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Inhalt



Klimaschutzkonzept und -ziele

Grundlage für die Klimaschutzstrategie der Stadt Aachen ist das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK), das am 26. August 2020 vom Stadtrat verabschiedet wurde. Darin sind die aktualisierte Klimaschutzstrategie und ein Maßnahmenplan bis zum Jahr 2025 beschrieben. Sie orientieren sich daran, die Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2030 zu halbieren.

Der Auftrag, ein integriertes Klimaschutzkonzept auszuarbeiten geht zurück auf den am 19. Juni 2019 vom Rat der Stadt Aachen ausgerufen Klimanotstand. Die entspechende strategische Weichenstellung, wie und welche Klimaschutzmaßnahmen priorisierte und forciert werden sollen, beschoss der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 10. September 2019.

Die wichtigsten Handlungsbereiche für den Klimaschutz in der Stadt Aachen sind eine effiziente Energieerzeugung unter Einsatz erneuerbarer Energien (EE), die energetische Sanierung des Gebäudebestandes, der Einsatz energieeffizienter Technologien im Bereich Gewerbe und Industrie und der Verkehrssektor mit den Schwerpunkten Stadt- und Regionalverkehr sowie Fahrzeugtechnik.

Die Potenziale, um die lokal entstehenden Treibhausgase bis ins Jahr 2030 gegenüber den Emissionen im Jahr 1990 zu halbieren, werden im IKSK differenziert betrachtet und daraus Handlungsoptionen abgeleitet. Konkrete Maßnahmen sind im Plan bis 2025 in Form von Steckbriefen im Einzelnen beschrieben.

Für die Umsetzung des Fünf-Jahres-Plans im IKSK hat der Rat knapp 90 Millionen Euro und über eine Dutzend neue Personalstellen bereit gestellt.

Integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK, Juni 2020)

Sachstandsbericht zum IKSK vom 19. Juli 2021

   

Aktuelles Klimaschutzziel

Die Klimaschutzziele wurden per Ratsbeschluss vom 22. Januar 2020 an die aktuelle globale Situation angepasst. Diese basieren auf dem Beschluss der internationalen Staatengemeinschaft auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Paris im Jahre 2015. Als erste Stadt in Deutschland berücksichtigt die Stadt Aachen mit diesem Beschluss das ihr anteilig verbleibende Restbudget an Treibhausgasen, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad, möglichst bei 1,5 Grad zu halten.

Aachen beruft sich dabei auf die von Wissenschaftlern des UN-Weltklimarats IPCC im Sonderbericht 2018 beschriebene und durch den Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung ausgewiesene absolute Menge an Kohlendioxid (CO2)-Emissionen, die noch in die Atmosphäre gelangen darf, um den menschengemachten Anteil am Treibhauseffekt auf 1,5 bis zwei Grad zu begrenzen und die Auswirkungen des Klimawandels in einem wissenschaftlich kalkulierbaren Maß zu halten.

Für die Stadt Aachen verbleibt anteilig ein CO2-Restbudget von 16,3 Millionen Tonnen. Diese Menge wäre im Jahr 2028 erreicht, wenn die Stadt am  dem IKSK zu Grunde liegendenm strategischen Ziel festhält, die CO2-Emissionen von 1990 bis 2030 zu halbieren und ab 2020 jährlich um rund 77.000 Tonnen zu reduzieren.

Mit dem jüngsten Beschluss des Stadtrats werden folglich strategische Etappen und konkrete Maßnahmen erforderlich, um die klimarelevanten Emissionen bis 2030 auf ein Netto-Null-Niveau zu bringen, was allgemein mit Klimaneutralität bezeichnet wird.

  

Der Aachener Weg zur Klimaneutralität

Die Herausforderungen, die mit dem Klimaschutzziel verbunden sind, sind sehr groß. Das IKSK muss daher fortgeschrieben werden, indem die strategische Ausrichtung und konkrete Maßnahmenvorschläge für den Zeitraum 2025 – 2030 aktualisiert werden. Als ersten Schritt hat die Verwaltung in einer Analyse die jüngsten Erkenntnisse seit der Erstellung des IKSK zusammengestellt und die Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität 2030 in einem ersten Aufschlag grob skizziert. Die Erkenntnisse sind in den einzelnen Handlungsfeldern unterschiedlich. Während im Wärmesektor relativ konkrete Vorstellungen ausgearbeitet wurden, siehe Vorlage Wärmeplanung, sind die Überlegungen zu Konsum/Ernährung/Lebensstile noch am Anfang. Die Bereiche Flächennutzung und Mobilität sind in dem Papier aufgrund einer anderen Herangehensweise nicht enthalten. Im Bereich der Circular Economy ist geplant, den Prozess zur Circular Cities Declaration zu nutzen. In separaten Prozessen, z.B. im Verkehrsentwicklungsplan (VEP)-Prozess, werden die Überlegungen in Richtung Klimaneutralität behandelt und später in den Gesamtprozess überführt.

Analyse und Grobskizze für den Aachener Weg hin zur Klimaneutralität 2030

Link zum Beschluss des Stadtrats vom 22. Januar 2020

  

EU-Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“

Die Stadt Aachen wurde im April 2022 von der EU-Kommission zusammen mit 99 weiteren Städten für diese EU-Mission ausgewählt. Bei der Strategieentwicklung, Aufstellung eines Aktionsplans sowie der Einbindung von Bürger*innen und Interessensvertreter*innen werden die Mission-Städte unterstützt, ebenso bei der Entwicklung zielführender Strukturen und der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten. Die EU beschreibt als Aufgabe die Erstellung eines sogenannten „Climate City Contract“, Stadt-Klima-Vertrags. Dieser wird als Strategieplan inklusive Maßnahmen- und Finanzierungsplan sowie Einbindung der Bürgerschaft beschrieben und weist große inhaltliche Überschneidungen zur IKSK-Fortschreibung auf. Dementsprechend wird das Management beider Prozesse zusammengeführt.

   

Klimaentscheid

Der Einwohner*innen-Antrag „Aachen klimaneutral 2030“ wurde dem Rat am 30. März 2022 übergeben und am 11. Mai 2022 im Rat beraten und angenommen. Das Ziel des Einwohner*innen-Antrags steht mit der Intension zur Überarbeitung des IKSK im Einklang und wird demensprechend im Prozess unter Einbindung der engagierten Initiativen berücksichtigt.

   

Wärmewende

Die CO2-Bilanz der Stadt Aachen aus dem Jahr 2021 weist den Wärmebereich mit einem Anteil von 42 Prozent  als mit Abstand größten Verursacher von CO2-Emissionen aus. Die Umstellung der Wärmeversorgung ist somit ein zentrales Handlungsfeld auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt Aachen. Mit der Unterstützung von STAWAG, RWTH, FH, Fraunhofer IEG und IHK wurden die Aufgaben, die zum Umbau der Energie- und Wärmeversorgung bereits heute absehbar sind, zusammengetragen. Diese Eckpfeiler der Wärmewende sind hier nachzulesen

Eckpfeiler-Papier Wärmewende

   

Circular-Cities-Deklaration

DieStadt Aachen hat am 27. Oktober 2021 die „Circular Cities“-Deklaration unterzeichnet und ist nach Freiburg im Breisgau die zweite Stadt Deutschlands, die sich der Erklärung anschließt.

Damit macht sie deutlich, dass sie ihre Ressourcen weiterhin zukunftsorientiert, klimafreundlich und sozial verantwortlich nutzen will. Gleichzeitig schließt sie sich dem Netzwerk anderer Unterzeichner-Kommunen in Europa an, die auf einem vergleichbaren Weg unterwegs sind.

Die Stadt ist mit verschiedenen Themen seit Jahren im Sinne der Kreislaufwirtschaft tätig. Einige Beispiele: Auf Grundlage eines  Abfallwirtschaftskonzepts werden Wertstoffe gesammelt, gemäß dem Leitsatz, erstens Abfall vermeiden, zweitens Abfall verwerten. Es gibt eine Abfallberatung. Das Beschaffungsmanagement der Stadt ist nachhaltig, denn es berücksichtigt beispielsweise bei der Beschaffung von Produkten die Kriterien des fairen Handels (Fair-Trade) oder der Wiederverwertung (Nutzung von Recycling Papier). In der Verwaltung werden Dienstfahrten im Grundsatz nicht mehr mit privaten Kraftfahrzeugen zurückgelegt, sondern mit einer kleinen Flotte stadteigener E-Fahrzeuge. Ressourcenschonend sind Car-Sharing-Autos oder Fahrradverleihsysteme wie Velocity. Bei den städtischen Gebäuden wirkt das Prinzip „Cradle to Cradle“, also die Wiederverwendung von Baustoffen, berücksichtigt. Auch die Veränderung der Energieversorgung bei städtischen und auch privaten Häusern ist ein wichtiger Beitrag zu den Ideen der „Circular Cities“-Initiative.

Im Netzwerk der Circular Cities möchte die Stadt ihre Aktivitäten der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bündeln und verstärken.

Weitere Information zur „Circular Cities“-Initiative: https://circularcitiesdeclaration.eu/

   

Die Stadt Aachen verfolgt ihren Fortschritt auf dem Weg, die selbst gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen, kontinuierlich mit Hilfe eines kommunalen Managementsystems. In der Rubrik European Energy Award sind hierzu Informationen  aufgeführt und Berichte hinterlegt (European Energy Award). Neben der Kontrolle, ob beabsichtige Maßnahmen umgesetzt wurden und diese den gewünschten Effekt zeigten, wird auch regelmäßig strategisch nachgesteuert, indem zum Beispiel das energiepolitische Arbeitsprogramm alle vier Jahre angepasst wird.

Die aktuelle Fassung finden Sie am Ende dieser Seite. Dort steht auch eine Liste von Meilensteinen der Klimaschutzarbeit zur Verfügung.

Die Stadt Aachen ist Mitglied in der Klimaschutzinitiative der EU-Kommission „Covenant of Mayors – Konvent der Bürgermeister“ und „Majors Adapt“ europäischer Städte.

   

Ansprechpartnerin / Kontakt

Fachbereich Klimaschutz und Umwelt
Dr. Maria Vankann
Tel.: +49 241 432-36002
maria.vankann@mail.aachen.de

  

Weitere Materialien zum Herunterladen:

Energiepolitische Meilensteine der Stadt Aachen

Klimaschutz-Bericht 2020

Energiepolitisches Arbeitsprogramm 2019

Wärmewende - Eckpfeiler für ein klimaneutrale Energieversorgung 2030 (erschienen 2022)

Grobskizze für den Aachener Weg zur Klimaneutralität 2030 (erschienen 2022)

   

    



Ansprechpartnerin

Dr. Maria Vankann
Tel.: +49 241 432-36002

Integriertes Klimaschutzkonzept

IKSK (PDF)