Theaterstraße 88

Denkmal #26

Das Haus Theaterstraße 88 wurde 1976 erbaut. Die Fassadenteile stammen aus dem Jahr 1840. Wichtiges Translozierungsdetail sind die Gesimse. Der Zeitreisefaktor des Denkmals liegt bei 136 Jahren.

Das Haus Theaterstraße 88 wurde 1976 erbaut. Die Fassadenteile stammen aus dem Jahr 1840. Wichtiges Translozierungsdetail sind die Gesimse. Der Zeitreisefaktor des Denkmals liegt bei 136 Jahren.

Einleitung

An der Stelle, an der heute ein Brunnen auf einem kleinen Platz vor einem modernen Bürogebäude steht, befand sich früher ein stattliches Gebäude. In den 1970er Jahren gab es ein regelrechtes Tauziehen um dessen Erhalt, trotzdem wurde es abgerissen. Ganz verschwunden ist es aber nicht.

Zeitreise

Das Denkmal hat einen Zeitreisefaktor von 136 Jahren und ist 10 Meter gewandert. Seine Gestaltung beinhaltet Merkmale aus zwei Epochen.

Zeitreise

Das Denkmal hat einen Zeitreisefaktor von 136 Jahren und ist 10 Meter gewandert. Seine Gestaltung beinhaltet Merkmale aus zwei Epochen.

  • Bewegte Geschichte

    Die Geschichte der Theaterstraße beginnt erst 1825, als der neue Theaterbau auf dem Grundstück des ehemaligen Kapuzinerklosters fertiggestellt wurde. Zugleich wurde Landesbauinspektor Johann Peter Cremer damit beauftragt, eine breite und repräsentative Straßenachse anzulegen, die nicht nur das neue Theater in Szene setzen, sondern auch die Aachener Innenstadt mit der damals noch eigenständigen Stadt Burtscheid verbinden sollte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts siedelten sich Banken, Versicherungsgesellschaften und wohlhabende Familien in der Theaterstraße an, um dort repräsentative Bauten zu errichten.

    Ein solche Villa wurde hier 1840 durch den Architekten Wilhelm Rosen errichtet. Seit Mitte der 1960er Jahre stand das Gebäude zur Disposition. Eine Versicherung wollte das Grundstück in einen Neubau einbeziehen. Offenbar fand man keine Möglichkeit, das Gebäude zu erhalten, und so wurde es 1973 zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 88 abgerissen. Es gab den Versuch, die geborgenen Fassadenteile in der Innenstadt im Sanierungsgebiet I einzuplanen, schließlich aber wurde das Haus 1976 anstelle des Hauses Nr. 88 neu und mit der historischen Fassade wiedererrichtet.

  • Spurensuche

    Die Fassadenteile wurden, nachdem sie drei Jahre im Bauhof lagerten, dem Neubau auf dem Grundstück von Nr. 88 vorgeblendet. Proportion und Gliederung der Fassade orientieren sich am ursprünglichen Gebäude und erfolgten weitgehend originalgetreu. Auf die zuvor vorhandenen Putzflächen wurde verzichtet. Die bereits früher vermauerten Türen wurden auch so wieder ausgeführt. Eine neue Zutat ist dagegen der Dreiecksgiebel zur Vereinsstraße und das deutlich kräftiger ausgeführte Trauf- und Giebelgesims.

    Das Haus fügt sich heute auf interessante Weise in die umgebende moderne Architektur ein, was innerhalb des Aachener Modells ein wichtiges Ziel der Rekonstruktionen war.

  • Besonderheiten

    Es ist die einzige Versetzung einer Fassade im östlichen Innenstadtbereich unter Beteiligung der städtischen Denkmalbehörde und des Landeskonservators. 

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Translozierung

Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.

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