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Die Geschichte

Frühgeschichte: Kelten und Römer

Die Besiedlung der Gegend um das heutige Brand reicht weit in das 1. und 2. Jahrhundert vor Christus zurück, auch wenn über diese Frühgeschichte nicht viel überliefert ist. So zeugt der Name der Gemarkung Rollef von der Anwesenheit der Kelten.

In Niederforstbach wurde ein steinernes Brandgrab der Römer gefunden, die die Kelten ablösten. Trotz dieser Überreste kann es aber keine bedeutende römische Niederlassung gegeben haben. Die ersten größeren Siedlungen sind vermutlich auf Veranlassung der Abtei Kornelimünster als Landbesitzerin gegründet worden.

Mittelalter: Herrschaft der Abtei Kornelimünster

Eindeutig zurückverfolgen lässt sich die Entwicklung Brands bis in das Mittelalter, ungefähr in den Zeitraum von 1336 bis 1369. Damals hieß die Gemarkung „zen Brande“ und wurde 1369 erstmals urkundlich erwähnt.

Den Lebensbedürfnissen der Menschen kamen die einzigartige Waldlandschaft mit ihrem humusreichen Boden und die Nähe zu Wasserquellen und -läufen entgegen. Das frühe Brand entwickelte sich entlang einer alten Wasserrinne, die an der heutigen Ringstraße entsprang und bis zum Haarbach verlief. Nahe der vorhandenen Wasserstellen bildeten sich die Ortschaften Brand, Rollef, Niederforstbach und Freund. Gemeinsam mit Oberforstbach stellten sie eine der fünf sogenannten Hunschaften im Gebiet der Abtei Kornelimünster dar. Später zählte auch Krauthausen dazu. Durch die Wirtschaftsführung der Klostergemeinde erlebten die Untertanen Aufstieg und Niedergang.

Mit den anderen Hauptorten des Münsterländchens erhielt auch Brand die Erlaubnis, in einer eigenen Kapelle Gottesdienste halten zu dürfen. Der Neubau wurde 1761 fertiggestellt und die Kapelle dem heiligen Donatus geweiht.

Französische Besatzung: Napoleon und die Trierer Straße

20 Jahre unter französischer Besatzung brachten Brand viele Veränderungen und Umstellungen. Per Dekret beendete Napoleon am 09. Juni 1802 die Herrschaft der Abtei Kornelimünster, führte Französisch als Amtssprache und eine neue Währung ein. Im Münsterländchen wurden vier Bürgermeistereien, sogenannte Mairien, eingerichtet.

Eine davon war Brand mit dem Maire Karl Kuck. Damit erlosch die Landeshoheit der seit rund 1.000 Jahren bestehenden Freien Reichsabtei Kornelimünster. Mit der Aufhebung der abteilichen Herrschaft erlangte Brand die kommunale Selbstständigkeit und wurde auch kirchlich frei. Am 01. März 1804 erhob Bischhof Berdolet von Aachen die Donatus-Kapelle zur Pfarrkirche.

Das größte Zeugnis dieser Zeit ist die von Napoleon errichtete Aachen-Trierer Landstraße, die die Brander Heide bis heute in schnurgerader Linie bis zur Höhe von Rollef durchschneidet und dann ins Indetal abfällt.

Preußische Monarchie: Industrialisierung

Die Abgrenzungen der vier Gemeinden aus dem Münsterländchen wurden übernommen und der Übergang von der französischen zur preußischen Verwaltung vollzog sich reibungslos. Ein wichtiges Bauwerk ist die Pfarrkirche St. Donatus aus den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Ungefähr zeitgleich vollzog sich durch den Bau der Vennbahntrasse in den Jahren 1875 bis 1884 eine weitere bedeutende und prägende Veränderung der Brander Heide. Das Brückenviadukt im Indetal und der Brander Bahnhof zeugen von dieser Entwicklung.

1900 veränderte die Heide aufgrund des industriellen Aufschwungs erneut ihr Gesicht. Auf der rechten Seite der Trierer Straße wurden die Gleise der Aachener Straßenbahn verlegt. Die Voraussetzungen für eine Industrieansiedlung waren verbessert, so dass die Bevölkerungszahl stark anstieg: 1890 lebten ca. 3.000 Menschen in Brand, durch den wirtschaftlichen Aufschwung waren es im Jahre 1910 bereits 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die wichtigen Fabriken und Unternehmen dieser Zeit stellten die Tuchfabriken, das Wasserwerk, die Rheinkraft sowie die Aachener Kleinbahn dar, die eine Wagenhalle und Werkswohnungen errichtete.

20. Jahrhundert: 2. Weltkrieg und kommunale Neugliederung

Auch Brand war durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges geprägt, dennoch vollzog sich ein unerwartet steiler Aufstieg. Mit dem Wiederaufbau ging die Schaffung von Wohnmöglichkeiten für Flüchtlinge, Vertriebene aber auch für die alteingesessenen Bewohner einher.

Durch die Zusammenarbeit von Bürgerinitiativen und Behörden konnte mit Wohnbauförderungsmitteln eine gezielte Entwicklung des Siedlungsraums erreicht werden. Damit erhielt auch das Ortszentrum sein heutiges Erscheinungsbild, die Neubaugebiete Ellerbereich, Brander Feld und Brander Wald wurden erschlossen. Der Anschluss an die Belgien-Linie der Autobahn 1963 rückte die Gemeinde zudem in eine günstige Verkehrslage.

Für Brand begann am 01. Januar 1972 ein neuer Zeitabschnitt: 170 Jahre lang war die Gemeinde selbstständig, bis der Gemeinderat Brand der Eingemeindung in das Aachener Stadtgebiet zustimmte. Der neue Stadtbezirk Aachen-Brand behielt jedoch eine gewisse Eigenständigkeit mit einer eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksamt. Bis heute haben sich die Brander ihre kommunale Identität erhalten, sehen sich aber gleichzeitig als Teil der Stadt Aachen.

Brand heute: stadtnah und naturverbunden

In den Jahren vor und nach der kommunalen Neugliederung entwickelte sich Brand dank großzügiger und zukunftsorientierter Planung und Erschließung neuer Wohngebiete zu einem Stadtteil mit hoher Wohn- und Lebensqualität. Auch die Vielzahl an Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Begegnungsstätten für die Bürgerinnen und Bürger tragen zur hohen Attraktivität bei.

Die unmittelbare Nähe zu den weitläufigen Naherholungsgebieten des Aachener Südraums und der Eifel, aber auch die günstige Verkehrsanbindung an die Stadt Aachen haben Brand zu einem besonders familienfreundlichen Wohnort werden lassen.

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Brander Wappen

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