Jakobstraße 2
Denkmal #2
Einleitung
Das Eckgebäude Jakobstraße 2 ist auch unter dem Namen „Eijene Keiser Karl“ (mundartlich, etwa „Zum Kaiser Karl“) bekannt. Der Name bezieht sich auf eine ehemalige Gaststätte, dessen Wirt in den 1920er/1930er Jahren eine vollständige Ausstaffierung mit Szenen aus dem Leben Karls des Großen plante. Das historische Gebäude wurde in den 1970er Jahren stark verändert.
Bewegte Geschichte
Das markante Eckgebäude wurde 1829–1837 vom Aachener Architekten Adam Franz Friedrich Leydel erbaut. Neben dem benachbarten Haus Kockerellstraße 3 ist es das einzige historische Gebäude, dessen Fassade bei den umfassenden Sanierungsarbeiten der 1970er Jahre zwischen Jakob- und Kockerellstraße erhalten blieb. 1974–1975 wurde das Gebäude nach Planung des Stadtkonservators Leo Hugot saniert und verändert.
Spurensuche
Hugot überarbeitete und ergänzte fleißig, insbesondere die bis dahin schlichte Fassade zur Kockerellstraße wurde nun mit Stuck frei ausgeschmückt. Der Balkon zur Jakobstraße wurde komplett erneuert. Auffallend ist vor allem das Erdgeschoss: Die ursprünglichen Rundbogenfenster wurden zu echten Arkaden geöffnet. Anlass dieser Maßnahme war die gewünschte Verbreiterung des Straßenraumes für den modernen Stadtverkehr. Durch die Öffnung des Erdgeschosses für Fußgänger konnte der beengte Straßenraum vollständig für den Autoverkehr genutzt werden. Die benachbarten Neubauten auf der Jakobstraße wurden weiter nach hinten versetzt errichtet, um Verkehr und Fußgängern mehr Raum zu geben.
© Olaf RohlDie Öffnung des Erdgeschosses ermöglichte einen neuen Weg für Fußgänger*innen
Besonderheiten
Die Ecksituation ziert wie bei vielen anderen Gebäuden eine Hausfigur. Aufgrund gravierender Stabilitätsprobleme im Innern wurde das Haus komplett entkernt. Zum Gebäude gehört auch ein ursprünglich eingeschossiger Anbau zur Kockerellstraße, der 1975 um ein Stockwerk im gleichen Stil erhöht wurde.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










