Mostardstraße 22–26
Denkmal #38
Einleitung
Unter der Adresse Mostardstraße 24–26 findet man zwei typische Aachener Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert. Doch weder sind es zwei Gebäude, noch sind die Fassaden wirklich historisch. Was ist hier passiert?
Bewegte Geschichte
Um 1980 entstand hier ein Wohnhaus, dem Teile von zwei Fassaden vorgeblendet wurden, um sich so in das Altstadtbild einzufügen. Genau wie bei den Häusern Neupforte 8 und 10 war hier Architekt Kurt Nellessen am Werk, der die beiden nebeneinanderliegenden Altbauten an gleicher Stelle abreißen ließ und zum Teil in die Fassade seines Neubaus integrierte. Bei Nr. 26 (linke Gebäudeachsen) verwendete Nellessen vermutlich einen Teil der abgebrochenen Fassade des Roetgener Bürgermeisteramts, das 1895 erbaut wurde.
Spurensuche
Die Toreinfahrt wirkt historisch, ist aber aus Beton hergestellt und die Fugen sind nicht echt. Das Tor ist in seiner Form frei erfunden, im Keilstein in der Mitte erkennt man das Erbauungsjahr 1980. Teile des Originalgebäudes finden sich noch im ersten und zweiten Obergeschoss. Die Herkunft des unvollständigen Ankereisen-Schriftzuges „ANNO“ ist nicht bekannt.
© Olaf RohlDer Torbogene hat eine historische Anmutung, besteht jedoch aus Beton. Seine Form ist frei erfunden und auch die Fugen sind imitiert. Der Keilstein zeigt das Baujahr 1980.
Besonderheiten
Beim Wiederaufbau wurden die historischen Elemente nur zum Teil übernommen und mit freien Ergänzungen zu einem Gesamteindruck arrangiert. Wie auch schon an anderer Stelle setzte man hier zwei Altfassaden vor einen größeren Neubau, womit der Eindruck einer kleinteiligen Bebauung erhalten blieb.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










