Hof 1
Denkmal #32
Einleitung
Das 1658 erbaute Gebäude, der „Domkeller“, ist bei der Aachener Bevölkerung als kultige Kneipe bekannt und beliebt. Das Gebäude wurde kurz nach dem Stadtbrand von 1656 in Backstein mit Blausteinelementen errichtet. Mit diesem typischen Materialwechsel und den Fensterformen entspricht es dem Stil der sogenannten Maasländischen Renaissance. Allerdings ist das heutige Gebäude zu großen Teilen das Ergebnis einer Umgestaltung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Bewegte Geschichte
Bereits 1949/1950 wurden vom Architekten Michael Esser Pläne zu einer Rekonstruktion der Fassade vorgelegt, welche vor allem die Wiederherstellung der großen Kreuzstockfenster vorsah. Es kamen bei den Arbeiten sowohl neu angefertigte Elemente als auch Ersatzsteine aus dem Depot der Denkmalpflege zum Einsatz. Einige Fenster sind in ihrer Lage ein kleines Stück verschoben, die ehemalige Ladeluke in den Spitzboden wurde breiter wiederhergestellt. Das Haus erhielt zudem wieder einen Schwebegiebel.
Spurensuche
An der Hauptfassade sind die ergänzten Steine auf einem Bauplan von 1950 exakt dargestellt, sie sind aber auch in der Fassade gut zu erkennen. An zwei Stellen entdeckt man zudem das Baujahr 1658. Auch die Seitenfassade ist interessant, da sie im Wesentlichen noch historisch ist. Das kleine Fenster neben der Tür besaß früher einen Schlagladen, der wie ein Tisch zum Verkauf von Waren herausgeklappt werden konnte. Andere Fenster besitzen einen Rahmen aus Eichenbalken statt aus Blaustein. Solche wurden häufig an Neben- oder Rückseiten als günstigere Alternative eingebaut.
© Olaf RohlNeben den modern ergänzten Fassadenelementen entdeckt man an zwei originalen Steinen das Baujahr 1658. An der Seite ist ein Verkaufsfenster aus dem 18. Jahrhundert erhalten.
Besonderheiten
Ältere Fotos von 1915 und etwa 1910 zeigen eine Fassade mit veränderten Fenstern, lassen aber Spuren der historischen Fenstergrößen erkennen. Zudem diente eine Zeichnung aus den 1920er Jahren dem Architekten als Vorlage, so dass die Rekonstruktion weitgehend plausibel ist. Damit unterscheidet sich der „Domkeller“ von Haus Löwenstein, das deutlich freier wiederhergestellt wurde.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










