Kockerellstraße 3
Denkmal #3
Einleitung
Das Haus Kockerellstraße 3 fällt vor allem durch seine schmuckvoll gestaltete Fassade mit rötlichem Anstrich, den zahlreichen Stuck- und Blausteinornamenten sowie den markanten Pilastern im Erdgeschoss ins Auge. Die Fassade ist tatsächlich historisch, der Rest des Gebäudes nicht.
Bewegte Geschichte
Jakobstraße und Kockerellstraße sind Kernzonen des Sanierungsgebietes I, bei dem in den 1970er Jahren eine vollständige Neubebauung im historischen Gewand verfolgt wurde. Im Gegensatz zu den übrigen Gebäuden der Nachbarschaft, Kockerellstraße 5 bis 19, wurde der Altbau aus der Zeit um 1890 nicht vollständig abgerissen, sondern Fassade und Keller blieben erhalten. Dahinter entstand 1974 ein vollständiger Neubau. Statt des ehemaligen Mansarddaches mit Gauben wurde ein Satteldach aufgeschlagen.
Spurensuche
Die Fassade zeigt einen typisch historistischen Stilmix aus Formen des Barock und der Renaissance mit aufgeputzten Fenstergewänden, Putzbändern und diamantartig geformten, plastischen Stuckelementen. Besonders hübsch ist der Stuckdekor im obersten Stockwerk: Eine Reihe von Dreiecksgiebeln sind mit Ranken und Gesichtern, sogenannten Blattmasken, ausgestattet, ebenso die zahlreichen Konsolen des Traufgesimses. Die mittlere Achse der Fassade ist zudem durch ein besonders geschmücktes Fenster im ersten Obergeschoss betont. Dahinter, in der sogenannten Beletage, befanden sich meist die besonders hervorgehobenen Wohnräume der Eigentümer.
© Olaf RohlDie Fassade ist eine der wenigen im Sanierungsgebiet I um Jakob- und Kockerellstraße, die an Ort und Stelle blieb und keinen neuen Standort zugewiesen bekam.
Besonderheiten
Neben dem benachbarten Eckgebäude Jakobstraße 2 ist es das einzige historische Gebäude im Sanierungsgebiet I, dessen Fassade an Ort und Stelle erhalten blieb. Somit blieb hier ausgerechnet die jüngste Fassade der Kockerellstraße erhalten, während der deutlich ältere Bestand in der Nachbarschaft abgerissen und eingelagert bzw. transloziert wurde.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










