Erster gesamtstädtischer Nachhaltigkeitsbericht: Aachen macht Nachhaltigkeit sichtbar und lädt zum gemeinsamen Handeln ein
- Stadt Aachen legt erstmals umfassenden Nachhaltigkeitsbericht vor.
- Die Bestandsaufnahme zeigt, was bereits passiert und schafft eine Grundlage für die nächsten Schritte.
- Nachhaltigkeit lebt vom Mitmachen und Nachhaltigkeit beginnt vor Ort.
Wie nachhaltig ist Aachen heute? Was läuft bereits gut? Und wo liegen die nächsten Aufgaben? Der erste gesamtstädtische Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Aachen gibt darauf Antworten: Er bündelt erstmals die vielfältigen Aktivitäten, Strukturen und Entwicklungen der Stadt rund um Nachhaltigkeit und macht sichtbar, was in Aachen bereits bewegt wird.
Dabei reicht der Blick weit über den Klimaschutz hinaus: Der Bericht betrachtet Strategien und Projekte ebenso wie Kooperationen, Beteiligungsformate und messbare Entwicklungen. Von Klimaanpassung und nachhaltiger Mobilität über den Schutz von Natur und Artenvielfalt bis hin zu sozialer Gerechtigkeit, Bildung, Gesundheit und nachhaltigem Wirtschaften wird deutlich: Nachhaltigkeit betrifft nahezu alle Bereiche des städtischen Lebens.
„Nachhaltigkeit ist für Aachen kein abstraktes Zukunftsthema, sondern eine konkrete Aufgabe, die unsere Stadt heute und morgen betrifft. Der erste gesamtstädtische Nachhaltigkeitsbericht zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig Aachen bereits handelt und wo wir weitere Potenziale erschließen können. Gerade in Zeiten großer Herausforderungen wollen wir den Mut behalten, Nachhaltigkeit zu leben, weiter voranzutreiben und damit in die Zukunft unserer Stadt zu investieren“, sagt Dr. Michael Ziemons, Oberbürgermeister der Stadt Aachen.
Nachhaltigkeit hat viele Seiten
Der Bericht orientiert sich am Berichtsrahmen „Nachhaltige Kommune“ (BNK 2.0) und umfasst acht Steuerungskriterien, wie zum Beispiel Kommunikation und Beteiligung, Organisation und Personal, Vergabe und Beschaffung sowie Digitalisierung, Innovation und Forschung, sowie elf Handlungsfelder. Zu diesen Feldern gehören unter anderem Klimaschutz und Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft, Biodiversitäts- und Umweltschutz, nachhaltige Mobilität, Wohnen und Quartiersentwicklung, soziale Gerechtigkeit, Bildung und Kultur, Gesundheit sowie nachhaltiges Wirtschaften und globale Zusammenarbeit.
Damit wird Nachhaltigkeit ausdrücklich als Querschnittsaufgabe der Verwaltung verstanden. Ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen gehören zusammen – und nachhaltige Stadtentwicklung findet dort statt, wo diese Bereiche zusammengedacht werden. „Der Bericht ist mehr als eine Bestandsaufnahme der Stadtverwaltung. Nachhaltigkeit ist ein Gemeinschaftswerk und gut für die gesamte Stadt. Wir wollen offen auf die Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu gehen. Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Wissens- und Innovationsstadt Aachen? Wo profitiert sie von besonderem Engagement – zuletzt etwa bei Verteidigung des Status der Exzellenzuniversität?“, betont Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima, Stadtbetrieb und Gebäude der Stadt Aachen.
Gemeinsam erarbeitet, bundesweit vergleichbar
Der Nachhaltigkeitsbericht wurde im Rahmen des Projekts „BNK Bundesweit 2025“ der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ (SKEW) von „Engagement Global“ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erarbeitet. Die Begleitung der beteiligten Kommunen im Projekt erfolgte durch die Landesarbeitsgemeinschaft „Agenda 21 NRW e. V.“ (LAG 21 NRW).
In Aachen entstand der Bericht in einem fachbereichsübergreifenden Prozess. Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Fachbereiche und städtischer Einrichtungen haben Informationen zusammengetragen, Aktivitäten ausgewertet und Indikatoren analysiert. So ist ein Gesamtbild entstanden, das die vielen einzelnen Bausteine nachhaltiger Stadtentwicklung zusammenführt.
Der Bericht macht Fortschritte messbar, zeigt bestehende Aktivitäten auf und hilft dabei, Handlungs- und Entwicklungspotenziale frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig soll er dazu beitragen, Nachhaltigkeit noch stärker in alltäglichen Entscheidungen und Verwaltungsprozessen mitzudenken.
Aachen baut auf Erfahrung auf
Aachen startet dabei nicht bei null. Die Stadt kann auf eine lange Tradition des nachhaltigen Handelns zurückblicken. Bereits in den 1990er Jahren setzte Aachen mit dem sogenannten „Aachener Modell der kostendeckenden Einspeisevergütung“ Impulse für den Ausbau erneuerbarer Energien. Es folgten weitere wichtige Schritte: Aachen wurde Fairtrade Town, unterzeichnete die Musterresolution „2030 – Agenda für nachhaltige Entwicklung“ und die Circular Cities Declaration und ging mit dem Klimastadtvertrag im Rahmen der EU-Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ einen weiteren wichtigen Schritt. Der Klimastadtvertrag zeigt zugleich, dass nachhaltige Entwicklung nicht allein Aufgabe der Stadtverwaltung ist. Mehr als 150 Aachener Unternehmen, Institutionen, Vereine sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen haben sich daran beteiligt.
Der Nachhaltigkeitsbericht knüpft an diese Erfahrungen an. Er blickt zurück auf das, was bereits erreicht wurde und richtet den Blick zugleich nach vorn.
Nachhaltigkeit lebt vom Mitmachen
Nachhaltigkeit beginnt vor Ort und sie lebt vom Mitmachen. Deshalb richtet sich der Bericht nicht nur an Politik und Verwaltung, sondern ausdrücklich auch an die Aachener Stadtgesellschaft. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine, Initiativen, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen sowie weitere Akteurinnen und Akteure sind eingeladen, eigene Ideen und Projekte einzubringen, bestehende Angebote zu nutzen und gemeinsam mit der Stadt neue Wege zu entwickeln.
Der vollständige Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Aachen 2025 steht online unter www.aachen.de/nachhaltigkeit zur Verfügung und lädt dazu ein, die vielfältigen Aktivitäten und Handlungsfelder der Stadt näher kennenzulernen.
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