Annastraße 9
Denkmal #24
Einleitung
Alles historisch, alles echt? Nur teilweise. Das Gebäude Annastraße 9 ist ein Neubau aus dem Jahr 1975/1976, bei dem einzelne Elemente des barocken Vorgängerbaus wiederverwendet wurden. Verantwortlich hierfür war der damalige Stadtkonservator und Architekt Leo Hugot.
Bewegte Geschichte
Zunächst wurde das Altgebäude vollständig entkernt und abgebrochen. Beim Wiederaufbau wurden größtenteils neue Materialien wie Beton und Kalksandstein verwendet. Für die Fassadengestaltung wurden die historischen Blaustein-Fensterlaibungen aus der Zeit um 1700 wiederverwendet und um die wohl schon im 19. Jahrhundert entfernten senkrechten Mittelpfosten ergänzt. Außerdem wurden die Geschosshöhen modernen Ansprüchen angepasst, wie man im Vergleich mit einem Foto vor Abriss deutlich erkennt.
Spurensuche
Klares Indiz für den Neubau ist die Betonstütze an der Ecke. Das linke Türgewände ist kein Bestandteil des Originalgebäudes und aufgrund des geschwungenen Sturzes auch stilistisch einer anderen Zeit zuzuordnen. Es wurde dem damaligen Lagerbestand des städtischen Bauhofes entnommen. Woher es eigentlich stammt, ist leider nicht mehr zu ermitteln.
© Olaf RohlZum Haus Annastraße 9 gehört ein Hauszeichen in Form einer Heiligenfigur. Ursprünglich besaßen die meisten Häuser ein Hauszeichen.
Besonderheiten
An der Ecke befindet sich die 1976 ergänzte Hausfigur des hl. Antonius. Ursprünglich besaßen nahezu alle Aachener Häuser ein Hauszeichen oder eine Hausfigur. Hier wurde also eine Tradition wieder aufgegriffen. Besonders schön gestaltet ist das hölzerne Traufgesims mit Klötzchenfries, das dem des Vorgängerbaus exakt nachempfunden wurde.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










