Nahverkehrsplan

Fortschreibung Nahverkehrsplan

Die Stadt Aachen hat ihren Nahverkehrsplan (NVP) im Jahr 2025 in Eigenregie zum dritten Mal fortgeschrieben. Der entsprechende Ratsbeschluss wurde am 19.11.2025 gefasst. Hier in der Vorlage können alle Kapitel eingesehen werden. Derzeit wird das umfangreiche Planwerk grafisch aufbereitet und zeitnah zum Download bereitgestellt.

Der NVP stellt den Rahmen für die beabsichtigte Entwicklung des ÖPNV in Aachen in den kommenden Jahren dar. Er beschreibt die wesentlichen Rahmenbedingungen und Ziele sowie die Qualitätsstandards für den öffentlichen Nahverkehr. Das Zielkonzept basiert auf einer umfassenden Bestands- und Mängelanalyse.

Das Zielkonzept geht über die reine Erweiterung des Liniennetzes oder Taktverdichtungen hinaus. Im Mittelpunkt stehen optimierte Verbindungen, barrierefreie Infrastruktur, eine intelligente Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger sowie moderne digitale Informations- und Vertriebsangebote. Der Nahverkehrsplan zeigt hierfür Entwicklungsperspektiven auf und bildet als Planwerk die Grundlage für notwendige Infrastrukturmaßnahmen und Angebotsverbesserungen.

Sachstand Liniennetzgutachten

Die Stadt Aachen hat das Busliniennetz durch einen externen Gutachter untersuchen lassen. Nach der Konzeption zweier Grobvarianten wurde deutlich, dass das angestrebte Fahrgastwachstum von 30 Prozent nicht annähernd erreicht wird. Daraufhin hat die Politik die Verwaltung beauftragt, die Aufgabenstellung anzupassen.

In einer groben Szenarienbetrachtung – losgelöst von den bisherigen Ergebnissen – wurde abgeschätzt, unter welchen Voraussetzungen eine Fahrgaststeigerung von 30 Prozent erreicht werden könnte. Diese Betrachtung stellt eine deutlich in der Zukunft liegende Maximalvariante dar. Sie berücksichtigt einen weitgehenden Systemwechsel, etwa durch Tram- und Bus-Vorrang-Achsen, die Einbeziehung der gesamten Pendlerräume in Stadt und Region sowie eine darauf ausgerichtete Siedlungsstruktur und Raumentwicklung.

Für eine kurzfristigere Betrachtungsperspektive wurde außerdem eine dritte Grobvariante mit Fokus auf bestandsorientierte Netzanpassungen entwickelt. Dabei erfolgt keine weitergehende Systemumstellung. Die Maßnahmen bauen auf dem heutigen Netz auf und verfolgen das Ziel, auf dieser Grundlage einen möglichst hohen Fahrgastzuwachs zu generieren.

Die Ergebnisse werden der Politik im Jahr 2026 vorgestellt. 

Sachstand barrierefreier Ausbau von Bushaltestellen

Der Nahverkehr muss für alle Menschen barrierefrei nutzbar sein. Die Stadt Aachen baut ihre rund 1.000 Haltestellenkanten daher nach einer Prioritätenliste barrierefrei aus.

Für den barrierefreien Einstieg in die Busse müssen die Haltestellen über eine ausreichende Bordsteinhöhe verfügen, stufenfrei erreichbar sein und eine ausreichende Bewegungsfläche vorweisen. Details sind dem Nahverkehrsplan zu entnehmen. Alle Busse der ASEAG sind mittlerweile mit Niederflurtechnik ausgestattet und verfügen über eine ausklappbare Rampe. Für sehbehinderte Menschen werden die Haltestellen mit einem taktilen Leitsystem in Form von Bodenindikatoren umgerüstet.

Ende 2025 waren rund 16 Prozent aller Haltestellenkanten vollständig barrierefrei ausgebaut. Darüber hinaus ist etwa ein ebenso großer Anteil der Haltestellenkanten als barrierearm einzustufen: Diese Haltestellen verfügen bereits über ein Hochbord für den barrierefreien Ein- und Ausstieg, jedoch noch nicht über taktile Leitelemente. Sie wurden vor 2013 errichtet, als taktile Leitelemente noch nicht zum Standard gehörten.


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