Kockerellstraße 7
Denkmal #5
Einleitung
Während des Krieges hatte das Gebiet um Kockerellstraße, Judengasse und Jakobstraße nur wenige Schäden erlitten, aber die Bausubstanz war lange vernachlässigt worden. Es gab Leerstände und teils katastrophale Wohn- und Hygieneverhältnisse. Im Zuge der städtebaulichen Sanierungsarbeiten in den 1970er Jahren wurden hier fast alle Gebäude abgerissen und ganze Straßenfluchten verändert. Die Judengasse wurde beispielsweise nach Westen verlegt und an ihrer Stelle der Augustinerplatz neu geschaffen.
Bewegte Geschichte
Die an dieser Stelle bis Anfang der 1970er Jahre stehenden drei Gebäude mit den Hausnummern 9, 11 und 13 stammten wohl aus dem 18. und 19. Jahrhundert, vermutlich mit älterem Kern. Anfang der 1970er Jahre wurden sie abgerissen, nicht zuletzt auch aufgrund erheblicher Bauschäden. Das heutige Gebäude Kockerellstraße 7 wurde anschließend auf den ehemaligen Grundstücken neu errichtet.
Spurensuche
Die Fassaden der Vorgängerbauten eigneten sich nur in geringem Umfang für eine Wiederverwendung. Die Fassade des Neubaus zeigt trotzdem eine einheitliche Gestaltung mit 15 gleichartigen, sehr schlichten Blausteingewänden. Charakteristisch sind lediglich Segmentbogensturz und Keilstein, es gibt kein weiteres Dekor. Die hohe Anzahl gleicher Gewände macht es wahrscheinlich, dass diese aus mehreren Gebäuden zusammengetragen und gegebenenfalls angepasst wurden. Aufzeichnungen existieren leider nicht mehr. Es ist anzunehmen, dass die Gewände dem Haus Peterstraße 51 entnommen wurden, ein großer Teil könnte zudem aus dem außerhalb der Stadt gelegenen Bodenhof stammen. Diese wasserumwehrte, schlossartige Hofanlage wurde in den 1960er Jahren nahezu vollständig abgerissen.
© Olaf RohlFür die Gestaltung der schlichten Fassade wurden Elemente unterschiedlicher Vorgängerbauten zusammengetragen.
Besonderheiten
Wie beim Nachbargebäude wurden auch hier mit Sprossenfenstern, Mansarddach und Einzelgauben neue Bauteile ergänzt, die zum historischen Gesamtbild passen.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










