
Kurzinfo
- Vorhaben: Vollausbau mit neuen Gehwegen, Parkplätzen, Bäumen und Fahrbahn
- Ziel: Eine hochwertige Stadtstraße mit viel Aufenthaltsqualität gestaltet als Fahrradstraße mit wenig Autoverkehr
- Bauzeit: April 2025 - Juni 2027
Aktuell
Voraussichtlich Anfang Juni 2026 wird der aktuelle Bauabschnitt (BA 1.3) zwischen Haßlerstraße und Triebelstraße fertiggestellt. Im Anschluss werden die Arbeiten im zweiten Abschnitt (Triebelstraße bis Drimborn-/Beverstraße) fortgeführt. Anders als ursprünglich geplant werden die Bauarbeiten von der Triebelstraße fortgesetzt: in Richtung Viktoriaallee (BA 2.3) und Drimborn-/Beverstraße (BA 2.2 und BA 2.3; siehe auch folgende Grafik).

Karte
Anlass und Ziel
Die Bismarckstraße als zentrale Achse im Frankenberger Viertel hat erhebliche bauliche Mängel und muss daher neu gebaut werden. Vorlaufend wurden die Leitungsanlagen von der Regionetz bereits erneuert . Beim Straßenumbau sollen städtebauliche Schwächen beseitigt werden und die Aufenthaltsqualität erhöht werden, damit die auch von Fußgänger*innen intensiv genutzte Bismarckstraße wieder eine hochwertige Straße sein kann.
Der rund 850 Meter lange Abschnitt zwischen Schlossstraße und Drimbornstraße ist Teil der Radvorrangrouten nach Brand und Eilendorf. Sie wird heute bereits intensiv vom Radverkehr genutzt und gehört im Radnetz zu den Straßen mit der höchsten Bedeutung für den Radverkehr. Beim Autoverkehr hat sie nur eine Erschließungsfunktion. Die parallele Oppenhoffallee ist Teil des Hauptverkehrsstraßennetzes für den Kfz-Verkehr. Es gibt keinen Linienverkehr in der Bismarckstraße.
2021 wurde bereits beschlossen, dass aus diesen Gründen, so wie in den vor- und nachgelagerten Teilstrecken, auch die Bismarckstraße in eine Fahrradstraße umgewandelt werden.
Auf der Grundlage des diesbezüglichen Beschlusses vom 31. Oktober 2019 hat die Verwaltung verschiedene Varianten einer möglichen Straßenraumaufteilung und Konzepte zur Reduzierung des Kfz-Verkehrs erarbeitet. Diese Varianten und die Ergebnisse der im Anschluss durchgeführten digitalen Bürgerbeteiligung vom 27.07.-17.08.2020 wurden der Bezirksvertretung Aachen-Mitte und dem Mobilitätsauschuss zur Kenntnisnahme vorgelegt. Die daraufhin ausgewählte Vorzugsvariante wurde planerisch weiterverfolgt. Der Planungsbeschluss wurde am 18. Februar 2021 eingeholt.
Im April 2022 wurde eine Online-Bürger*Inneninformationsveranstaltung am 5. April 2022 und ein zusätzlicher Planungsspaziergang am 30. April 2022 angeboten. Anregungen hieraus finden sich in der vorliegenden Planung zur Ausführung wieder. Ein erster Schritt des beschlossenen Gesamtkonzeptes wurde im Sommer 2022 mit der Netzdurchtrennung in Höhe Neumarkt bereits umgesetzt.
Planung
Die Planung sieht die Einrichtung einer Fahrradstraße (mit Kfz-Freigabe) entsprechend der Optimalmaße der Standards der Gestaltung von Fahrradstraßen in Aachen vor. Die Fahrgassenbreite beträgt demnach 4,50 Meter zuzüglich einem jeweils 0,75 Meter m breiten Sicherheitstrennstreifen zu den geparkten Fahrzeugen. Die Fahrgasse der Fahrradstraße soll zur Verdeutlichung des Vorranges des Radverkehrs entsprechend der beschlossenen Ziele des Radentscheides rot eingefärbt werden. Der Verkehr auf der Fahrradstraße soll gegenüber den einmündenden Straßen vorfahrtberechtigt sein.
Den vorhandenen Kreuzungsbereichen kommen in Bezug auf die Bevorrechtigung des Radverkehrs und dem Wunsch nach hoher Aufenthaltsqualität und der Barrierefreiheit besondere Bedeutung zu.
Entlang der Hausfassaden werden breite Anlagen für den Fußverkehr vorgesehen. Der nördliche Bereich lädt mit einer Breite von mindestens 4,90 Meter zum Flanieren ein. Auch die im Durchschnitt 3,50 Meter breite Anlage (mindestens 3,20 Meter) auf der südlichen Seite ist für die Verkehrsanlage großzügig dimensioniert. Die verbleibenden vier Meter im Straßenquerschnitt werden rechts wie links entlang der Fahrradstraße als Angebot für den ruhenden Kfz-Verkehr, für Fahrradabstellanlagen und neue Baumstandorte genutzt.
Weitere Details können Interessierte der Vorlage und der Präsentation (hier) für den Ausführungsbeschluss finden. Der Beschluss zur Gestaltung der Straße wurde im Dezember 2023 gefasst.
Verfahren und Kosten
Die Ausführungsplanung wurde entsprechend dem Beschluss überarbeitet und noch Belange des Sicherheitsaudits berücksichtigt. Die Ausschreibung konnte erfolgreich durchgeführt werden. Ein Unternehmen steht bereit. Nach Klärung letzter offener Punkte begann im März 2025 die bauliche Umsetzung. Nac rund 26 Monaten, also etwa bis Juni 2027, sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Der Umbau erfolgt in einzelnen Bauabschnitten, so dass die Straße abschnittsweise fertiggestellt wird. Für den Kfz- und den Radverkehr werden Umleitungen ausgeschildert.
Die Kosten des Umbaus wurden aufgrund des Umfangs des Eingriffs (Vollausbau der gesamten Straßenbreite) auf rund 5,8 Millionen Euro geschätzt. Erst nach Abschluss der Maßnahme können die genauen Kosten aus den geprüften Abrechnungen der beauftragten Firmen beziffert werden.