Euregiobike nimmt Fahrt auf
Seit April 2026 gibt es wieder ein Bikesharing-Angebot in der Stadt Aachen. Inzwischen rollen rund 360 Fahrräder mit Elektromotor (Pedelecs) unter dem Namen „Euregiobike“ durch Aachen und können zurzeit an 75 Stationen ausgeliehen oder abgestellt werden. Am heutigen Mittwoch, 9.September, wurde die Station „Hauptbahnhof“ eröffnet.
Am Montag, 21. September, startet eine Werbekampagne für das Euregiobike: Auf den Citylights werden 70 Poster hängen, rund 9.000 Citycards mit Gutscheincode zum Ausprobieren werden in der Stadt verteilt. Geworben wird zudem auf Flagpoles, der Infosäule am Elisenbrunnen und im Radio. Ziel dieser Werbekampagne ist, die Bekanntheit des Bike-Sharingsystems Euregiobike zu steigern und so den Umweltverbund in der Stadt und letztlich auch in der Städteregion zu stärken.
Geplant ist, 500 Fahrräder und mindestens 130 Stationen in Stadt, Städteregion und in der niederländischen Parkstad Limburg zu betreiben.
„Die Euregiobikes sind tolle Fahrräder, ich fahre gerne mit ihnen“, sagte Frauke Burgdorff, Aachens Beigeordnete für Bauen, Stadtentwicklung und Mobilität. Im Pressegespräch verwies sie auf die besondere Lage Aachens als mittelgroße Großstadt in einer hügeligen Region. „Das macht es notwendig, dass in Aachen E-Pedelecs angeboten werden und keine normalen Fahrräder“, betonte sie.
Sie sagte weiter: „Wenn wir wollen, dass unsere Umwelt sich verbessert, gehört eben nicht nur das eigene Fahrrad dazu, dann gehört auch das geliehene Fahrrad für Besuchende, Studierende und Mitarbeitende von Unternehmen dazu. Diese Flexibilität, verschiedene Verkehrsmittel im Umweltverbund nahtlos nutzen können, ist ganz wunderbar. Wir sind froh, das neue Bike-Sharing-Angebot in Aachen zusammen mit einem sehr starken und souveränen Partner entwickeln zu können.“
Der Partner der Stadt ist das Unternehmen Nextbike, das als Dienstleiter bereits in vielen Ländern und Kommunen mit seinem Fahrrad-Verleihangebot aktiv ist. „Wir mögen mittelgroße Großstädte. Für uns spielt Aachen eine besondere Rolle“, sagte Marco Weigert, Nextbike-Direktor für Deutschland, Österreich und Schweiz. Nextbike sei in Köln, Bonn und faktisch im gesamten Rheinland bislang ganz gut aufgestellt.
„Mit dem Angebot in Aachen ist ein wichtiger Ankerpunkt auch zwischen Deutschland, Niederlanden und Belgien dazugekommen“, betonte Weigert. Sein Unternehmen freue sich, „mit Euregiobike eine Lücke in der öffentlichen Infrastruktur der Region Aachen zu schließen. Mit neuen Pedelecs, einem deutlich verbesserten Angebot und der Integration in die movA-App sei inzwischen „ein attraktives, zukunftsfähiges Angebot für die Menschen der Region Aachen angeschoben“ worden.
Ausdehnung in die Region
Der Leiter des Fachbereichs Mobilität und Verkehr, Uwe Müller, hob hervor, dass das Euregiobike nicht nur in der Stadt Aachen zum Einsatz kommt. „Einige Kommunen der Städteregion hätten sich dazu entschlossen, dem Bikesharing-System „Euregiobike“ beizutreten, darunter die Städte Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen. „Überdies haben auch einige Kommunen in der niederländischen Parkstad Limburg ihr grundsätzliches Interesse bekundet, das Euregiobike-Angebot in ihren Kommunen zu etablieren“, sagte Müller. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass neue Euregiobike-Stationen im Rahmen der Aachener Stellplatzsatzung auch bei neuen Wohnprojekten eingerichtet werden.
Tarife
Für eine Einzelfahrt bis zu 30 Minuten ist ein Preis von jeweils 2,50 Euro zu zahlen. Es gibt aber auch ein Monatsabo zum Preis von 33 Euro und ein Jahresabonnement, das 264 Euro kostet.
Bis Ende des Jahres ist die Umsetzung eines „Übernacht-Tarifs“ geplant: Dann können Nutzende, die zum Beispiel spätabends an einer Bushaltestelle nicht mehr nach Hause kommen, ein Pedelec leihen, mit nach Hause nehmen und am nächsten Morgen zurückbringen.
Auch die Einführung einer Rabattierung für Nutzerinnen und Nutzer von Zeitkarten im ÖPNV, zum Beispiel mit Jobtickets, Studierendentickets, Deutschlandtickets, die bei ASEAG oder AVV gekauft werden, ist bis Ende des Jahres vorgesehen. Die erste halbe Stunde Fahrt mit dem Euregiobike kostet dann 1,50 Euro statt 2,50 Euro. Mit Hochdruck arbeiten die ASEAG, der App-Entwickler Better Mobility und Nextbike an der Einführung dieser neuen Tarife.
Vorgeschichte
Nachdem das Aachener Pedelec-Verleihsystem Velocity zehn Jahre lang ein Leihfahrrad-Angebot in Stadt und Region bereitgestellt hatte, beschloss der Stadtrat am 13. Juni 2024 die Neuausschreibung des Systems. Den Zuschlag bekam die Firma Nextbike. Der Betrieb wurde am 8. April 2026 aufgenommen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren und kann im Anschluss daran um zwei weitere Jahre verlängert werden.
Warum braucht man Bike-Sharing?
Bike-Sharing hat gerade als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit Bussen und Bahnen eine große Bedeutung. Die Leihpedelecs eignen sich für Tangentialverbindungen, für Dienstwege oder kurze und längere Strecken in der Stadt, in die Stadtbezirke und umliegenden Kommunen, weil die Fahrräder an einem Standort ausgeliehen und an einem anderen Ort wieder abgegeben werden können. Auch das Pausieren der E-Fahrräder abseits der Stationen, zum Beispiel bei einem Zwischenstopp oder Einkauf, ist problemlos möglich. Die Ausleihe läuft dann weiter.
Warum E-Bikes?
Aufgrund der Topographie in Aachen bietet sich die Elektrounterstützung beim Radfahren an, um Steigungen komfortabel zu überwinden. Damit wird das System sehr attraktiv als Verkehrsmittel für die letzte Meile oder als Rückfallebene des ÖPNV. Deutschlandweit sind die E-Bike-Systeme auf dem Vormarsch, es gibt kaum eine Neuausschreibung einer Kommune, die darauf verzichtet.
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