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Die Sanierungsbereiche im Einzelnen

Bereich VH (ehemaliges Abfallager):
2009 - 2012 wurde eine Bodenluftsanierung durchgeführt. Die Bodensanierung erfolgte 2012 durch konventionellen Bodenaustausch (Gesamtmenge rund 18.000 Tonnen). Im Vorfeld fand eine Bürgerbeteiligung statt. Eine benachbarte Kindertagesstätte wurde für sechs Monate ausgelagert. 2016 wurden ergänzend zwei Teilbereiche saniert, unter anderem durch Großlochbohrungen. Die Abreinigung von Restbelastungen im Grundwasser wurde 2013 bis 2017 durchgeführt. Das Grundwasser-Monitoring wurde 2019 abgeschlossen, so dass der Bereich VH abschließend saniert ist. Aktuell liegt eine Planung zur Neubebauung dieses Bereichs vor.

Bereich VD2 (ehemaliges Chemikalienlager):
Die Sanierung durch Bodenaustausch wurde im Anschluss an eine Bürgerbeteiligung 2014/15 durchgeführt (Gesamtmenge zirka 51.000 Tonnen). Hierzu wurden neben konventionellen Aushubmaßnahmen insbesondere Großlochbohrungen eingesetzt. Nach Abschluss der Bodensanierung wurde die Fläche versiegelt und steht für eine Wiedernutzung / Neubebauung zur Verfügung. Sanierungsmaßnahmen im Grundwasser wurden im Zeitraum 2016/17 durchgeführt. Das Grundwasser-Monitoring wird vorerst bis 2021 fortgeführt.

Bereich VG6 (ehemalige Bildröhren- und Glasfabrik):
Hierbei handelt es sich um den größten der vier Sanierungsbereiche im zentralen Bereich des Gewerbeparks. Nach den umfangreichen Rückbauarbeiten der ehemaligen Glasfabrik durch den Grundstückseigentümer im Zeitraum 2013/14 wurde die ebenfalls aufwändige Bodensanierung in den Hauptschadensbereichen in den Jahren 2016/2017 durchgeführt (Gesamtmenge Bodenaustausch: etwa 130.000 Tonnen). Hierbei kam neben konventionellen Aushubmaßnahmen und Großlochbohrungen auch ein spezielles Verbauverfahren (linearer Verbau) zum Einsatz, mit dem schadstoffbelastete Bodenmaterialien bis in 10 Meter Tiefe ausgehoben werden konnten. Auf einer kleineren Teilfläche des Sanierungsbereichs, in dem aufgrund der bestehenden Bebauung ein Bodenaushub nicht möglich ist, wurde eine Emulsion aus Milchsäure/Speiseöl in den Boden und das Grundwasser eingebracht, um den natürlichen Schadstoffabbau zu unterstützen. In dieser Teilfläche wird ein eigenes Grundwasser-Monitoring zum Abbau durchgeführt.
Von 2017 bis 2019 erfolgte eine Sanierungsmaßnahme im Grundwasser durch Abpumpen und Abreinigung des schadstoffbelasteten Grundwassers. Das Grundwasser-Monitoring ist bis 2022 vorgesehen. Der Sanierungsbereich ist bereits wieder bebaut und wird künftig als Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge genutzt.

Bereich PN:
Im vierten Sanierungsbereich PN befindet sich ein Produktions- und Forschungszentrum eines Unternehmens aus dem Bereich Elektrotechnik mit Schwerpunkt KFZ-Beleuchtung. Aufgrund bestehender Bebauung und Nutzung ist ein Bodenaustausch derzeit nicht möglich. Hier erfolgt aktuell im tieferen Grundwasserleiter eine hydraulische Sicherung durch Pumpmaßnahmen. Hierdurch wird eine Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser verhindert. Das geförderte Grundwasser wird über eine stationäre Behandlungsanlage mit Aktivkohlefilter gereinigt.

Der Zeitpunkt der Bodensanierung im Bereich PN hängt von der weiteren Standortentwicklung in diesem Bereich des Triwo Technoparks ab. Vor Durchführung dieser Maßnahmen (rund 7.000 Tonnen Bodenaustausch) ist ein Teilabbruch bestehender Gebäude erforderlich und ein entsprechender Sanierungsplan aufzustellen.       

  

  


     

Weitere Infos

Im Industriepark Rothe Erde sind die Böden und das Grundwasser belastet. Eine Sanierung ist deshalb erforderlich. Die Grundlage für die Untersuchungen und Sanierungen sind das Bodenschutzgesetz sowie die Bodenschutz- und Altlastenverordnung des Bundes.

Vorlage für Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 23. Juni 2020

   

Ansprechpartner

bei der Stadt Aachen im Fachbereich Umwelt, Abteilung Bodenschutz:

  • Stefan Sieben
    Tel. 432-36524
  • Lutz Quil
    Tel. 432-36523