Kockerellstraße 5
Denkmal #4
Einleitung
Die Kockerellstraße ist wahrscheinlich schon in römischer Zeit angelegt worden. Sie führte über eine Brücke am Johannisbach hoch zum Markthügel. Über die Entstehung des Namens gibt es diverse Theorien, von denen eine besagt, dass sie mit dem Hühner- bzw. Fasanenhof der Pfalz zu tun haben könnte (Kockerell = Hahnenstall). Sicher ist, dass ab dem 13. Jahrhundert der Familienname „Kockerel“ in verschiedenen städtischen Urkunden auftaucht.
Bewegte Geschichte
Die Altbauten Kockerellstraße 5 und 7 wurden abgebrochen, Teile der Fassade eingelagert und um 1974 als ein zusammenhängendes Gebäude mit der Hausnummer 5 neu errichtet. Im linken Gebäudeteil stecken die Fassadenteile des Altbaus Nr. 5, die Herkunft der rechten Haushälfte ist dagegen nicht eindeutig, da in den damaligen Unterlagen falsche Angaben gemacht wurden. Möglicherweise stammen die Teile aus dem Haus Judengasse 24 oder Peterstraße 51. Architekt des Gebäudes war Heinz Schopp.
Spurensuche
Beim Abbruch des Gebäudes Kockerellstraße 5 wurden die Gewände der einachsigen Fassade gelagert und im Neubau wiedereingesetzt. Der Sockel wurde dabei niedriger ausgeführt, so dass alle Gewände ca. 30 cm tiefer sitzen. Der fehlende Kreuzstock des Obergeschossfensters wurde rekonstruiert. Anhand von Löchern und Klammern an den Gewänden des Erdgeschosses kann man erahnen, dass diese Steine mehrfach wiederverwendet wurden. Die rechte Fassade in Formen des Barock zeigt deutlich weniger „historische“ Details als der linke Teil.
© Olaf RohlLöcher und Klammern an den Gewänden lassen erahnen, dass manche Steine mehrfach verwendet wurden.
Besonderheiten
Bei den Fassaden wurden unterschiedliche Konzepte – Rekonstruktion und Arrangement – angewandt: Teile der linken Fassade wurden rekonstruiert, d. h., es wurden Details möglichst originalgetreu wiederhergestellt. Rechts wurden Blausteinelemente verschiedener Herkunft zu einer strengen, gleichmäßigen Fassade neu arrangiert.
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