Aachener Premiumfußwege gewinnen beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich
Aachens Konzept der Premiumfußwege strahlt weit über die Stadtgrenzen hinaus. In Wien hat es am 17. September den VCÖ-Mobilitätspreis Österreich in der Kategorie „Internationale Vorbildprojekte“ gewonnen. Der VCÖ-Mobilitätspreis ist Österreichs größter Wettbewerb für umweltverträgliche Mobilität und wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Mobilitätsministerium und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) durchgeführt. In diesem Jahr wurden 388 Projekte und Konzepte eingereicht.
In Aachen ist die Freude groß über den Preis. Stadtbaurätin Frauke Burgdorff sagt: „Es ist wunderbar, dass damit unser Programm, das sich über viele Ratsperioden hinaus aktiv für komfortablen Fußverkehr einsetzt, auch international Anerkennung findet. Insbesondere mit Jakobstraße, Lothringerstraße sowie Mariahilfstraße haben wir praktisch gezeigt, wie die Mobilität für die zu Fuß gehenden verbessert werden kann. Weitere sollen folgen!“
Heiko Thomas, städtischer Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, ergänzt: „Mehr Grün, Klimaschutz und Lebensqualität sind kein Widerspruch. Im Gegenteil, die Premiumfußwege zeigen, wie der Umbau der Stadt gelingen kann und dabei gerade in Zeiten des Klimawandels die Weichen richtig gestellt werden. Ob bei Starkregen oder Hitzesommer – mehr Grün im Straßenraum, das Wasser zurückhalten hilft und im Sommer Schatten spendet, hilft der Stadt lebenswert zu bleiben. Die Menschen nutzen diese Straßen und Wege besonderes gern.“
VCÖ-Geschäftsführerin Ulla Rasmussen gratuliert der Stadt Aachen zur Auszeichnung und betont: „Wenn der Weg ins Grüne von zu Hause weg angenehm ist, dann kommen die Bürgerinnen und Bürger auf mehr gesunde Bewegung und gleichzeitig werden viele Autofahrten vermieden. Ein Konzept, dass hoffentlich auch in Österreich verstärkt umgesetzt wird.“
In 20 Minuten ins Grün
Innerhalb von 20 Minuten zu Fuß aus der Innenstadt zu einem der umliegenden Grünräume und das auf komfortablen, ansprechenden und barrierefreien Wegen: Das ist die Idee der zehn Aachener Premiumfußwege. Die erste Idee dazu entstand im Jahr 2013. Damals nahmen Aachener Vertreterinnen und Vertreter an der internationalen Fußgängerkonferenz Walk 21 in München teil.
Im Jahr 2014 wurden sie als wichtiger Teil des „Innenstadtkonzepts Aachen 2022“ und der „Vision Mobilität 2050“ beschlossen. Seitdem gewinnen die Wege – nun schon über drei Ratsperioden hinweg und stets getragen von einem breiten politischen Konsens – zusehends an Gestalt.
In der Innenstadt lässt sich kaum noch neues großflächiges Grün schaffen, aber das nächste Premiumgrün ist in der Regel nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Mit Hilfe grüner Wegweiser entlang der Premiumwege finden sich nicht nur Ortsfremde auf den Routen zurecht, auch ortskundige Bürgerinnen und Bürger entdecken, dass es nur wenige Minuten bis zum nächsten Stadtgrün sind. Die Startpunkte liegen alle im historischen Stadtkern rund um Rathaus, Dom und Elisenbrunnen.
Das sind die zehn Zielorte der Premiumfußwege: Stadtpark, Aachener Bäche/Wurmtal, Frankenberger Park/Burg Frankenberg, Burtscheider Kurgarten, Burtscheid: Ferberpark, Kaiser-Friedrich-Park/Hangeweiher, Johannisbachtal, Westpark, Westbahnhof/Campus West und Lousberg.
Info-Tafeln kommen im Herbst 2026
An den zehn Zielorten werden noch im Herbst 2026 Info-Tafeln errichtet. Auf ihnen erfahren Menschen Wissenswertes zum Beispiel über den Hangeweiher, über den Westpark, den Stadtpark und jeweils die anderen Zielgebiete.
Der sukzessive Ausbau der Premiumfußwege geschieht Schritt für Schritt – so jüngst zum Beispiel entlang der Jakob- und der Lothringer Straße. Weitere Passagen sind bereits im Rahmen grundsätzlicher Straßensanierungsmaßnahmen geplant.
Ist der Premiumfußweg einmal final ausgebaut, zeichnet er sich – neben der angenehmen Laufstrecke in ein nahes Grüngebiet – durch weitere Pluspunkte aus: Bänke laden regelmäßig zur Pause ein. Insbesondere für ältere, mobilitätseingeschränkte Personen, aber auch für Familien mit Kindern wird so kein Weg zu lang. Zudem gibt es entlang der Wege vieles zu entdecken: kleinere und größere Plätze zum Spielen, Schaufenster, Geschäfte und vieles mehr. Mehr Bäume und Grün schaffen zusätzlich ein angenehmes Mikroklima. Bei Gehwegbreiten von mindestens 2,50 Meter lässt es sich bequem nebeneinander schlendern. Taktile Leitstreifen, konsequent abgesenkte Bordsteine oder aufgepflasterte Überwege an Querungsstellen erhöhen ebenfalls den Gehkomfort. Damit untermauert Aachen seinen Ruf als Stadt der kurzen Wege.
Der „VCÖ - Mobilität mit Zukunft“ ist das Pendant zum deutschen Verkehrsclub Deutschland (VCD). Er ist nach eigenen Angaben eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem.
Weitere Infos und eine Karte der Premiumfußwege auf: www.aachen.de/premiumfusswege
Information zum Projekt Premiumfußwege in der VCÖ-Kategorie "Internationale Vorbildprojekte":
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