Kockerellstraße 9
Denkmal #6
Einleitung
Das historische Gebäude an dieser Stelle, Kockerellstraße 15, war einer der wenigen Kriegsverluste in diesem Viertel. Die Baulücke wurde im Zuge der Sanierungsmaßnahmen der 1970er Jahre durch einen Neubau geschlossen, der heute die Ecke zum damals neu geschaffenen Augustinerplatz bildet und zwei unterschiedliche Fassadengestaltungen zeigt.
Bewegte Geschichte
Das heutige Gebäude mit der Hausnummer 9 wurde 1975 durch die Architekten Hans-Jürgen Metzelthin und Günter Teller errichtet. Während zur Kockerellstraße eine historische Fassade vorgeblendet wurde, zeigt die Seitenfassade zum Augustinerplatz eine moderne Gestaltung. Hier bilden wenige, unregelmäßig verteilte Fenster und eine weitgehend geschlossene Ziegelfassade bewusst einen starken Kontrast zur streng gegliederten, aber mit großen Fenstern aufgelösten Hauptfassade.
Spurensuche
Zur Kockerellstraße wurde die vollständig translozierte Fassade des Hauses Peterstraße 47 mit nur wenigen Veränderungen im Sockel wiedererrichtet. Da es sich eigentlich um eine Reihenhausfassade mit beidseitigem Anschluss weiterer Fassaden handelte, musste nun beim Neuaufbau als Eckgebäude eine ansprechende Lösung gesucht werden. Dazu wurde das profilierte Giebelgesims ein Stück weit um die Ecke gezogen und die Backsteinwand etwas verbreitert, wodurch die Fassade eine leichte Asymmetrie erhielt.
© Olaf RohlDie modern gestaltete Seite des Gebäudes hin zum Augustinerplatz bietet einen spannenden Kontrast zur historischen Fassade.
Besonderheiten
Das historische anschließende Nachbargebäude Peterstraße 49 wurde ebenfalls abgerissen, seine markante Fassade wurde im Neubau Hof 20 integriert.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










