Büchel 22–24
Denkmal #30
Einleitung
In unmittelbarer Nähe zum Hof, einem der schönsten Plätze in der Altstadt, befinden sich Thermalquellen, die bereits von den Römern mit einer Therme am Büchel genutzt wurden. Hier am Hof errichteten sie ein Forum. Die rekonstruierten Arkaden (Original im Landesmuseum Bonn) zeugen davon. Im Mittelalter bestanden das Blasiusspital und das Quirinusbad an der Südostseite des Hofes. Die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg riss nun genau hier große Lücken – was also tun?
Bewegte Geschichte
Als die Stadt Aachen in den 1960er Jahren den Wiederaufbau des Bereichs Hof und Büchel plante, entschied man sich, die beschädigte Bausubstanz im Südosten vollständig abzutragen. Die Grundstücke 22 und 24 am Büchel wurden zusammengelegt und bis zum Hof vergrößert. Der Neubau, der 1972 unter Architekt Werner Schottstädt auf diesem Grundstück entstand, erhielt eine historisch wirkende, translozierte Fassade zum Hof.
Spurensuche
Die Fassade zum Hof zeigt eine typisch Alt-Aachener Gestaltung mit Backsteinflächen und Blausteinelementen. Die Werksteine stammen wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert und wurden vom abgetragenen Gebäude Büchel 22 in die neue Fassade zum Hof eingefügt. Deren Gestaltung passt sich damit den beiden benachbarten Gebäuden Hof Nr. 1 und 3 an, welche tatsächlich weitgehend historisch sind.
© Olaf RohlDie Gestaltung der Fassade mit Backsteinflächen und Blausteinelementen gleicht sich den beiden benachbarten Gebäuden optisch an.
Besonderheiten
Gerade dieser kleine, bedeutende Stadtraum am Hof sollte möglichst vom Straßenverkehr der Nachkriegszeit verschont bleiben und seinen historischen Charakter weitgehend behalten, während der benachbarte Büchel größtenteils modern bebaut wurde. Dies führte dazu, dass das neue Gebäude zum Hof eine „historische“ und zum Büchel eine moderne Fassade erhielt. Die historische Wirkung des Hofes war genau geplant und zu diesem Zweck modelliert.
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










