Orte im Südraum: Stadt will in mobilen Hochwasserschutz investieren
Das Hochwasser im Juli 2021 hat Menschen in Aachen – vor allem im Südraum – zum Teil hart getroffen. Die Stadt und weitere Akteure arbeiten seitdem daran, den Hochwasserschutz mit verschiedenen Mitteln und Strategien in den gefährdeten Gebieten zu verbessern. Nun möchte die Stadt Aachen in ein innovatives mobiles Hochwasserschutzsystem investieren. Dies ermöglicht haupt- wie ehrenamtlichen Kräften, schnell agieren zu können. Es kann vor allem auch von der örtlichen Bevölkerung selbst verwendet werden und stärkt so die Hilfe zur Selbsthilfe.
Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons hat sich vor kurzem persönlich gemeinsam mit Anwohnenden und Fachleuten der Verwaltung von der einfachen und wirksamen Funktionalität des freistehenden Kunststoffsystems, das allein durch den Druck des aufgestauten Wassers stabil steht, überzeugt. „Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist klar: Wir können Extremwetter nicht verhindern – aber wir können uns besser darauf vorbereiten. Dafür arbeiten wir mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort Hand in Hand. Das mobile Hochwasserschutzsystem ist ein wirksames Werkzeug, mit dem sich die Menschen im Süden der Stadt besser schützen können. Das ist gelebte Verantwortung, gemeinschaftliche Vorsorge und ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit in Zeiten des Klimawandels“, sagt Ziemons.
Gedacht ist es vorrangig für die Ortsteile Hahn, Friesenrath und Sief. Sollte Starkregen dort in Zukunft wieder einmal für ein Anschwellen der Pegelstände sorgen, kann schnell gehandelt werden. „Die Stauelemente sind einfach zu platzieren und montieren, sind leichtgewichtig und können durch Jedermann aufgebaut werden“, erläutert Philipp Allwißner, Leiter der neu geschaffenen Stabsstelle für Sicherheit und strategische Gefahrenabwehr. Die Vorteile zur konventionellen Methode „Sandsäcke stapeln“ liegen auf der Hand: Ein Meter des 50 Zentimeter hohen modularen Systems wiegt 13 Kilogramm. „Das kann von jeder Person noch gut gehoben und aufgestellt werden“, so Allwißner. Für einen gleich hohen und langen Sandsackdamm benötigt man dagegen rund 45 Säcke, was 900 Kilogramm Sand entspricht. Für die drei Ortsteile sollen nun Module mit einer Gesamtlänge von rund einem Kilometer beschafft werden. Sie werden nah vor Ort gelagert, damit die Menschen sie im Notfall schnell aufbauen können.
Bei der Ortsbegehung in Friesenrath sind zahlreiche solch praktischer Fragen wie der benötigten Menge an Hochwasserschutzelementen und potenzielle Lagerorte besprochen worden. Eine Projektgruppe kümmert sich nun im Detail um all diese Punkte – auch um die Ausbildung der Hilfskräfte. Die ehrenamtliche Projektkoordination übernimmt vor Ort ein engagierter Bürger: Frank Wagemann.
Von Seiten der Stadt Aachen sind neben der beim Oberbürgermeister angesiedelten Stabsstelle für Sicherheit und strategische Gefahrenabwehr das Dezernat Klima und Umwelt mit der Unteren Wasserbehörde und dem städtischen Klimaschutzmanager eingebunden. Die Stadt kooperiert eng mit der örtlichen Bürgerinitiative „HSI“ (Hochwasser-Schutz-Initiative Friesenrath-Hahn-Sief-Kornelimünster). Ziel ist es, dass das mobile Hochwasserschutzsystem im Sommer 2026 den Menschen im Aachener Südraum zur Verfügung steht.
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