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Radentscheid

Informationen und Veranstaltungen

Beim Radentscheid handelt es sich um das Bürgerbegehren einer freien Bürgerinitiative. Der Rat der Stadt Aachen hat in seiner Sitzung am 6. November 2019 den „Radentscheid Aachen“ als Bürgerbegehren für zulässig erachtet und mehrheitlich den Zielen des Radentscheides entsprochen. Damit wird eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in der Stadt Aachen bis zum Ende des Jahres 2027 angestrebt.

Hierzu wurden verschiedene Ziele ausgesprochen, die unter anderem die sichere Gestaltung von Kreuzungen oder auch von Radwegen an Hauptverkehrsstraßen beinhalten. Zudem soll das Fahrradparken umfassend ausgebaut werden und Mängel online erhoben, sowie zeitnah beseitigt werden. Die Zielsetzungen geben Größen für die Infrastruktur in Breiten, Menge und Länge vor. So fordert Ziel 1 die Erstellung von jährlich 10 km eines durchgängigen, engmaschigen Radverkehrsnetzes. Kreuzungen sollen sicher gestaltet werden und ein zügiges Vorankommen für Fuß- und Radverkehr gewährleistet werden. Drei große Ampelkreuzungen sowie 15 Einmündungen sollen jährlich umgebaut werden. An Hauptstraßen werden 2,3 m breite Einrichtungsradwege gefordert, davon sollen jährlich 5 km gebaut werden. Diese Radwege sind wie alle neuen oder zu sanierenden Radverkehrsanlagen rot einzufärben. Geh- und Radwege sind baulich zu trennen und bei Bevorrechtigung auf dem gleichen Niveau weiterzuführen. Ziel 5 fordert den Ausbau von insgesamt 15.000 Fahrradstellplätzen in unterschiedlicher Art und Weise (Fahrradbügel, überdacht, witterungsgeschützt, Fahrradstation). Ein Online-Portal soll die Meldung von Mängeln am Geh- und Radwegenetz ermöglichen sowie die Behebung dieser Mängel dokumentieren. Der Umsetzungsstand der Ziele und städtischen Akquisen wird jährlich in einem Bericht veröffentlicht und in diversen Gremien diskutiert.

Mit der Annahme dieser Ziele ist ein umfängliches Arbeitsprogramm verbunden, das Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft in den kommenden Jahren vor große Aufgaben und Herausforderungen stellt.

Während des ersten Jahres des Radentscheides wurde seitens der Verwaltung mit der perspektivischen Erreichung dieser Ziele begonnen. Dabei war das Jahr 2020 von vorbereitenden Maßnahmen geprägt. Personelle und finanzielle Ressourcen konnten aufgebaut werden.

Einzelne Projekte konnten bereits umgesetzt oder im Rahmen einer Testphase erprobt werden. Auf dem Adalbertsteinweg und dem Pontwall wurden während einer Beobachtungsphase baulich geschützte Radfahrstreifen (engl. Protected bike lanes) eingerichtet.

Mit der Veröffentlichung des Tätigkeitsberichts stellt die Stadt Aachen die Entwicklungen im Jahr 2020 zu den einzelnen Zielen detailliert dar und adressiert damit das Ziel 7 des Radentscheides.

Die Verwaltung hat bereits am 19. Februar 2021 in einer digitalen Veranstaltung im digiHUB über die Entwicklungen informiert.

Die Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen bekräftigte, dass der Radentscheid einen „Wahnsinns-Schub“ in die Bemühungen der Verwaltung eine fahrradfreundlichere Stadt zu werden gebracht hat, die bereits seit 1995 im Verbund fahrradfreundlicher Städten und Kreise aktiv ist. Sie betonte aber auch, dass die Stadt vor einer „Herkulesaufgabe“ steht, an der hart und engagiert gearbeitet wird.

Professor Dr.-Ing. Dennis Knese, der seit Anfang des Jahres die Stiftungsprofessur Radverkehr an der Frankfurt University of Applied Science inne hat, machte mit seinem spannenden Impulsvortrag und vielen internationalen Beispielen Lust auf das Thema Radverkehr.

Im Folgenden stellten Isabel Strehle, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur, und Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsplanung und Mobilität, die Arbeit des vorigen Jahres sowie die finanziellen und personellen Veränderungen vor.

In fünf individuellen Sessions konnten sich die Teilnehmenden über verschiedene Themen und Arbeitsstände informieren und mit den Planer*innen in den Dialog treten. Es gab thematische Runden zu den Schwerpunkten Radverkehrsnetz, Radverkehr an Hauptverkehrsstraßen, Fahrradparken und Mängelmeldung sowie eine offene Runde zur freien Themenäußerung. Eine kurze Ergebnisübersicht sowie Antworten zu eingereichten Fragen werden in den kommenden Tagen bereitgestellt.

Den Abschluss der Veranstaltung machte Frauke Burgdorff, Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Mobilität der Stadt Aachen, mit Ihrer Botschaft „Wir haben Schwung geholt. Und wir sind jetzt auch in der Lage diesen Schwung professionell auszuüben“.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Jens Stachowitz.