Möglichkeit Vorfahrt gegenüber anderen Erschließungsstraßen erhalten, um eine hohe Reisegeschwindigkeit für den Radverkehr zu ermöglichen. 

Die Rombachstraße weist eine Belastung von 719 Kfz in der Spitzenstunde auf. Damit wird die in den Richtlinien empfohlene maximale Belastung von 400 Kfz/h für die Einrichtung einer Fahrradstraße deutlich überschritten.

Wichtige Ziele an der Rombachstraße sind die Gesamtschule Aachen-Brand, der Sportplatz, die Schwimmhalle Brand und das Vennbahncenter. Letzteres wird über die Straße An der Schmid erschlossen. Damit hat die Rombachstraße eine besondere Bedeutung für den Schülerverkehr und den ÖPNV. Eine ausreichende Entlastung der Rombachstraße hinsichtlich Kfz-Verkehr ist mittelfristig nicht zu erwarten.

Daher kann die Einrichtung einer Fahrradstraße seitens der Verwaltung nicht empfohlen werden.

Kosten

Im jetzigen Planungsstand werden keine Kosten für die Maßnahme ermittelt. Eine Kostenschätzung erfolgt mit der weiteren Planung und je nach politischem Planungsauftrag.

Eine Umsetzung der Vorzugsvariante 1 der Verwaltung ist im Rahmen des Förderprojektes #AachenMooVe! voraussichtlich aufgrund der zeitlichen Befristung (Laufzeit endet im Jahr 2022) nicht mehr möglich. Der Ausbau der Nebenanlagen gemäß Variante 1 wird jedoch trotzdem angestrebt. 

Die Einplanung der notwendigen Mittel zur Umsetzung der Maßnahme erfolgt dann haushaltsneutral mit der zukünftigen Haushaltsplanung.

Weiteres Vorgehen

Im weiteren Planungsverlauf ist die Abstimmung mit der Projektwerkstatt „Fahrradfreundliches Brand“ vorgesehen. Ein Bürger*innendialog findet am 28.03.2022 statt.

Politische Beratung

08.09.2021: Beratung in der Bezirksvertretung Aachen-Brand (Auftrag zur Vorplanung von Variante 1 in Anlehnung an den Vorschlag der Projektwerkstatt, die Radvorrangroute unterbrechungsfrei und durchgängig mit Vorfahrtsrecht zu führen)

30.09.2021: Beratung im Mobilitätsausschuss (Auftrag zur Vorplanung von Variante 1 in Anlehnung an den Vorschlag der Projektwerkstatt, die Radvorrangroute unterbrechungsfrei und durchgängig mit Vorfahrtsrecht auszugestalten)