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OGS-Ausbau: Das Konzept der "Neuen Mitte"

OGS-Ausbau: Das Konzept der "Neuen Mitte"

Konzept für gestiegene Bedarfe bei steigender OGS-Auslastung

Projektstart 2016, Planungen fortlaufend...

Anlass:
Bei der Einführung der Offenen Ganztagsschule (OGS) 2003-2005 (>> OGS-Programm) wurde mit einem Anteil von ca. 35% gerechnet, also beispielsweise für 70 von 200 Kindern einer zweizügigen Grundschule. Das Konzept wurde sehr gut angenommen, inzwischen liegt der Anteil der OGS-Schüler bei 70% bis teilweise 100%. Ebenfalls entwickelt haben sich weitere Anforderungen und Raumbedürfnisse durch Inklusion und Sonderförderbedarfe. 

Auf die geänderten Bedürfnisse und teils daraus resultierenden neuen Bedarfe, insb. im Bereich der Mittagsverpflegung, wird mit hier beschriebener Vorgehensweise reagiert.

Vorgaben:
In einem ersten Schritt der Untersuchung zur Bedarfsanpassung wurden 12 Schulen vorausgewählt. Ziel des sog. "12-Schulen"-Programms war es, Grundlagen und Möglichkeiten für den weiteren OGS-Ausbau, insb. die Verpflegungssituation, zu entwickeln. 
Eine grundsätzliche Vorgabe besteht dabei darin, dass ALLE Räume, insb. Klassenräume, ganztags multifunktional genutzt und in den OGS-Betrieb einbezogen werden. Zusätzliche Bedarfe sind grundsätzlich im Bestand umzusetzen.

Vorgehensweise: "Leistungsphase minus1"

Analyse (Lernphase)
•  Begehungen aller 12 Schulen gemeinsam mit Schulbetrieb, Direktion und Gebäudemanagement
•  Erfassung aller Flächen, Räume und aktueller Nutzungen, Besonderheiten Bestandsgebäude
•  Erläuterung des jeweiligen OGS-Systems  (ein interessantes Zwischenergebnis: Nicht zwei der Schulen führen das gleiche OGS-Prinzip.)
•  Erörterung soziale oder pädagogische Besonderheiten
•  Erläuterung Defizite
•  Analyse erfolgreich gelebter Lösungsansätze bei Raumknappheit
•  Analyse Zusammenhänge und Abhängigkeiten, Analyse der Auswirkungen verschiedener inhaltlicher Aspekte und Begebenheiten auf den Raumbedarf

Analyse

Zwischenbilanz:
Die Funktionsweisen, Anforderungen und Raumbedürfnisse der Schulen sind genauso heterogen, wie die Gebäude selber. Dazu kommt, dass das ganze System Schule sich zurzeit entwickelt und verändert und sich Anforderungen auch relativ kurzfristig in Abhängigkeit von der Schüler- und Lehrerzusammensetzung ändern können (Stichwort Inklusion).

Hier reicht ein allgemeines Raumprogramm als Planungsgrundlage für eine optimierte und effiziente Ausbaukonzeption nicht aus. Minimal- oder Maximalangaben würden nicht zufriedenstellend und ausreichend zukunftssicher auf die individuellen Bedürfnisse und Zusammenhänge eingehen. Dazu haben bauliche Reaktionen lange Vorlaufzeiten und hohe Kosten.  Wie geht man damit um?!

Zentrale Frage:
Was brauchen unsere Schulen, um heute, aber auch morgen zu funktionieren!

Wie können Schulen und Ihre Gebäude auf die Bedürfnisse reagieren?

Wie stellt man sicher, dass die Schulen auch für sich ändernde Bedürfnisse gerüstet sind?

Was ist gleichzeitig im Bestand umsetzbar?! Was ist tolerierbar, was ist kompensierbar und wann sind Grenzen erreicht?

Wie können individuelle bereits gelebete Teillösungen integriert werden?


Die Antwort auf ein Bedürfnis muss dabei nicht immer ein baulicher Bedarf sein. In einem Lösungskonzept sind alle Möglichkeiten, auch organisatorische und inhaltliche, zu bedenken - hier sind die folgenden Ansätze des Gebäudemanagements als Teillösung aus gebäudetechnischer Perspektive betrachtet.

Auf Grundlage der Erfahrungen und Erkenntnisse wurde in einem intensiven Arbeitsprozess folgendes Konzept entwickelt:

Antwort:

Konzept der "NEUEN MITTE" - Kernaussage:
Eine "Mitte" aus multifunktions-tüchtigem Großraum und Mensa funktioniert wie eine flexible Pufferzone und hilft jeder Schule, egal für welchen Bedarf.

Sind darüber hinaus möglichst viele Rahmenbedingungen optimiert (Garderobe, Lager, baul. Zusammenhänge, Akustik), sind einzelne, kleinere Raum- und Funktionsdefizite eher kompensierbar.

Die NEUE MITTE (Konzeptphase)
Was bedeutet das konkret?! Drei Aspekte wären gleichzeitig zu erläutern: Was braucht Multifunktionalität, welche Rahmenbedingungen bzw. Kriterien sind wie optimierbar, und wie stellen sich die Zusammenhänge dar?!

Zusammenhang 534

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1. Multifunktionalität:

Was

Multifunktionalität am Beispiel eines Großraums:
Die typische Nutzung für eine Aula oder einen Großraum ist die "Präsentation", dafür werden meist Bestuhlungen, eine Bühne und ggf. Bühnenmaterial benötigt. Wird der gleiche Raum für Bewegung zum Beispiel im Rahmen der OGS, genutzt, müssen die Stühle weichen und ggf. Matten und Spielmaterial her. Oder es finden Kurse oder sonstige Spiele statt, dann muss das zugehörige Material her, Tische, ggf. Regale oder Boxen mit Material. Aber auch im gesamten Tageslauf muss der Raum ggf. als Ausweichbereich oder für Differenzierung genutzt werden, dafür werden z.B. bestimmte Gruppenmöbel oder eine Präsentationsfläche/Tafel benötigt, sowie wiederum andere Materialien.

Aula

Wenn diese Funktionen ín einem Raum stattfinden können, kann man von multifunktionaler Nutzung sprechen. Je mehr Nutzungen gleichzeitig stattfinden können, desto höher der Grad der multifunktionalen Ausnutzung. Dafür muss der Raum aber auch einiges bieten:

1. Fläche: Selbstredend ist je mehr möglich, je mehr Fläche zur Verfügung steht.
2. "Direkt-Lager": Nur wenn die benötigten Materialien ohne Aufwand und insb. auch durch die Schüler unmittelbar greifbar sind, werden die geplanten Nutzungen auch gelebt. Die Praxis zeigt: Müssen Materialien erst aufwändig herbeigesammelt werden, wird es im Alltag einfach nicht erfolgen.
3. Möbel: Hier gilt ein hoher Anspruch an Flexibilität und Multifunktionalität, außerdem müssen sie geeignet sein, von Schüler hin- und her geräumt zu werden. Möbel können z.B. gleichzeitig Stauraum, Sitzmöglichkeit, Sichtschutz und Schallabsorber sein.
4. Akustik: Die Schalleigenschaften müssen die unterschiedliche Nutzungen unterstützen und im Idealfall gleichzeitig zu lassen.

Je optimierter diese Aspekte sind, desto multifunktionaler ist der Raum.

Multi

Multifunktionale Klasse und Inklusion:
Die Anforderungen an einen "normalen Klassenraum" bestehen heute insb. darin, dass - jenseits vom Frontalunterricht - unterschiedliche Arbeitsweisen, in Paar-, Gruppe- oder Einzelarbeit, stattfinden. Die Grundlage für Inklusion setzt hier an: Die genannten Abläufe müssen simultan zu z.B. zusätzlicher Einzelförderung durch den anwesenden Sonderpädagogen möglich sein. Hier wird deutlich, wie Multifunktionalität und Inklusion verknüpft sind.

Grenzen der Multifunktionalität:
Multifunktionalität hat Grenzen, individuell abhängig von der Begebenheit! Selbstredend ist es selbst im bestausgestatteten Raum nicht sinnvoll, gleichzeitig einen Chor und eine Stillarbeit auszuführen. Die Nutzer müssen für sich selbst entscheiden, welche Funktionen wann und in welcher Form sinnvoll zu kombinieren sind.

Gewichtungen und Kriterien:

Übersicht Einfluss 534

Multifunktionale Mitte aus Mensa und Großraum:
Gibt es eine funktionierenden, möglichst zusammenhängenden Bereich mit einem ausreichend dimensionierten Großraum und einem Speiseraum mit möglichst 70 Plätzen (Grundlage für die Verköstigung für 200 Kinder in 3 Schichten), die den ganzen Tag genutzt werden können und auch genutzt werden, dann ist das der größte und flexibelste Puffer. Hier kann mit größeren oder kleineren Gruppen gearbeitet oder gespielt werden. Dies ist die Essenz aus den Erfahrungen der Analyse ("Lernphase"): Gibt es diesen Puffer, spielen im Vergleich von größeren und kleineren Schulen einzelne Flächen oder Quadratmeter gar keine so große Rolle mehr.  Eine kleine Schule mit einer multifunktionalen Mitte und guten Kriterien ist zufriedener, als eine größere Schule mit mehr Flächen und Räumen.

Hier liegt der Ansatz, Schulen auf das Vorhandensein einer solchen multifunktionalen Mitte zu überprüfen und im Notfall eben eine "NEUE MITTE" zu schaffen.

Einfluss Nutzer:
Essentiell ist auch hier der organisatorische Einfluss der Schule. Wurde eine Neue Mitte geschaffen, ist es Aufgabe der Nutzer, Funktionen und Raumnutzungen zu überdenken, ggf. umzustrukturieren und zu verlagern, um die zufriedenstellenste Ausnutzung zu finden.

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2. Kriterien:

Kriterium Garderobe:
Den zweitgrößten Einfluss auf funktionierende Räumlichkeiten hat tatsächlich die Garderobe. Klassen sind dafür das Paradebeispiel: Oftmals müssen Jacken- und Taschen aus Brandschutzgründen statt im Flur wieder in der Klasse untergebracht werden. Ein Klassenraum hat in der Regel eine Tafel- und eine Fensterseite. Wird die dritte von einer Garderobe belegt, bleibt nur eine für weitere Funktionen. Gibt es irgendwie die Möglichkeit, Taschen, Schuhe oder zumindest Jacken an anderer, ggf. zentraler Stelle unterzubringen, gewinnt der Klassenraum Fläche, die z. B. für Kuschelecken oder Material im Ganztag genutzt werden können. Außerdem werden insb. im Altbau oft die schönsten potentiellen Differenzierungs- oder Rückzugsräumchen durch Garderoben blockiert.

Bauliche Zusammenhänge:
Die schönste Mensa lässt sich nicht so eng in den Vor- und Nachmittagsbereich einbinden, wenn sie 100 Meter entfernt liegt. Sobald die Schüler und Lehrer z. B. durch den Außenbereich dorthin gelangen müssen, besteht auch wieder der Bedarf noch Garderobenbereichen. Die Aufsichtssituation spielt hier ebenfalls eine Rolle.

Lager:
Selbst ein kleiner Lagerbereich insb. für Möbel oder z.B. Bühnenmaterial im guten baulichen Zusammenhang fördert die multifunktionale Nutzbarkeit eines Großraums beachtlich.

Akustik:
Die Akustik nimmt eine Sonderstellung ein: Zum einen, da sie ein Aspekt ist, der u. U. einfacherer zu optimieren ist als z.B. ein gänzlich fehlendes Lager. Zum anderen wird der Effekt oft unterschätzt: Eine kleine Mensa mit geeigneter Akustik kann für Schüler und Lehrer angenehmer wirken, als eine größere mit einem unangenehmen Lautstärkepegel. Tatsächlich werden leise Räume größer wahrgenommen. 

Dies ist ein gutes Beispiel, wie die Optimierung eines Einzelkriteriums effektiver sein kann, als einfach nur zusätzliche Fläche.

Ergebnis:
Ist eine multifunktionstaugliche Mitte vorhanden, und sind alle Einzelkriterien optimiert, sind diese Verbesserungen wichtiger, als die Ergänzung von einzelnen Kleinräumen oder Flächen.

Ziel der Überprüfungen sollte also sein, mit möglichst effizienten Wegen Schülern und Lehrern die bestmöglichsten, räumlichen Bedingungen zu bieten - umsetzbar und finanzierbar für alle Schulen, sowie gleichzeitig Verantwortung tragend für Schulen und die Unterhaltung von Schulgebäuden in der Zukunft.

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3. Zusammenhänge

Beispielsammlung zur Bildung einer „NEUEN MITTE“ und ganzheitlicher Betrachtung:

Einfluss der Multifunktionalität auf die Architektur
Um einen Raum unter den genannten Aspekten wirklich auszunutzen, muss auch das bauliche Konzept überdacht werden. Für einen Großraum/Aula zeigt sich beispielsweise: Bodenhohe Fensteranlagen sind beliebt und optisch ansprechend, ein tiefe Brüstung kann aber gleichzeitig für Stauraum als auch als Sitzlaibung genutzt werden.

Ein Bühnenbereich, der klassisch als Nische konzipiert ist, kann außerhalb der Nutzung „Bühne“ z.B. durch einen Vorhang oder schallabsorbierende Möbelwände separiert und als Differenzierungsbereich genutzt werden. Entsprechend wäre dann eine natürliche Belichtung wünschenswert.

So sind alle Bauteile unter den Aspekte der Multifunktionalen Mitte neu zu überdenken.

Einfluss der Multifunktionalität auf die Technik
Die technischen Konzepte müssen sich ebenfalls anpassen: Jedes Stück Wand, dass nutzbar ist und nicht durch einen Heizkörper blockiert ist, ist hilfreich und bietet Platz für Stauraum, schallrelevante Oberflächen oder Präsentationsflächen – im besten Fall kann ein Wandabschnitt übrigens alles gleichzeitig. Oft bietet sich hier die Deckenstrahlheizung als Lösung an, ist jedoch gleichzeitig mit den schalltechnischen Anforderungen der Deckenfläche zu planen!


Nutzerbeschränkung und Versammlungsstätten
Insb. beim Neubau eines Großraums kann man es sich nicht mehr „leisten“, an der Nutzbarkeit im Sinne einer Beschränkung der Personenanzahl zu sparen. Es sollten in einem frühen Planungsstadium alle Weichen für eine Versammlungsstätte gestellt werden – das betrifft die Architektur sowie die Technik. Dann können auch die Kosten für einen solchen Mehraufwand durch intensive Planungsüberlegungen und Optimierungen kontrollierbar bleiben.


Speiseraum:
Die Dimensionierung eines Speiseraums ist gleichzusetzen mit der Entscheidung, wie viele Kinder gleichzeitig Essen müssen:

Essens-Schichten:
Manche Schulen arbeiten mit kurzen, 20 minütigen Essensgruppen, dafür z.B. in vier Schichten und jeweils nur mit 40-50 Kindern. Andere Schulen benötigen wesentlich mehr Zeit, würden idealerweise mit je 100 Kindern in zwei Schichten essen. Vorgabe:  Festgelegt wurde, dass ein Speiseraum mit 70-75 Essensplätzen vorhanden sein sollte. Das bedeutet, Essen in drei Schichten.

Ganztägige Nutzung des Speisebereiches:
Diese Fläche ist vor und nach dem Essen als Teil des multifunktionalen Ganztages zurechnen. Ergo muss sie möglichst zusätzlich zu bestehenden Mehrzweckräumen oder Klassen bereit stehen.

Organisatorische Entscheidungen Speisung:
Der Schule steht es dann frei, mit weniger Kindern in mehr Schichten zu essen, oder in weniger  Schichten und z.B. mittels Essenwagen in weitere Räume auszuweichen. Alle Varianten werden bereits praktiziert.

Bestandsküche:
Die Aufrüstung der Bestands-Küche ist dabei in den meisten Fällen relativ unproblematisch. Die Kapazität begrenzt – einige Aspekte vorausgesetzt - meist nur die Anzahl gleichzeitiger Essen, nicht die Gesamtanzahl.

Küche:
Wird eine Küche neu installiert gelten die vollen Anforderungen der Hygienevorschriften für die volle Anzahl von Essen. Diese summieren sich im Falle einer zweizügigen Grundschule auf ca. 80 m² - für  Küche, Ausgabe, Lager und Personalbereich.


Bauliche Trennung:
In manchen Fällen ist es eine multifunktionale Mitte aus Großraum und Mensa in einem guten, baulichen Zusammenhang nicht sinnvoll herstellbar - beispielsweise wäre in manchen Fällen die Umlegung einer gesamten Küchentechnik nötig, damit ginge der Bestandschutz verloren und Kosten und Nutzen stehen in keinem vertretbaren Verhältnis. Dann kann der  Schule mit diesem Budget an anderer Stelle wesentlich effizienter geholfen werden. Bei jeder Überlegung sind alle Parameter miteinzubeziehen.


Brandschutz und Flächennutzung:
Zur genauen und ganzheitlichen Untersuchung (insb. im Bestand, aber auch vorausschauend in der Planungen von Neu- und Erweiterungsbauten) gehört vor allem die Prüfung und Hinterfragung, ob brandschutztechnische Einschränkungen durch angemessene Maßnahmen reduziert oder aufgehoben werden können:

Brandschutz und Garderobe:
Das betrifft v. a. die Nutzbarkeit von Rest- oder Flurflächen für bspw. Garderobe. Darf beispielsweise durch den Einbau einer qualifizierten Tür oder Glastrennanlage in einem Flur dieser wieder für Garderobe genutzt werden, ist der Raumgewinn in den Klassen durch Auslagerung der Garderoben oft enorm und gemessen am finanziellen Einsatz sehr kosteneffizient.

Brandschutz und beschränkte Nutzeranzahl:
Ein anderes Beispiel ist Freigabe von Nutzeranzahl-beschränkten Bereichen. Selbst wenn beispielsweise die Schaffung eines zweiten baulichen Rettungsweges auf den ersten Blick zu kostenintensiv wirkt: Kann dadurch plötzlich ein ganzes Dachgeschoss genutzt werden, ist dies ein sehr effizienter Weg, um „neue“ Fläche zu schaffen.


Raumteilung:
Viele gelebte Beispiele belegen den Vorteil der Unterteilung bzw. der Ab-Trennung kleinerer Bereiche in mittelgroßen Bestands-Räumen: Beispielsweise ein kleiner, mit Glaswand abgetrennter Bereich innerhalb eines Mehrzweckraums dient als Besprechungsmöglichkeit unter vier, sechs oder mehr Augen, als Raum für Büroarbeiten (abschließbare Materialschränke), und gleichzeitig als Rückzugsecke für Kinder (Kuschelecke) – während nebenan im größeren Bereich unter gleicher Aufsicht andere Funktionen stattfinden können.

Verkehrswege:
Insb. bei Bestandsgebäude mit kleinteiligen Strukturen oder der Verteilung auf mehrere Gebäudeteile ist zu prüfen, ob Verbindungen optimiert werden können: Das kann mittels eines baulichen Eingriffs geschehen oder durch eine komplette Umstrukturierung der Nutzungen und Neupositionierung im Gebäude.

…und immer wieder:
…sind die Zusammenhänge zu prüfen, sowie die individuellen Bedürfnisse und Situationen der jeweiligen Schule. Was für die eine Schule zwingend notwendig ist, ist für die andere ein NoGo. Baulich kann man nie alle Bedürfnisse zufriedenstellend bedienen. Aber wir können mit einer „neuen Mitte“ eine möglichst durchdachte, grundlegende Optimierung schaffen und einen Mindestbedarf decken – wie die jeweilige Schule dies und die Auswirkungen auf ihr „Gesamt-System Schule“ darin umsetzt, liegt in ihren Händen.


Diese Sammlung wird im Laufe der Projekte und Erfahrungen ergänzt...


    

 

 

 

Kurzinfo: Anteil Ganztag

Angenommen alle Schüler einer Schule nutzen das Ganztagsangebot, so löst sich der Zwang auf, Unterrichtseinheiten "nur" auf den Vormittag und Mittag zu beschränken. Sind alle Schüler den ganzen Tag anwesend, kann z.B. der Kunstunterricht auch mal am Nachmittag stattfinden. Ganze Vor- oder Nachmittage können außerhalb des Schulgebäudes stattfinden (Wanderungen, Ausflüge, feste Termine im Altenheim, etc.). Dadurch entstehen, personelle Gegebenheiten vorausgesetzt, viele Möglichkeiten, insb. Wege, um auf begrenzte Raumangebote zu reagieren.

Schulen mit einer hohen, wenn auch nicht 100% Ganztagsauslastung können Klassen entsprechend zusammenstellen, z.B. Klasse 1a mit ausschließlich Ganztagskindern, Klasse 1b gemischt.

Kurzinfo: Entwicklung Ganztagsauslastung

Laut Montagsstiftung geht der deutschlandweite Trend Richtung 100% Ganztag, bzw. "Gebundenem Ganztag".

Letzteres bedeutet, dass eine Schule vorschreibt, dass alle Kinder den Ganztag nutzen müssen! Für das "System Schule" hat das den Vorteil, dass die Gestaltung des Ganztages planbarer wird (organisatorisch, baulich, inhaltlich, finanziell), im Gegensatz zu einer sich jedes Schuljahr neugebildeten Situation und Größenordnung.