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Deponie Maria Theresia



 

Erstellung einer Potenzialanalyse als Klimaschutzteilkonzept im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums

 

Die Deponie Maria Theresia wurde im Zeitraum von 1964 bis 1985 als Hausmülldeponie der Stadt Aachen betrieben und befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Herzogenrath. Die Deponie verfügt über eine Gesamtfläche von 36 Hektar. Insgesamt wurden in den rund 4 Mio. m³ fassenden ehemaligen Braunkohletagebau etwa 5,4 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle eingebracht.
Auf Grund der Abfallzusammensetzung und der Milieubedingungen im Deponiekörper erfolgt eine mikrobielle Umsetzung der Abfallorganik vergleichbar mit den Vorgängen in einer Biogasanlage. Dabei entsteht Deponiegas, das ähnlich dem Biogas im Wesentlichen aus Methan und Kohlendioxid besteht.  

Die ursprüngliche Deponieentgasungsanlage zur Nutzung des Deponiegases ging im Jahr 1988 in Betrieb. Diese besteht aus drei Gassträngen mit insgesamt 53 Gasbrunnen.
Das über die Gasstränge erfasste Gas wurde zunächst über eine Verdichterstation an zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) geleitet und dort verwertet bzw. der Überschuss mit nachgeschalteter Notfackel entgast.
Wie bei älteren Deponien üblich, sank die nutzbare Gasmenge in den vergangenen Jahren stetig ab, sodass im Jahr 2014 ein Blockheizkraftwerk zurückgebaut wurde und die Notfackel durch eine Schwachgasfackelanlage ersetzt wurde. Seit Anfang des Jahres 2019 ist nun auch eine kontinuierliche Verwertung des Gases über das vorhandene BHKW nicht mehr möglich, da die Gaskonzentrationen weiter abgenommen haben. Aufgrund dessen wird zurzeit das gesamte produzierte Gas über die Schwachgasfackelanlage schadlos verbrannt und es erfolgt keine Verwertung des Gases.
Es steht zu befürchten, dass die vorhandene Gasqualität künftig nicht mehr ausreicht, um das derzeitige BHKW kontinuierlich betreiben zu können.
Aus Gründen der Gefahrenabwehr und des Emissionsschutzes wird jedoch weiterhin eine Gaserfassung und –behandlung erforderlich sein, die sich noch über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstrecken kann.
Es stellt sich somit die Frage, wie die Gaserfassung und -behandlung zukunftsfähig gestaltet werden kann, um für die nächsten Jahre eine möglichst geringe Emissionsbelastungen zu gewährleisten.

Die Stadt Aachen hat Fördermittel der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums für die Erstellung einer Potenzialanalyse erhalten. Diese soll als Basis für eine Entscheidung über die Deponiebelüftung dienen und ein strategisches Planungsinstrument zur standortbezogenen Umsetzung eines Deponiebelüftungsverfahrens sein. Damit soll die Treibhausgasproduktion aufgrund langfristiger klimarelevanter Methanemissionen nachhaltig, effizient und in einem überschaubaren Zeitraum reduziert werden.

Die Erarbeitung der Potenzialanalyse orientiert sich an den Vorgaben des Bundesumweltministeriums (BMUB). Damit werden die spezifische Ausgangssituation der Deponie aufbereitet sowie die technisch und wirtschaftlich umsetzbaren Methan-Minderungspotenziale durch geeignete Maßnahmen analysiert und ein Standort bezogen geeignetes Verfahren konzipiert.

Die Durchführung der Potenzialanalyse bei der Deponie Maria Theresia ist in den kommenden Monaten geplant. Weitere Vorgehensweisen bzw. evtl. bauliche Veränderungen an der Deponie werden in einem weiteren Schritt, in Abhängigkeit der Ergebnisse der Analyse, abgestimmt und festgelegt.

 

Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum am Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

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Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem ZEW und der AWA Entsorgung durchgeführt.

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