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Denkmal mit Zukunft: Das Quartierszentrum Gut Branderhof feiert bald Eröffnung

  • Der nachhaltige Umbau des Gut Branderhofs in der Beverau ist bald abgeschlossen. Viele städtische Bereiche haben in Zusammenarbeit mit Architekturbüro und zukünftigen Nutzern zum Gelingen beigetragen.
  • Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Beverau wird der Gutshof mit Fördermitteln von rund 3,9 Millionen Euro zu einem für das Quartier offenen Nachbarschafts- und Begegnungszentrum umgebaut.
  • Die große Eröffnungsfeier des Nachbarschaftszentrums durch den Verein „Gut! Branderhof e.V.“ findet am Freitag, 10. Juli, statt.

 

Die letzten Arbeiten laufen, das Datum für das große Eröffnungsfest steht und die Freude aller Beteiligten über ein tolles Aachener Projekt ist groß: In Kürze ist der Umbau des Gut Branderhofs in der Beverau abgeschlossen. Auf der Zielgeraden wurde am Dienstag (26. Mai) im Rahmen eines Pressetermines über den aktuellen Sachstand informiert. Viel ist in den vergangenen Jahren passiert. Die gelungene Teamarbeit vieler verschiedener städtischer Stellen wurde dabei von allen Beteiligten betont.

Das Gut Branderhof als Musterbeispiel
In enger Kooperation zwischen dem Fachbereich Immobilienmanagement und dem Gebäudemanagement, gemeinsam mit dem Nutzer, dem Bürgerverein „Gut! Branderhof“, ist ein vielschichtiges Sanierungsprojekt gelungen, bei dem Denkmalpflege, nachhaltiges Bauen und lebendige Quartiersarbeit miteinander verbunden werden. Dabei konnte in einem Wettbewerb zu Beginn das „Büro für schöne Sachen – Caesar und Hucke Architekten PartGmbB“ den Auftrag für die umfassenden Architektenleistungen gewinnen.

Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons hob dazu hervor: „Mit der Eröffnung des Gut Branderhofs holen wir einen historischen Ort zurück in die Mitte dieses Viertels. Das Quartierszentrum ist ein Musterbeispiel dafür, wie man an einem Ort Tradition und Zukunft verbinden und ihn vielfältig nutzbar machen kann.“

Integriertes Stadtentwicklungskonzept Beverau
Das gesamte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für das Gebiet Beverau koordiniert der städtische Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration. „Bei der Erstellung des Konzepts haben wir uns die Frage gestellt, wie sich das Quartier aufstellen muss, um den örtlichen, besonderen demographischen Herausforderungen zu begegnen“, sagte Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. Im 2019 beschlossenen ISEK wurden dafür eine Vielzahl von Maßnahmen zusammengestellt und im Jahr 2020 eine Förderung über die Städtebauförderkulisse „aktive Zentren“ erfolgreich eingeworben. Im Mittelpunkt stehen Projekte rund um soziale Teilhabe, Beratungsangebote, generationenübergreifendes Zusammenleben sowie die Aufwertung öffentlicher Räume und die Förderung von Nachbarschaftsstrukturen. Von den Gesamtkosten für das Bauprojekt Gut Branderhof von insgesamt 5 Millionen Euro wurden Fördermittel in Höhe von etwa 3,9 Millionen Euro beim Land NRW eingeworben und die verbleibenden 1,1 Millionen Euro durch die Stadt Aachen bereitgestellt. Trotz Corona-Krise und Krieg in der Ukraine konnten dank konsequentem Risikomanagement und enger Kooperation aller Projektpartner sowohl die Kostensteigerungen als auch Verzögerungen auf ein Minimum begrenzt werden.

Scharnierfunktion des Gutshofes für das Quartier
Neben den sozialen und infrastrukturellen Maßnahmen ist das zentrale Leitprojekt die Umgestaltung des denkmalgeschützten Gut Branderhofs zu einem Nachbarschafts- und Begegnungszentrum mit Scharnierfunktion zwischen Quartier, Nachbarschaft und Wohnen. In engem Dialog zwischen den zukünftigen Nutzern und der Stadt Aachen als Eigentümerin wurde ein architektonisches Konzept entwickelt. So sollen vielfältige Vereinsangebote im zukünftigen Quartierszentrum in den Gebäuden und auf den Außenflächen, sowohl für kleine Gruppen als auch für größere Veranstaltungen, ermöglicht werden. Ein zentrales Anliegen war dabei, soweit wie möglich Barrierefreiheit als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen. Ein neu gestalteter, halb-öffentlicher Quartiersplatz wird als Aufenthaltsbereich und Veranstaltungsfläche im Zentrum des zukünftigen Quartiers liegen.

Das Gut Branderhof ist schon jetzt ein lebendiger Ort, der Geschichte und Gegenwart verbindet und zuversichtlich in die Zukunft schauen kann – als Quartierszentrum, das zeigt, wie Denkmalpflege, Engagement, und Nachhaltigkeit zusammenwachsen können.

Nachhaltiges, ressourcenschonendes Sanierungskonzept
Vom ursprünglichen Gutshof sind heute nur noch das ehemalige Gutshaus und ein Stallgebäude vorhanden, deren Zustand eine umfassende denkmalgerechte Ertüchtigung und Schadstoffsanierung erforderte.  „Das Sanierungskonzept verfolgte konsequent die Ziele eines ressourcenschonenden Bauens. Besonders bedanken möchte ich mich bei den externen und internen Architekten und Ingenieuren für die sorgfältige Abstimmung der Nutzerbedarfe, die maßgeschneiderte baukonstruktive Detaillierung und die aufwendige örtliche Bauüberwachung bei laufendem Betrieb“, sagte Ricarda Bruns, technische Betriebsleiterin des städtischen Gebäudemanagements. Die Beheizung erfolgt durch zwei Wärmepumpen, eine Photovoltaikanlage sowie ein Batteriespeicher tragen mit selbst erzeugtem Strom zum Energiekonzept bei. Für die Innendämmung wurde weitgehend mineralischer Dämmputz sowie Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, die Decken wurden als Holzmassiv- und Holzbalkendecken ausgebildet. Beton wurde nur dort eingesetzt, wo er bautechnisch unumgänglich war.

„Zentrales Anliegen für uns als Architekten war es, die vielfältigen und für das Quartier wertvollen Angebote des Vereins Gut!Branderhof durch die denkmalgerechte Transformation der beiden Bestandsgebäude zu ermöglichen“, erklärte Architekt Johannes Hucke. Nachhaltigkeit war ein zentraler Faktor dieses Projekts. Daher wurde auf die Wiederverwendung vorhandener Baustoffe vor Ort, aber auch aus anderen Liegenschaften der Stadt Aachen gesetzt: Granitbodenplatten aus dem ehemaligen Pferdestall, Dachziegel vom Gutshaus sowie aus dem Rathaus in Stolberg und Parkett und Basaltbeläge aus der ehemaligen Hauptschule in der Franzstraße wurden wiederverwendet und teilweise in Eigenleistung durch Vereinsmitglieder ausgebaut. In beiden Gebäuden konnte der historische Dachstuhl erhalten werden. Im Pferdestall wurden die vorhandenen Stahlträger des Heubodens als Auflager für die neue Obergeschossdecke genutzt und die alten Deckenbalken verwertet der Verein wieder, unter anderem für den Bau von Außenmöbeln.

Eröffnungsfeier am 10. Juli mit NRW-Ministerin Scharrenbach
Bei der Eröffnungsfeier des Nachbarschaftszentrums durch den Verein „Gut! Branderhof e.V.“ am Freitag, 10. Juli, wird den Menschen dann alles – von der Historie des Guts über den Bauablauf bis zur Zukunft des Quartiers – vorgestellt. Die Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, sich über Sachstände und Details aller ISEK-Projekte zu erkundigen und Rückfragen direkt vor Ort an jeweiligen Fachdienststellen der Stadt Aachen zu richten. Neben Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons wird auch die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, Ina Scharrenbach, bei der feierlichen Eröffnung dabei sein.

Die nachhaltige, ressourcenschonende Sanierung des Gut Branderhof ist fast abgeschlossen. Das Gut übernimmt eine wichtige Scharnierfunktion für das Quartier im Stadtteil Beverau.
Teamleistung auf dem Gut Branderhof: Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons (Mitte) freut sich mit den Beteiligten der Stadtverwaltung, der Architektin Barbara Caesar und dem Architekten Johannes Hucke über die gute Zusammenarbeit und die baldige Fertigstellung des Quartierzentrums.


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