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Klimaschutzkonzept und -ziele

Die Stadt Aachen bringt im Frühsommer 2020 ihr Integriertes Klimaschutzkonzept (ISKS) in die politische Abstimmung. Darin sind die aktualisierte Klimaschutzstrategie und ein Maßnahmenplan bis zum Jahr 2025 beschrieben. Sie orientieren sich zunächst an einer Halbierung der Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2030.

Die wichtigsten Handlungsbereiche auf dem Weg zum Erreichen dieses Klimaschutzzieles sind eine effiziente Energieerzeugung unter Einsatz erneuerbarer Energien (EE), die energetische Sanierung des Gebäudebestandes, der Einsatz effizienter Technologien im Bereich Gewerbe und Industrie und der Verkehrssektor mit den Schwerpunkten Stadt- und Regionalverkehr sowie Fahrzeugtechnik.

Die Potenziale, um das Klimaschutzziel zu erreichen, werden im IKSK differenziert betrachtet. Die Maßnahmen sind in Steckbriefen im Einzelnen beschrieben.

Integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK, Juni 2020)

Am 19. Juni 2019 hatte der Rat der Stadt Aachen den Klimanotstand ausgerufen. Die entsprechende strategische Weichenstellung zur Priorisierung und Forcierung von Klimaschutzmaßnahmen wurde anschließend im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 10. September 2019 beschlossen.

Die Klimaschutzziele wurden per Ratsbeschluss vom 22. Januar 2020 an die aktuelle Situation angepasst. Diese basieren auf dem Beschluss der internationalen Staatengemeinschaft auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) in Paris im Jahre 2015. Als erste Stadt in Deutschland berücksichtigt die Stadt Aachen das ihr anteilig verbleibende Restbudget an Treibhausgasen, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad, möglichst bei 1,5 Grad zu halten.

Aachen beruft sich dabei auf die von Wissenschaftlern des UN-Weltklimarats IPCC im Sonderbericht 2018 beschriebene und durch den Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung ausgewiesene absolute Menge an Kohlendioxid (CO2)-Emissionen, die noch in die Atmosphäre gelangen darf, um den menschengemachten Anteil am Treibhauseffekt auf 1,5 bis zwei Grad zu begrenzen.

Die Stadt Aachen hat demnach ein CO2-Restbudget von 16,3 Millionen Tonnen. Diese Menge wäre im Jahr 2028 erreicht, wenn die Stadt an ihrem bisherigen strategischen Ziel festhält, die CO2-Emissionen von 1990 bis 2030 zu halbieren und ab sofort jährlich um rund 77.000 Tonnen zu reduzieren. Mit dem jüngsten Beschluss des Stadtrats werden somit strategische Etappen und konkrete Maßnahmen erforderlich, die bis dahin den Weg zur CO2-Neutralität ebnen. Bis zum Sommer 2020 wird ein erstes Maßnahmepaket geschnürt.

Integriertes Klimaschutzkonzept von Juni 2020

Link zum neuesten Beschluss des Stadtrats vom 22. Januar 2020

Beschluss des Stadtrats vom 21. Oktober 2011 und dazugehörige Vorlage (pdf)

   

Die Stadt Aachen verfolgt ihren Fortschritt auf dem Weg, die selbst gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen, kontinuierlich mit Hilfe eines Managementsystems. In der Rubrik European Energy Award sind hierzu Informationen  aufgeführt und Berichte hinterlegt (European Energy Award). Neben der Kontrolle, ob beabsichtige Maßnahmen umgesetzt wurden und diese den gewünschten Effekt zeigten, wird auch regelmäßig strategisch nachgesteuert, indem zum Beispiel das energiepolitische Arbeitsprogramm angepasst wird. Die aktuelle Fassung finden Sie am Ende dieser Seite. Dort steht auch eine Liste von Meilensteinen der Klimaschutzarbeit zur Verfügung.

Einige wegweisende konzeptionelle Schritte zu mehr Klimaschutz in Aachen werden nachfolgend erläutert:

Ökologische Stadt der Zukunft NRW

Von 1992 bis 2002 nahm die Stadt Aachen am Modellprojekt Ökologische Stadt der Zukunft NRW teil. Das Projekt verfolgte das Ziel, Wege und Machbarkeiten einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufzuzeigen. Das Aachener Modell zur kostengerechten Vergütung von Strom aus regenerativen Energien war der Wegbereiter für das bundesweit gültige Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bereits 1993 hatte die Stadt Aachen ein umfassendes Energiekonzept erstellt, um durch ein Bündel von aufeinander abgestimmten Maßnahmen die Schadstoffbelastungen zu reduzieren.

Handlungskonzept Klimaschutz 2010

Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme des Aachener Energiemarktes im Jahr 1991 wurde im Jahr 1998 das erste Klimaschutzkonzept zur Minderung der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen mit dem Titel „Handlungskonzept Klimaschutz 2010“ (pdf) fertiggestellt.

Studie zu verkehrsbedingten Kohlendioxid-Emissionen

Dieses Klimaschutzkonzept wurde 1999 um eine Studie zu verkehrsbedingten CO2-Emissionen (pdf) ergänzt. Im Umweltqualitätszielkonzept der Stadt Aachen (Ratsbeschluss 31. Januar 2001) wurden für das Handlungsfeld Energie/Klima/Luft differenzierte Ziele entwickelt, die zum Beispiel die Förderung der energetischen Sanierung des Gebäudebestands beinhalten.

"Lokale Agenda 21"

Mit dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates vom 17. September 1997, einen "Lokale Agenda 21"-Prozess einzuleiten, nahm die Stadt Aachen den Auftrag der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von 1992 an. Wesentliche Elemente und Projekte sind:

  • global verantwortliche Stadt / Eine Welt:
    Agenda 21-Partnerschaft zwischen Aachen und Kapstadt
  • wirtschaftlich erfolgreich:
    Ökoprofit Region Aachen, Pendlernetz, Energieeffizienzkonzept
  • sozial gerecht:
    Aachener Tafel, Ehrenamt-Portal, Stadtteilbüros Aachen-Ost, Sozialatlas
  • ökologische Stadt der Zukunft:
    Nachhaltige Stadtentwicklung, Natur- und Landschaftsschutz, nachhaltige Mobilität, ökologisches Bauen, Energie und Klimaschutz, Umweltbildung, siehe auch: Webseite Agenda 21

Energieeffizienzkonzept umgesetzt

Im Jahr 2006 hat die Stadt Aachen gemeinsam mit ihren Stadtwerken das erste kommunale Energieeffizienzkonzept EEK (Homepage) in Deutschland erarbeitet. Dieses Klimaschutzkonzept berücksichtigt die Forderung der EU-Endenergieeffizienzrichtlinie nach einer ein-prozentigen mittleren jährlichen Energieeinsparung, indem ein Handlungskonzept für die folgenden fünf Jahre entwickelt wurde.

Für Bürger und Gewerbebetriebe wurden im Rahmen des EEK umfangreiche Beratungs- und Fördermöglichkeiten bereitgestellt, zum Beispiel die Energieberatung der STAWAG. Gemeinsam mit den Stadtwerken wurden weiterhin Fernwärmenutzung, Kraft-Wärme-Kopplung und die Nutzung regenerativer Energien massiv ausgebaut. Die Stadtwerke investierten jährlich mehr als zehn Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien sowie in Forschungsvorhaben wie Smartwatts oder Smartwheels.

Strategiekonzept für die Zeit bis ins Jahr 2030

Ein Strategiekonzept zur weiteren Ausrichtung der Energie- und Klimaschutzaktivitäten bis ins Jahr 2030 wurde im Jahr 2014 erstellt. Die bislang erzielten CO2-Reduktionen werden darin analysiert. Die Potenziale, um die Klimaschutzziele bis 2020 bzw. 2030 zu erreichen, werden dort beschrieben. Das Konzept enthält auch ein Handlungsprogramm mit Schwerpunkten, um Maßnahmen bis zum Jahr 2020 kurzfristig mit Blick auf die Klimaschutzziele auszurichten.

Die Stadt Aachen ist Mitglied in der Klimaschutzinitiative der EU-Kommission „Covenant of Mayors – Konvent der Bürgermeister“ und „Majors Adapt“ europäischer Städte.

   

Ansprechpartnerin / Kontakt

Fachbereich Umwelt/Stabsstelle Klimaschutz
Dr. Maria Vankann
Tel.: +49 241 432-36002
maria.vankann@mail.aachen.de

  

Weitere Materialien zum Herunterladen:

Energiepolitische Meilensteine der Stadt Aachen

Klimaschutz-Bericht 2011

Klimaschutz-Bericht 2012

Klimaschutz-Bericht 2013

Klimaschutz-Bericht 2014-2015

Energiepolitisches Arbeitsprogramm 2015-2017

Energiepolitisches Arbeitsprogramm 2019

   

    



Ansprechpartnerin

Dr. Maria Vankann
Tel.: +49 241 432-36002