Krämerstraße 7
Denkmal #37
Einleitung
Das stattliche Haus Krämerstraße 7 markiert die Ecke zwischen Krämerstraße und Hühnermarkt. Für die Altstadt ist es mit seinen barocken Fassaden und Mansarddach eines der prägendsten Gebäude in unmittelbarer Nähe von Dom und Rathaus. Errichtet wurde es aber erst 1967.
Bewegte Geschichte
Das historische Gebäude an dieser Stelle mit dem schönen Namen „Zum Apfelbaum“ wurde vermutlich im 17./18. Jahrhundert errichtet. Das Haus hatte damals ein hohes Satteldach und einen markanten Treppenturm mit Zwiebelhaube. Nach der Zerstörung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg wurde zunächst 1949 ein Flachbau errichtet, bevor 1967 das heutige Gebäude entstand.
Spurensuche
Für den Neubau verwendete man die Fassade des abgebrochenen Gebäudes Jakobstraße 120, des sogenannten Schützenhofes. Dessen Abriss war bereits 1941 im Zuge der Verkehrswegeplanung vorgesehen worden, durchgeführt wurde dieser erst nach dem Krieg. Die geborgenen Blausteingewände genügten jedoch nicht, um die drei neuen Fassaden auszustatten. Weitere Gewände mussten aus den Beständen des städtischen Bauhofes ergänzt werden. Wie auch beim Vorgängergebäude befindet sich an der Nordwest-Ecke eine vom Künstler Klaus Iserlohe gestaltete Marienfigur in einer Nische über dem Gesims.
© Andreas LückIn Anlehnung an das Vorgängergebäude befindet sich an der Nordwest-Ecke des Neubaus in einer Nische über dem Gesims eine vom Künstler Klaus Iserlohe gestaltete Marienfigur.
Besonderheiten
Für das bezeichnete Gebäude ist die Wiederaufbauplanung nach 1945 entscheidend. Die Lage an Krämerstraße und Hühnermarkt war in der Wiederaufbauplanung von 1950 als zum Kern der Altstadt gehörend von größeren Verkehrsplanungen ausgenommen worden. Ein durchgängiger Wiederaufbau der früheren Gebäude war von vornherein nicht beabsichtigt, die Krämerstraße sollte aber mit kleinteiliger Bebauung als Altstadtstraße belebt werden. Es wurde damals von Stadtkonservator Hans Königs mehrfach geäußert, dass ein Wiederaufbau des „Apfelbaums“ in der alten Form aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen sei, aber dennoch großer Aufwand für die Herrichtung dieser „städtebaulich sehr wichtigen Stelle“ betrieben wurde. Ab 1963 galt das Ziel, die Erhaltung des altstädtischen Ambientes durch die Verwendung von Fassaden zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt zu erreichen.
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










