Reitwege und Reitbankette im Aachener Wald: Hoher Aufwand für große Sicherheit
ür viele Menschen liegt das größte Glück der Erde ja bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Und wo lässt es sich in Aachen schöner reiten als im Aachener Wald. Rund 70 Kilometer ausgewiesene Reitwege und Reitbankette gibt es auf dem Aachener Stadtgebiet. Die wollen gepflegt werden, damit sie sicher und für Reiterinnen und Reiter gut nutzbar bleiben. Vom Augustinerweg an der Eupener Straße bis Hitfeld, dem Klausbergweg, dem Osterweg bis Siebenwege und dem Postweg wurde in den letzten Wochen intensiv gearbeitet.
Viel Arbeit: Jedes Jahr wird an allen Reitwegen und Reitbanketten das Wegebankett, also der Seitenstreifen neben den Reitwegen, gemulcht und mindestens alle zwei Jahre das „Lichtraumprofil“ geschnitten, bei Hecken und wo nötig sogar jährlich, um Gefahren zu minimieren und den Reiterinnen und Reitern genug Kopffreiheit zu gewähren. Das heißt ganz konkret: Äste von Bäumen und Sträuchern, die in die Wege wachsen, werden zurückgeschnitten. Bei allen Arbeitsplanungen bleibt auch immer der ökologische Aspekt im Fokus: So werden die Wegebankette und -gräben erst relativ spät, Ende Juli, gemulcht beziehungsweise überarbeitet, so dass Insekten zu diesem Zeitpunkt genug andere Nahrung finden und die Metamorphose der Amphibien weitestgehend abgeschlossen ist. Dann stehen Gras und Unkraut schon hoch und schränken für Pferd und Reiter die Sicht auf den eigentlichen Weg ein. Wildschweine nehmen diese Bereiche auf der Suche nach Würmern und anderem Futter sehr gerne an und wühlen die Wege auf. Dadurch könnten Stolperfallen entstehen, die dann nicht mehr gut erkennbar sind. Diese müssen ebenfalls ausgebessert werden.
Die Wege werden ein knappes Jahr im Voraus, überwiegend nach Sichtkontrolle durch Mitarbeitende des Forstamts, aber auch anhand von Hinweisen aus der Reiterschaft, in Augenschein genommen und im nächsten Jahr in Angriff genommen. Natürlich sind es häufig die stark frequentierten Wege, die vorrangig überarbeitet werden müssen, aber nicht nur. In den vergangenen Jahren haben sich die zunehmenden Starkregenereignisse als wachsendes Problem erwiesen, die häufig ganze Wegpassagen beschädigen. Teilweise müssen dann komplette Wege wieder in Stand gesetzt und auch die Wasserführung stark geändert werden, wie zum Beispiel am Grünweg in den steilen Passagen.
Das Zeitfenster für die Arbeiten ist knapp: Die Wegearbeiten werden hauptsächlich durch die Reitwegeförderung finanziert und können daher nur innerhalb weniger Monate, in denen ein finanzieller Bescheid der Bezirksregierung gilt – meist zwischen frühestens Juni bis Oktober – umgesetzt werden. Alle Arbeiten, die an Drittfirmen in einem Vergabeverfahren vergeben werden, dass erst nach dem Erhalt des Bescheids startet, müssen bis Ende November mit der Bezirksregierung abgerechnet sein, so dass die absolute Deadline für die Arbeiten im Wald Mitte November ist.
Was bedeuten die Schilder? Wer darf die Wege nutzen?
Reitwege und Reitbankette sind gut sichtbar ausgeschildert. Ein großes blaues Schild – Durchmesser 42 Zentimeter – mit einem weißen Reiter darauf heißt nicht „Achtung, hier könnten Pferde kommen“, sondern es zeigt einen Weg an, den ausschließlich Reiter nutzen dürfen, also einen reinen Reitweg. Das kleinere Pendant – also ein blaues Schild mit weißem Reiter und 12 Zentimetern Durchmesser – zeigt ein so genanntes Reitbankett an, eine Reitlinie parallel neben einem Waldwirtschaftsweg. Auch dieses Bankett ist allein für Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden reserviert. Umgekehrt gilt aber auch: Reiterinnen und Reiter dürfen nur auf Reitwegen und Reitbanketten reiten. Andere Wege dürfen sie nur nutzen, wenn sie ihre Tiere am Zügel führen.
Diese strikte Trennung dient der Sicherheit aller Waldbesucherinnen und -besucher: Pferde sind Fluchttiere und ihre Reaktionen– Durchgehen, Treten, Steigen oder ähnliches – auf unerwartete Situationen sind nicht immer vorhersehbar. Gesonderte Wege für Ross und Reiter oder Reiterin dienen also zum Schutz.
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