Vom Krieg gezeichnet

Aachen war, insbesondere durch seine Lage als Grenzstadt, starken Kriegsauswirkungen ausgesetzt. Der Zerstörungsgrad der Stadt lässt sich gut am sogenannten Trümmerplan ablesen.

Aachen war, insbesondere durch seine Lage als Grenzstadt, starken Kriegsauswirkungen ausgesetzt. Der Zerstörungsgrad der Stadt lässt sich gut am sogenannten Trümmerplan ablesen.
Dieser Zerstörungsgrad stellte die Stadt Aachen vor eine Grundsatzentscheidung. Welchen Weg des Wiederaufbaus sollte man gehen? Einige Städte, wie z. B. Hannover, entschieden sich für eine strukturelle Neuordnung und ein Verkehrskonzept der autogerechten Stadt. Andere Städte, wie z. B. Krakau, bauten die zerstörten Altstädte wieder detailgetreu nach. Liest man die zeitgenössischen Texte zum Wiederaufbau Aachens, dann wird die Sehnsucht nach den Qualitäten der historischen Stadt genauso deutlich wie der Zukunftsgedanke, der aus damaliger Perspektive städtebauliche Missstände verbessern wollte.
Dieses Zitat von Arnold Toynbee wurde von Dr. Helmut Fischer, Direktor des Stadtplanungsamtes, zur Neuauflage von „Aachen plant“ 1975 verwendet und vermittelt gut die Haltung der Planenden. Es drückt aus, welche Werte zum Aachener Modell führten und wie man aus der Not eine Tugend machte.
Der noch erhaltene Aachener Stadtgrundriss wurde Aachens erstes Denkmal. Der „Charakter der Stadt, die liebgewordene überschaubare Ordnung“ sollten gerettet und „die vom Strom der Zeit teilweise verwaschenen Züge“ saniert werden, so Fischer. Auf eine wesentliche Strukturveränderung wurde verzichtet

Neben vielen weiteren Gebäuden war auch die Neupforte 8–10 von den Zerstörungen des Kriegs betroffen.
Es galt, für die Menschen zu bauen, die Nachbarschaft sollte Keimzelle des städtischen Lebens werden. Verkehr, Technik oder politische und wirtschaftliche Belange sollten in den Hintergrund treten. Die Sanierungsgebiete zeigen auf, welche neuen Lebensverhältnisse berücksichtigt wurden. Kleinteilige Strukturen mit Höfen und halböffentlichen Freiflächen führen zu einer hohen Lebensqualität und der gewünschten Nachbarschaft mitten in der neuen Altstadt.