Jakobstraße 4–8
Denkmal #12
Einleitung
Anders als das prägnante Nachbargebäude Nr. 2 zählen die Häuser Nr. 4, 6 und 8 nicht zur originalen historischen Bebauung der Jakobstraße. Die Gebäude an dieser Stelle hatten zwar den Krieg weitgehend überstanden, waren aber geprägt durch enge und dunkle Wohnungen, stark vernachlässigte Bausubstanz, überwucherte Hinterhöfe sowie kritische Hygieneverhältnisse. Zahlreiche Gebäude im Bereich von Jakobstraße und Kockerellstraße wurden daher in den 1970er Jahren abgerissen und dann unter Verwendung historischer Elemente neu errichtet.
Bewegte Geschichte
Anstelle der abgetragenen dreigeschossigen Altbauten wurden hier 1973/1974 drei Gebäude mit je vier Geschossen und grundlegend moderner Struktur errichtet. Den Neubauten wurden historisch wirkende Fassaden aus wiederverwendeten Backsteinen und Blausteinelementen vorgeblendet. Im Falle der Häuser Jakobstraße 4 und 6 stammen die Fassadenteile von den abgerissenen Häusern Schildstraße 8 und 10. Beim Neubau des Hauses Jakobstraße 8 wurden Teile des abgerissenen Hauses Promenadenstraße 7 verbaut.
Spurensuche
Die Fassadenteile wurden nach dem Abbau zunächst im städtischen Bauhof eingelagert, bevor sie in den Fassaden an der Jakobstraße einen neuen Platz fanden. Sprossenfenster und Türen im historischen Stil vervollständigen den Eindruck. Die Anordnung der Fassadenteile wurde jedoch den modernen Geschosshöhen und Grundrissen angepasst, z. B. wurden die ursprünglich niedrigen obersten Geschosse (sog. Mezzaningeschoss) erhöht. Haus Nr. 8 ziert ein dekorreicher Fries unterhalb der Traufe.
Da die Jakobstraße im Rahmen der Sanierungsarbeiten und Verkehrsplanung der 1970er Jahre verbreitert werden sollte, wurden die Neubauten weiter nach hinten versetzt. Der ursprüngliche Standort der Vorgängerbebauung lag in der Flucht des Nachbarhauses Nr. 2. Dessen ursprünglich gemeinsame Wand mit Haus Nr. 4 wurde aus diesem Grunde freigestellt, neugestaltet und mit Fenstern und Fassadendekor ausgestattet.
© Andreas LückFür die Historisierung der Fassaden wurden Elemente unterschiedlicher abgerissener Häuser aus der Schildstraße und Promenadenstraße verwendet.
Besonderheiten
Während die Häuser Schildstraße 8 und 10 abgebrochen und Fassadenteile in die Neubauten Jakobstraße transloziert wurden, haben sich zwei sehr ähnliche Bauten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Häusern Schildstraße 12 und 14 erhalten.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










