Das Grundstück des ehemaligen Polizeipräsidiums befindet sich an der Hubert-Wienen-Straße / Eulersweg im Aachener Norden. Es bildet einen zentralen Entwicklungsbereich innerhalb des zukünftigen Sportpark Soers zu einem „Sportpark für alle“ und umfasst eine Fläche von rund 33.350 m².
Nördlich des Grundstücks schließt die Justizvollzugsanstalt Aachen an. Im Osten befinden sich gewerblich genutzte Flächen, unter anderem eine KFZ-Prüfstelle sowie ein Hotel. Im Westen und Südwesten grenzen die Sportanlagen des PTSV Aachen, des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) sowie das Stadion Tivoli von Alemannia Aachen an. Durch seine Lage zwischen bestehenden Sport-, Veranstaltungs- und Infrastruktureinrichtungen kommt dem Areal eine besondere Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des gesamten Sportparks Soers zu.

Von der Gesamtfläche sind rund 25.700 m² beziehungsweise etwa 77 Prozent versiegelt. Davon entfallen rund 7.800 m² auf die vorhandene Bebauung. Weitere etwa 17.700 m² bestehen aus befestigten Verkehrs- und Freiflächen, die überwiegend mit Pflastersteinen sowie teilweise mit Asphalt befestigt sind.
Nachdem die Kreispolizeibehörde Aachen Anfang 2019 ihren neuen Standort bezogen hatte, wurde das Gelände aufgegeben. Seitdem wurde das Areal teilweise zwischengenutzt. Während das Hauptgebäude überwiegend leer stand und lediglich vereinzelt für Trainingszwecke der Polizeihundestaffel genutzt wurde, dienten Garagen und Werkstatt zeitweise der Feuerwehr als Lagerflächen. Das ehemalige technische Dienstgebäude wurde darüber hinaus übergangsweise als Unterkunft genutzt.
Mit der Entwicklung des Sportparks Soers wird das Areal nun einer vollständig neuen Nutzung zugeführt. Grundlage hierfür ist das Bebauungsplanverfahren Nr. 1027 - Sportpark Soers / Hubert-Wienen-Straße - mit dem die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung geschaffen werden. Ziel ist es, den Sportpark langfristig als bedeutenden Sport-, Freizeit-, Kultur- und Veranstaltungsstandort weiterzuentwickeln sowie die verkehrliche Erschließung und die erforderliche Infrastruktur nachhaltig auszubauen.
Ein wesentlicher Bestandteil der zukünftigen Entwicklung ist die Errichtung einer Multifunktionssporthalle, die gemeinsam mit weiteren Infrastrukturmaßnahmen, Freianlagen sowie einer modernen Mobilitätslösung einen neuen Eingangsbereich des Sportparks bilden soll. Das ehemalige Polizeipräsidium stellt hierfür die zentrale Entwicklungsfläche dar.
Vor Beginn dieser Neuentwicklung erfolgt zunächst der vollständige Rückbau sämtlicher Bestandsgebäude. Hierzu gehören das Hauptgebäude mit bis zu sieben Geschossen sowie Unterkellerung, die beiden Garagengebäude, die Werkstatt, der Schießstand, die ehemalige Tankstelle sowie das dreigeschossige Gebäude des Technischen Dienstes. Darüber hinaus werden sämtliche technischen Anlagen, darunter Tankanlagen inklusive Bodentanks sowie die im Werkstattbereich vorhandene Abscheideranlage, fachgerecht zurückgebaut.
Vor dem eigentlichen Abbruch werden sämtliche nachgewiesenen Schadstoffe entsprechend den geltenden gesetzlichen Vorgaben ausgebaut und getrennt entsorgt. Für die Gesamtmaßnahme ist eine Bauzeit von rund neun Monaten vorgesehen. Davon entfallen etwa fünf Monate auf die Schadstoffsanierung und rund vier Monate auf den eigentlichen Gebäudeabbruch. Aufgrund der unmittelbaren Lage innerhalb des Veranstaltungsbereiches des Sportparks werden während bedeutender Veranstaltungen wie der Reit WM erforderliche Bauunterbrechungen berücksichtigt, um einen störungsfreien Veranstaltungsbetrieb sicherzustellen.
Die Rückbaumaßnahme stellt den ersten sichtbaren Umsetzungsschritt der Entwicklung des neuen Sportparks Soers dar. Mit dem Abschluss der Abbrucharbeiten wird das Gelände für die anschließende Erschließung sowie die Umsetzung der geplanten Infrastrukturmaßnahmen vorbereitet.
Die Gesamtkosten der Rückbaumaßnahme werden zu rund 90 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Strukturförderprogramms Rheinisches Revier gefördert. Die Förderung unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die nachhaltige Stadtentwicklung sowie den Strukturwandel in der Region.
Die Rückbauarbeiten wurden im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens nach den Vorgaben des geltenden Vergaberechts ausgeschrieben. Die Vergabe erfolgte in einem zweistufigen, nicht offenen Verfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens wurde der Auftrag unter Einhaltung gesetzlicher Fristen im Juni 2026 vergeben. Der Beginn der Rückbauarbeiten erfolgt Anfang August 2026.