Pressemitteilungen

Tinte trifft Tusche im Couven Museum

Start der Sonderausstellung

Tinte trifft Tusche. Tintenfässer und Tuschezeichnungen
26. September 2026 bis 18. April 2027

Eröffnung: Fr 25. September, 19.00 Uhr. Eintritt frei!

Wenn kunstvoll gestaltete Tintenfässer auf moderne Tuschezeichnungen treffen, entsteht im Couven Museum ein ungewöhnlicher Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Sonderausstellung „Tinte trifft Tusche. Tintenfässer und Tuschezeichnungen“ präsentiert vom 26. September 2026 bis zum 18. April 2027 rund 70 historische Tintenfässer und Schreibsets aus dem Jugendstil sowie elf eigens für die Ausstellung entstandene Tuschezeichnungen des Aachener Künstlers Stephan Wunsch. „Es gehört mittlerweile zum Markenkern des Hauses, gelungene und vielfältige Kooperationen einzugehen: mit Künstlern, Museen, Sammlern oder auch der Stadtbibliothek“, unterstreicht Kulturdezernent Heinrich Brötz.   

Die historischen Schreibgeräte stammen aus der Sammlung Dr. Julius Rohm, die sich heute im Bestand des Kreis Museum Zons befindet, und für die Ausstellung als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird. Den kunstvoll gestalteten Objekten stehen Tuschezeichnungen von Stephan Wunsch gegenüber, deren Motive von den historischen Schreibgeräten und der besonderen Atmosphäre des Couven Museums inspiriert sind. „Als bereichernde Zutat zeigt die Ausstellung auch zwei aktuelle archäologische Funde aus Aachen: einen Griffel aus dem 14. bis 16. Jahrhundert sowie einen Sandstreuer, der um 1700 entstand“, freut sich Prof. Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne.     

Jugendstil zwischen Funktion und Kunst

Die rund 70 Tintenfässer und Schreibsets veranschaulichen die besondere Bedeutung des Jugendstils für die Gestaltung von Schreibgeräten. „Wir verbinden die Themen Schreiben, Zeichnen und Kommunikation und zeigen auf, wie Tinte und Tusche weit über ihre praktische Funktion hinaus zu Trägern von Erinnerungen, Ideen und kreativem Ausdruck wurden und noch immer werden können“, erläutert Kuratorin Carmen Roebers.

Die um 1890 einsetzende Stilrichtung verband Kunst und Alltag und verstand Funktionalität und künstlerische Gestaltung als Einheit. Besonders eindrucksvoll zeigen dies die Arbeiten der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF). Organisch geschwungene Linien, florale Ornamente, geometrische Formen sowie Frauenfiguren, mythologische Wesen und Tierdarstellungen prägen die vielfältige Motivwelt.
Zu den außergewöhnlichen Exponaten gehört ein Schreibzeug in Form eines Segelschiffs, das von einer weiblichen Gestalt am Steuer gelenkt wird. Ein weiteres Highlight ist ein Schreibzeug in Form eines Aeroplans, das die Faszination für die technischen Entwicklungen der frühen Luftfahrt widerspiegelt. Auch mythologische Wesen wie Greifen, Sphingen und Sirenen oder Figuren aus der europäischen Sagenwelt finden sich in der Ausstellung wieder. Die Objekte erzählen dabei nicht nur von ästhetischen Vorlieben. Als repräsentative Ausstattungsstücke spiegeln sie auch gesellschaftliche Vorstellungen ihrer Zeit wider. Schreibzeuge konnten Wohlstand, Bildungsanspruch, kulturellen Geschmack und gesellschaftlichen Rang sichtbar machen.

Stephan Wunsch: Tusche als lebendiges Medium
Den historischen Objekten setzt Stephan Wunsch eine zeitgenössische Perspektive entgegen. Für die Ausstellung hat der Aachener Zeichner, Figurenspieler und Autor neue Tuschezeichnungen entwickelt. Dabei greift er unter anderem konkrete Motive der Tintenfässer auf, etwa Jagdszenen und Tierdarstellungen, und verbindet sie mit symbolischen und assoziativen Bedeutungen.
Menschen, Tiere und Mischwesen stehen im Mittelpunkt seiner Arbeiten. Einige Zeichnungen entstehen zugleich als Vorstudien für seine plastischen Figuren. Ein Beispiel dafür ist der Harfenvogel aus seiner Inszenierung „Die Windsbraut“, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.
Für Wunsch liegt ein besonderer Reiz der Tusche in ihrem Eigenleben: Im Zusammenspiel von Feder und Flüssigkeit entstehen unvorhersehbare Effekte, die den Zeichenprozess zu einem lebendigen und ausdrucksstarken Vorgang machen.

Ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart

„Tinte trifft Tusche“ stellt historische Schreibgeräte und zeitgenössische Kunst über Material, Form und Bedeutung einander gegenüber. Während die Tintenfässer von den ästhetischen Idealen, technischen Errungenschaften und gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit erzählen, richtet Stephan Wunsch den Blick auf die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums Tusche.
Begleitend zur Ausstellung bietet das Couven Museum ein vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm mit öffentlichen und Familienführungen, Workshops, einem Aktionstag, einer Veranstaltung für Familien sowie einer Finissage mit Tandem-Führung und Lesung. 

Kuratorin: Carmen Roebers

Bilderdownload:
https://shorturl.at/rEMCY
Passwort:
presseac

Rahmenprogramm

Do 01.10., 17.00 – ca. 19.00 Uhr

"Tinte trifft Tusche" trifft "Spät am Markt"

Nach einer Führung durch die Sonderausstellung „Tinte trifft Tusche. Tintenfässer und Tuschezeichnungen“ mit Julia Samp sind die Teilnehmenden eingeladen, den Abend auf dem Feierabendmarkt „Spät am Markt“ ausklingen zu lassen, Eindrücke auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Treffpunkt Museumskasse
Museumseintritt zzgl. 5,00€

Anmeldung:
Museumsdienst Aachen
museumsdienst@mail.aachen.de
Tel.: 0241 432- 4998


Öffentliche Führungen
So 18.10., 15.11., 13.12.2026,
17.01., 21.02., 21.03.2027, jeweils 13.30 Uhr

Familienführungen
So 29.11., Di 29.12.2026, jeweils 15.00 Uhr

Kunstroute – Führungen durch die Sonderausstellung
Sa 26.09.2026, 15.00 Uhr
Öffentliche Führung mit Dr. Gudrun Liegl-Raditschnigg

So 27.09.2026, 13.30 Uhr
Kuratorinnenführung mit Carmen Roebers
Freier Eintritt!

Geschichten im Museum
Tintenfass und Flohfalle – vom Zauber der Dinge.
Fr 20.11.2026, 15.30 – 16.30 Uhr
Stadtbibliothek Aachen, Couven Museum und die Erzählerin Lotte von der Inde anlässlich des Bundesweiten Vorlesetags.
Freier Eintritt!

Auf Entdeckungstour ins neue Jahr!
Fr 01.01.2027, 10.00 – 17.00 Uhr
Kinderrallye ohne Anmeldung. Freier Eintritt!

 Workshops – Kreativität zum Mitmachen.
„Kreatives Schreiben“
Sa 14.11.2026, Sa 27.02.2027, 14.00 – 16.00 Uhr
mit Dr. Gudrun Liegl-Raditschnigg Kosten: Museumseintritt
Max. Teilnehmer*innenzahl: 10 Personen Anmeldung unter: museumsdienst@mail.aachen.de

Weitere Workshop-Angebote: www.couven-museum.de.

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags am 8. März
findet am Sonntag, 7. März 2027 ein Aktionstag zur Sonderausstellung statt:
„Mit Tinte zur Stimme – SCHREIBEN, LESEN, TEILHABEN“
10.00 – 17.00 Uhr. Freier Eintritt!

Finissage
So 18.04.2027, 13.30 – 16.30 Uhr
Tandem-Führung und Lesung
Stephan Wunsch und Carmen Roebers führen gemeinsam durch die Sonderausstellung. Im Anschluss liest Stephan Wunsch aus seinem Buch „Verrufene Tiere“.
Kosten: Museumseintritt zzgl. 10 € Führung und Lesung

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Führungen und dem begleitenden Rahmenprogramm finden Sie auf unserer Homepage: www.couven-museum.de. 

Service:
Couven Museum
Hühnermarkt 17
52062 Aachen
Tel. +49 241 432-4421
info@couven-museum.de

Öffnungszeiten
Di – So und an Feiertagen 10.00 – 17.00 Uhr; Mo geschlossen

Freuen sich über eine gelungene Ausstellung: Kulturdezernent Heinrich Brötz, Künstler Stephan Wunsch, Kuratorin Carmen Roebers und Prof. Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne (v.li.)


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