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European Energy Award®



 

Aachen wird erneut mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet

Die Stadt Aachen nimmt seit Mitte 2009 teil am internationalen "European Energy Award® (eea)", einem Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem für Kommunen. Am 13. Oktober 2011 wurde die Stadt das erste Mal durch Umweltminister Johannes Remmel mit dem Gold-Award für ihre bisherigen Leistungen im Bereich Energie und Klimaschutz ausgezeichnet. Im Sommer 2015 hat sich die Stadt dem Re-Audit gestellt. Sie konnte sich trotz inzwischen gestiegener Anforderungen von 80 auf 83 Prozent der möglichen Punkte im Bewertungssystem verbessern. Daher erhält sie am 18. November 2015 wieder den Gold-Award.


Verleihung des European Energy Award (eea) in Gold an die Stadt Aachen im Jahr 2015 - Foto: © eea-Agentur NRW

Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim "European Energy Award" (eea) um ein internationales Zertifikat. Mit dem eea® werden die Klimaschutzaktivitäten von Kommunen kontinuierlich erfasst, bewertet und die Fortschritte im kommunalen Klimaschutz regelmäßig überprüft. Inzwischen beteiligen sich über 1340 Kommunen in elf Ländern am eea, davon sind 780 zertifiziert.

In Deutschland nehmen 272 Städte, Gemeinden und 45 Kreise teil, dabei liegt Aachen auf Platz 7. Unter den deutschen eea-zertifizierten Städten mit über 100.000 Einwohnern belegt Aachen sogar Platz 2 hinter der Stadt Münster.

Präsentation zur eea-Veranstaltung im Aachener Rathaus am 18. November 2015  

  

Aachen ist vielfach Vorreiter

Eine Bandbreite von Klimaschutzaktivitäten der Stadt Aachen wurde im Rahmen des eea bewertet und in den interkommunalen Vergleich gestellt. In vielen Bereichen war Aachen Vorreiter. Dazu zählen zum Beispiel:

  • das Aachener Modell einer kostendeckenden Einspeisevergütung für Elektrizität aus Solar- und Windanlagen, das Pate für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stand
  • die erste Solarfassade am STAWAG-Gebäude
  • das Fernwärmenetz
  • die ersten LED-Ampeln. 

Viele aktuelle Projekte verhalfen zur guten Bewertung im eea-Re-Auditierungsverfahren 2015. Sie sind angesiedelt in den Sachgebieten Stadtentwicklung, Kommunale Gebäude, Kooperationsprojekte, Energieversorgung und Mobilität:

Stadtentwicklung

Viele aktuelle Projekte verhalfen zur guten Bewertung im eea:. Im Bereich Stadtplanung konnte die Stadt mit dem „Masterplan*Aachen2030“ punkten, der unter breiter Beteiligung zahlreicher Akteursgruppen entstand. Auch mit der Erstellung eines neuen Verkehrsentwicklungsplans (VEP) geht die Stadt den Weg eines intensiven Beteiligungsprozesses.

Die Stadt Aachen baut ihre Vorreiterstellung im Klimaschutz bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels aus. Sie ist nicht nur der Initiative europäischer Bürgermeister „Majors Adapt“ beigetreten, sondern legte im Jahr 2013 ein Anpassungskonzept für den Klimawandel vor. Aspekte des Stadtklimas stehen darin im Mittelpunkt. Die  Stadt- und Landschaftsräume, die durch Hitze zusätzlich belastet werden, wurden in der Studie deutlich herausgearbeitet. Das Klimafolgenanpassungskonzept wird in der Stadtentwicklungsplanung bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans 2030 berücksichtigt.

Kommunale Gebäude

Im Rahmen des eea® wird auch das städtische Gebäudemanagement bewertet. Mit den Aachener „Planungsbausteinen“ hat es sich zu besonders nachhaltigem Bauen und Sanieren verpflichtet. Nahe am Passivhausstandard wurden Gebäude mit sehr niedrigem Energieverbrauch errichtet: die Leitstelle der Feuerwache, das Jugendzentrum Cube, das Familienzentrum Sandhäuschen sowie die neuen Mensen am St. Leonhard- und Couven-Gymnasium. Hohe energetische Anforderungen beachtet das Gebäudemanagement auch bei der Sanierung von Kindertagessstätten (KiTA) und Schulen, so bei der Grundschule Driescher Hof und bei den KiTas Am Höfling sowie Elsassstraße.

Kooperationsprojekte

Die Stadt Aachen setzt sich seit vielen Jahren intensiv für die energetische Modernisierung privater Gebäude ein. Seit 2012 wurden im Quartier Aachen-Nord die Aktivitäten in Form von Beratungen und Veranstaltungen durch altbau plus so verstärkt, dass die Sanierungsquote in diesem Stadtteil vervierfacht werden konnte. Auch die Stadt selbst strebt gemeinsam mit der städtischen Wohnungsgesellschaft gewoge mit der vierjährigen Umbauphase von rund 400 Wohnungen im Projekt EU-GUGLE Energieeinsparungen von über 60 Prozent im Wohnungsbestand an. Im Umfeld der Joseph-von-Görres-Straße wurden bereits mehrere große Wohnhäuser umfassend saniert.  Besonders innovativen Charakter hat die Nutzung von Kanal-Abwärme zur Beheizung eines Teils der schon sanierten Wohnungen im Wiesental.

Energieversorgung

Im eea-Auditierungsverfahren wird auch die Energieversorgung durchleuchtet. Die kommunalen Stadtwerke STAWAG engagieren sich in vielen Bereichen außerhalb der klassischen Geschäftsfelder, zum Beispiel beim Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität und der Flotte von Elektrofahrzeugen bei Stadt und städtischen Unternehmen sowie der Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energien. Die Stadt Aachen hat neue Flächen als Windkonzentrationszonen ausgewiesen, auf denen die STAWAG Anlagen bauen will. Bei Realisierung aller ausgewiesenen Standorte ist eine 30-prozentige Deckung des Haushaltsstroms durch Windenergie möglich.

Mobilität

Der Umweltverbund wird gestärkt durch weitere Radschutzstreifen und -Abbiegeflächen für Radler, verbesserte Buslinien mit mehr Umsteigemöglichkeiten und Taktungen bis zur verkehrsberuhigenden Umgestaltung des innerstädtischen Hochschulbezirks am Templergraben prägen den Bereich der nachhaltigen Mobilität.

Viel Engagement steckt die Stadt gemeinsam mit zahlreichen Akteuren in den Ausbau der Elektro-Mobilität. Die Bandbreite erstreckt sich von der Entwicklung des Streetscooters und eines Pedelec-Verleihsystems über die Schaffung einer Ladeinfrastruktur bis zum Umbau eines der beiden Gelenkhybridbusse zu einem reinen Elektrobus. Die Zahl der Elektro-Autos im städtischen und Stawag-Fuhrpark ist bis Mitte 2015 auf 40 Fahrzeuge angewachsen.

  

Aktueller Bericht 2015

Die Ergebnisse der Analyse energierelevanter Maßnahmen und die geplanten Projekte sind im eea-Bericht zusammengefasst: eea®-Bericht der Stadt Aachen 2015 - Externes Audit 2015 (pdf)

Durch die eea-Erfassung wurde ein guter Überblick geschaffen, der es ermöglichte, weitere Potenziale auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz, Energieeinsparung und Nutzung erneuerbarer Energien zu erschließen. Knapp 130 Projekte für die nahe Zukunft wurden erarbeitet und sind in einem energiepolitischen Arbeitsprogramm zusammengefasst. Es stellt somit eine Gesamtschau der Aktivitäten der Stadt Aachen zur Erreichung der Klimaschutzziele dar. Dieses Programm bzw. die Umsetzung der dort aufgeführten Maßnahmen wird nun regelmäßig kontrolliert.

  

Energieteam in der Stadtverwaltung

Da Energie und Klimaschutz in der Stadtverwaltung fachbereichs- und dezernatsübergreifend bearbeitet wird, wurde ein Energieteam gegründet, in dem Vertreterinnen und Vertreter der Fachbereiche und Institutionen vertreten sind, die sich mit den energie- und klimaschutzrelevanten Themen befassen. Die Mitglieder des Energieteams in Aachen kommen aus folgenden Arbeitsfeldern: Aachener Stadtbetrieb, Gebäudemanagement, Umwelt, Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Stabsstelle Klimaschutz, Wirtschaftsförderung, Presse und Marketing sowie STAWAG.

  

Ansprechpartner / Kontakt

eea® - Projektkoordination
Stabsstelle Klimaschutz
Dr. Maria Vankann
fon: 0241 / 432-7523
maria.vankann@mail.aachen.de

  

Weitere Informationen

Berichte in Kurzfassung

Sachstandsbericht 2010 (pdf)
Sachstandsbericht 2011 (pdf)
Sachstandsbericht 2012 (pdf)
Sachstandsbericht 2013 (pdf)
Sachstandsbericht 2014 (pdf)
Sachstandsbericht 2015 (pdf)

   

Berichte in Langfassung

eea®-Bericht der Stadt Aachen 2009 (pdf)
eea®-Bericht der Stadt Aachen 2011 (pdf)
eea®-Bericht der Stadt Aachen 2012 (pdf)
eea®-Bericht der Stadt Aachen 2013 (pdf)
eea®-Bericht der Stadt Aachen 2014 (pdf)

eea®-Bericht der Stadt Aachen 2015 - Externes Audit 2015 (pdf)

   

Allgemeine Infos zum eea®: www.european-energy-award.de