Hof 2
Denkmal #31
Einleitung
Das Haus Hof 2 ist kein klassischer Wiederaufbau und auch kein Lückenfüller. Stattdessen wurde hier vor allem das Erdgeschoss eines Bestandsgebäudes in einen vermeintlich historischen Zustand zurückgeführt. Seit 1961 gehört das Haus zum Aachener Couven-Museum.
Bewegte Geschichte
Das Eckgebäude wurde im 17. Jahrhundert erbaut, wie ein Eintrag im historischen Güterverzeichnis vom 9. September 1656 vermuten lässt. Ob es den Stadtbrand kurz zuvor weitestgehend unbeschadet überstanden hat, ist jedoch fraglich. Bereits 1669 wurden Veränderungen an der Bebauung vorgenommen, die archivalisch dokumentiert sind. Auch später erfolgten immer wieder Veränderungen, bis das Gebäude schließlich durch die Stadt Aachen 1965 saniert wurde.
Spurensuche
Das Erdgeschoss war schon vor 1965 durch ein großes Schaufenster verändert worden. Bei der Sanierung wurden nun Kreuzstockfenster eingesetzt und zur Rommelsgasse wurde eine Fenstersituation rekonstruiert, wie sie gegenüber beim Haus Hof 1 oder in der Pontstraße erhalten ist. Wenn früher aus den Häusern heraus Waren angeboten wurden, geschah das u. a. über solche rundbogigen Fenster mit hölzernen Klappläden. Wahrscheinlich kamen beim Umbau Elemente zum Einsatz, die aus den Trümmern anderer Häuser stammten. Wie viele historische Häuser hat übrigens auch dieses Haus einen Namen. Wer genauer hinschaut, kann ein sogenanntes Hauszeichen entdecken, das unzweifelhaft darüber Auskunft gibt.
© Olaf RohlDas Besondere an dem Gebäude ist die Rekonstruktion der Kreuzstockfenster und des Fensters mit hölzernem Klappladen. Letztere dienten dem Handel und Verkauf von Waren aus dem Haus heraus.
Besonderheiten
Die Architektur des Erdgeschosses wurde idealisiert im Stil der Zeit wiederhergestellt. Es gab hier keinen eindeutigen Nachweis, auf dessen Grundlage man einen möglichst originalgetreuen Zustand hätte wiederherstellen können. Auch das Hauszeichen ist eine freie Erfindung, der Name allerdings historisch belegt.
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










