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Eine ständige Baustelle
Anders als moderne Stahlwerke ist der Aachener Hütten-Aktien-Verein nicht am Reißbrett entstanden, sondern organisch gewachsen. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1845 glich das Hüttenwerk einer ständigen Baustelle. Wirtschaftliche Expansion, die Einführung neuer Verfahren und Techniken brachten es mit sich, daß immer etwas erweitert, umgebaut oder demontiert wurde.
Bei den Hallen handelte es sich um reine Zweckarchitektur ohne ästhetische Ansprüche. Sie waren nicht mehr als eine schützende Hülle für die wertvollen Maschinen in ihrem Inneren. Die Profileisen für den Stahlskelettbau wurden natürlich im eigenen Haus gewalzt.
Arbeitsteilung im deutschen Zollverein
Hochöfen, die das Eisenerz zu Roheisen verhütten, gab es in Rothe Erde nicht. Zu diesem Zweck verfügte der Verein seit 1892 über eigene Hütten und Erzgruben in Luxemburg, das zum Deutschen Zollverein gehörte, sowie in Lothringen, seit 1871 Teil des Deutschen Reichs. Von hier aus wurde das Roheisen zur Weiterverarbeitung mit der Eisenbahn nach Aachen transportiert. Kohle und Koks wurden hingegen von der Muttergesellschaft, der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft, aus dem Ruhrgebiet bezogen.
Abbildungen
1 Blick von Aachen Forst auf das Thomas-Stahlwerk (rechts) und Siemens-Martin-Stahlwerk (links).
2 Außenansicht des Thomasstahlwerks. Im Hintergrund erkennt man die “Gelbe Kaserne“ im Ostviertel, Düppelstraße.
3 Import aus dem Pott: Kohle und Koks kamen via Eisenbahn aus dem Ruhrgebiet.
4 Rein funktional: Die Walzwerke mit Lagerplatz.
5 Ein Blick aus luftigen Höhen über Werk und Ostviertel (rechts erkennt man den hohen Kirchturm der Josefskirche)
6 Grubenfahrt durch eine vereinseigene Zeche in Audun-le-Tiche (Deutsch-Oth) / Lothringen.
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