Wilhelmstraße

Kurzinfo
- Vorhaben: Umgestaltung nach Regionetz-Maßnahme
- Ziel: Richtlinienkonformer Querschnitt
- Zeitplan: ab 2027
- Projektphase: Vorplanung
Aktuell
Bürger*innenbeteiligung: Im Zeitraum vom 27.10. bis zum 24.11.2026 nimmt die Verwaltung Feedback zur den bisherigen Planungsansätzen entgegen. Nutzen Sie dazu gerne das Portal „Beteiligung NRW“. Am 10.11.2026 wird zudem eine Dialogveranstaltung im Suermondt-Ludwig-Museum stattfinden. Details dazu finden Sie im verlinkten Handzettel.
Karte
Anlass und Ziel
Auf dem östlichen Alleenring (Wilhelmstraße, Heinrichsallee und Monheimsallee) besteht dringender Erneuerungsbedarf der Abwasserkanäle. Diese Arbeiten sollen in der Wilhelmstraße beginnen. Im Zuge des Kanalbaus werden auch die Strom-, Gas- und Trinkwasserleitungen erneuert sowie eine Fernwärmeleitung verlegt. Diese Maßnahmen erstrecken sich nach heutigem Kenntnisstand auf den gesamten Straßenraum und werden in offener Bauweise durchgeführt. Nach Abschluss der unterirdischen Arbeiten ist also eine umfangreiche Wiederherstellung an der Oberfläche erforderlich. Im Zuge dieser Wiederherstellung könnte der Straßenraum zukunftsfest umgestaltet werden. Die heutige Straßenraumaufteilung entspricht nicht mehr in allen Punkten den Vorgaben der heute gültigen Regelwerke.
Bestand
Im Rahmen der Regionetz-Maßnahme werden die gesamten Fahrbahn-Markierungen entfernt werden. Da diese Markierungen jedoch nicht mehr den heutigen Vorgaben entsprechen (zu schmale Radverkehrsanlagen, fehlende Sicherheitsabstände zu parkenden Fahrzeugen, schmale Kfz-Fahrstreifen) kann eine Neu-wie-alt-Wiederherstellung des Bestandes nicht erfolgen. Es ist daher eine alternative Straßenraumaufteilung zu entwickeln. Weitere Details finden Sie in der verlinkten Vorlage.
Planung
Es wurden umfangreiche Überlegungen für alternative Querschnitte vorgenommen. Aus diesen vielfältigen Möglichkeiten wurden zwei Varianten für eine weitergehende planerische Betrachtung ausgewählt.
In beiden Varianten ist vorgesehen, den heutigen Parkstreifen zu einem sogenannten Multifunktionsstreifen zu entwickeln. Das bedeutet, dass neben Kfz-Parken und Bäumen auch Fahrradbügel, Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge, E-Tretroller-Abstellflächen und Liefer- und Ladezonen für private und gewerbliche Nutzung vorgesehen sind. In beiden Varianten soll eine zukunftsfähige Allee mit größeren Bäumen und mehr Standorten als heute etabliert werden.
Eine Darstellung in Form „idealisierter“ Lagepläne des Bestands sowie der Planungsvarianten A und B finden Sie hier.
Variante A (Entfall der Schutzstreifen)
Die defizitären Schutzstreifen für den Radverkehr werden nach der Kanalerneuerung nicht wieder aufgebracht. Dadurch können Fahrstreifen mit nahezu idealen Maßen markiert werden. Der Radverkehr wird gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr im Mischverkehr geführt. Gemäß den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) wird diese Führungsform unter den vorhandenen Rahmenbedingungen (Kfz-Verkehrsstärke und -geschwindigkeit) nicht empfohlen. Sollte sie dennoch in Betracht kommen, so sollte laut Regelwerk eine zusätzliche Alternativroute angeboten werden. Im Fall der Wilhelmstraße sollte also die Verbindung über die Friedrichstraße deutlich verbessert werden (ggf. Einrichtung einer Fahrradstraße). Auch die Hinführung zur Alternativroute von den Knotenpunkten Kaiserplatz und Normaluhr müsste verdeutlicht werden.
Die Wiederherstellung ist in dieser Variante stark am heutigen Bestand orientiert. Der Planungsaufwand ist dadurch im Zweifel geringer und die Umsetzung kostengünstiger. Die Chance zu einer zukunftsfähigen Umgestaltung wird jedoch nur bedingt genutzt.
Variante B (Schutzstreifen bergauf)
Aufbauend auf Variante A wird zusätzlich ein Schutzstreifen für den Radverkehr in Fahrtrichtung Normaluhr angelegt. In dieser Fahrtrichtung weist die Straße eine deutliche Steigung auf, was zu einer größeren Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Rad- und Kfz-Verkehr und somit einem höheren Bedarf an eine (zumindest räumliche) Trennung der Verkehrsarten führt. In Richtung Kaiserplatz nutzt der Radverkehr die Fahrbahn im Mischverkehr.
Auch in dieser Variante wäre eine Ertüchtigung der Parallelverbindung über die Friedrichstraße vorzusehen.
Die Wiederherstellung erfordert eine angepasste Querschnittsaufteilung (Verbreiterung der Fahrbahn). Hierdurch entsteht größerer zeitlicher und finanzieller Aufwand als bei Variante A, dafür können jedoch zusätzliche Multifunktionsstreifen und ein besseres Radverkehrsangebot geschaffen werden.
Einschätzung der Verwaltung
Derzeit deutet vieles auf Variante B als zielführendster Planungsansatz hin, da er den auf dem Alleenring hoch gewichteten Belangen MIV und ÖPNV Rechnung trägt, aber auch ein Grundangebot für den Radverkehr schafft.
Ratsinfo Vorlage
übergeordnete Vorlage zum östlichen Alleenring (Juli 2026) - FB 68/0100/WP19
Vorlage Programmberatung Wilhelmstraße (September 2026) - FB 68/0093/WP19
übergeordnete Vorlage zum östlichen Alleenring (Oktober 2026) - FB 68/0139/WP19
Download
Kontakt
Bürger*innenbeteiligung Wilhelmstraße | Beteiligung NRW Stadt Aachen