Stadtbetrieb ergreift Schutzmaßnahmen, um 85 Jahre alte Trauerweide zu erhalten
Einen Zaun um einen Baum mitten auf einer Anhöhe auf dem Friedhof zu bauen – das gehört nicht zu den alltäglichen Aufgaben des Teams der Baumunterhaltung des Aachener Stadtbetriebs. Die Maßnahme, die von den Baumkontrolleurinnen und -kontrolleuren an diesem Tag ergriffen wird, dient dazu, die dort wachsende Trauerweide zu erhalten. Denn: „Unser Ziel ist grundsätzlich, die Bäume möglichst lange zu erhalten“, betont Andreas Schulz, Leiter der Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs. „Dies gilt insbesondere für besondere Bäume, die wegen ihres Alters, ihrer Seltenheit, ihrer ortsbildprägenden Wirkung oder ihrer ökologischen Bedeutung als Lebensraum herausstechen. Bei solchen Bäumen ergreifen wir dort, wo es möglich ist, Maßnahmen, um diese Altbäume zu sichern.“
Die Trauerweide auf dem Friedhof Hüls ist ein eben solcher Fall. Auf rund 85 Jahre schätzen die Expertinnen und Experten den Baum, der den Bereich des Friedhofs wesentlich prägt. Mehrfach wurden bereits Sicherungsmaßnahmen vorgenommen: Im Stamm sowie in der Krone des Baumes wurden im Sommer 2020 Verbolzungen eingebaut. Dazu werden Stahlgewindestangen durch die betroffene Stelle geführt und fest verschraubt. So wird ein weiteres Aufreißen des Baumstamms verhindert und die Weide insgesamt stabilisiert. Der nun aufgebaute Zaun ist eine weitere Schutzmaßnahme.
„Grundsätzlich steht die Weide an einem optimalen Standort“, erklärt Nino Polaczek-Keilhauer, Teamleiter der Baumpflege. Sie hat einen gut durchwurzelbaren Raum, wenige äußere (Umwelt-) Einflüsse, keine mechanischen Einflüsse durch Verkehr, es gibt keine direkt darunter verbauten Leitungen und nur selten fußläufigen Verkehr, sodass der Boden nicht verdichtet wird. Diese Voraussetzungen führten dazu, dass der Baum gut wachsen konnte und so eine ausladende Krone von rund 25 Meter Durchmesser entwickelte. Die Äste, die die Weide über die Jahre gebildet hat, sind weit nach Außen gewachsen. Bei einem Straßenbaum etwa würden ausladende Äste gekürzt, um das Gewicht des sich bildenden Laubes zu verringern und den Baum so insgesamt zu entlasten und ein Ausbrechen der Äste zu verhindern. Bei der Trauerweide bieten sich andere Möglichkeiten: Durch den geschützten Standort ohne viel Publikumsverkehr kann der Baum so belassen werden. Der Zaun dient als Schutz, um die Standortbedingungen zu erhalten. Ein weiterer Grund, nicht in die Krone einzugreifen, ist, dass sich der Baum in der Alterungsphase befindet: „Würden wir jetzt Äste wegnehmen, bräuchte die Weide wegen ihres Alters viel länger, um die Wunde zu schließen“, erklärt Nino Polaczek-Keilhauer.
Unter den aktuellen Voraussetzungen könnte die Weide bis zu 150 Jahre alt werden.
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