Peterstraße 22–24
Denkmal #33
Einleitung
Anders als die übrigen Objekte der Expedition Altstadt sind die Häuser an der Peterstraße Ergebnis einer frühen städtischen Sanierungsplanung aus den 1930er Jahren. Diese ähnelte in ihren Grundzügen den späteren Sanierungskonzepten der Nachkriegszeit. Dazu gehörten auch Diskussionen um den Erhalt von Gebäuden und Überlegungen zur Translozierung von Fassaden, deren Umsetzung jedoch nicht erfolgt ist.
Bewegte Geschichte
Das Gebäude Peterstraße 22–24 wurde um 1940 als Stadtbibliothek und später Stadtbücherei errichtet. Bücherei und Bibliothek bedeuten in Aachen erst seit den 1970er Jahren dasselbe. Seit 1831 war die Stadtbibliothek, im Wesentlichen eine private Sammlung wissenschaftlicher Bücher für das Bildungsbürgerturm, zunächst im Rathaus, danach in der Alten Redoute und am Fischmarkt untergebracht. Eine öffentlichere Nutzung wurde mit der Gründung der Stadtbücherei angestrebt, die 1940 in die Peterstraße zog und später mit den Beständen der Bibliothek zusammengelegt wurde. Nach einigen Kriegsschäden wurde das Gebäude saniert und 1957 rechtsseitig ein Baukörper mit Durchfahrt im Erdgeschoss angeschlossen. 1980 zog die Stadtbibliothek zur Couvenstraße.
Spurensuche
Die gesamte Baureihe weist, da sie einer einheitlichen Planung entstammt, ähnliche Bauhöhen, strenge Formgebung und gleichartige Materialien, nämlich Backstein und Naturstein, auf. Besonders an der Nr. 22–24 ist der mehrgeschossige Standerker, der in die Straßenflucht vorspringt. Hier sind über dem ersten Obergeschoss die Wappen von Kohlscheid, Richterich und Aachen angebracht. Unter den Balkonen rechts befinden sich verschiedene Portraitdarstellungen. Die große Wandfläche mit dem thematisch passenden Relief über der Durchfahrt markiert den Anbau von 1957.
© Stadt AachenDas Haus wurde als Stadtbücherei errichtet. Unter den Balkonen rechts am Gebäude sind verschiedenen Portraitdarstellungen zu finden. Der Anbau von 1957 gliedert sich mit einem thematisch passenden Relief in die Gestaltung ein.
Besonderheiten
Die 1950er Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs und des Neuanfangs. Diese Mentalität lag auch der Erweiterung 1957 zugrunde, welche die bis dato getrennte Bücherei mit der Bibliothek an einem Ort zusammenführte und um ein Angebot speziell für Kinder und Jugendliche bereicherte. Denn gerade die Bücherei bot neue Möglichkeiten des Austauschs und der Teilhabe, der Freizeitbeschäftigung und Bildung – wichtige Aspekte einer modernen Zivilgesellschaft.
Bildergalerie
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Translozierung
Die Methode der Translozierung war bereits in der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Durch sie konnte alter Baubestand gerettet und wiederverwendet werden. In Aachen wurde diese Methode auf besondere und umfangreiche Weise angewendet.










