Kooperation mit der TH Köln: Restaurierung von Pergament-Urkunden des Stadtarchivs Aachen
Das Stadtarchiv Aachen bewahrt einen sehr umfangreichen Urkundenbestand. Viele dieser Archivalien müssen weiterhin konservatorisch und restauratorisch bearbeitet werden. Eine bewährte Kooperation mit der TH Köln, der regelmäßig eine gewisse Anzahl an Urkunden zur Restaurierung zur Verfügung gestellt werden, erlaubt weitere Schritte in diesem Bereich.
Im Oktober 2025 wurden im Rahmen dieses Kooperationsprojekts zehn historische Pergament-Urkunden aus dem Stadtarchiv Aachen an den Fachbereich Restaurierung und Konservierung von Schriftgut, Grafik, Buchmalerei und Fotografie der TH Köln übergeben. Die Urkunden stammen aus dem großen und über viele Jahrhunderte reichenden Familienarchiv von Coels. Die älteste der restaurierten Pergamenturkunden ist auf den 20. Dezember 1445 datiert, die jüngste auf den 6. Juli 1776.
Die Urkunden wiesen alle verschiedene Schadensbilder auf, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte entstanden sind. Sie waren verschmutzt, durch Wasserschäden verwellt, geschrumpft und verfärbt, hatten Knicke und Löcher. Die roten, grünen und braunen Wachssiegel waren teilweise abgefallen oder beschädigt und mussten ebenfalls restauriert sowie gesichert werden. Ziel war es, die Urkunden so zu restaurieren, dass sie durch Benutzung nicht weiter beschädigt werden und flach aufgefaltet aufbewahrt werden können. Nun können sie auch gescannt werden. Die bearbeiteten Urkunden wurden einzeln auf säurefreie Pappen montiert und in Archivmappen umgebettet.
Die Studierenden, die angehende Restauratorinnen und Restauratoren sind, und sich der Archivalien unter Anleitung von Frau Prof. Dr. Pataki-Hundt annehmen, haben alle bereits mindestens ein Jahr Praxiserfahrung in der Restaurierung von Archivalien aus Papier, Pergament und Leder. In thematischen Praxisblöcken werden dann beispielsweise Pergament-Urkunden restauriert und jeder Schritt fotografisch und schriftlich dokumentiert.
Die abgebildete Pergamenturkunde ist vom 13. Mai 1486. Sie ist nur 7,5 cm hoch und 28 cm breit, sie hat neun Pergamentpressel, an denen einmal Wachssiegel befestigt waren; nur ein grünes Wachssiegel ist noch teilweise erhalten.
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