„Mayors for Peace“-Flagge setzt Zeichen für den Frieden
Gemeinsam mit mehr als 8.500 Städten weltweit ein Zeichen für nukleare Abrüstung setzen: Auch in diesem Jahr beteiligten sich die Stadt sowie die StädteRegion Aachen am internationalen Flaggentag der „Mayors for Peace“. Am Mittwoch, 8. Juli, wurde die grüne Friedensflagge zum sechsten Mal am Aachener Rathaus gehisst. Sie soll für eine Woche das Rathaus zieren und für den Frieden und eine Welt ohne Atomwaffen werben.
Bei ihrem Grußwort im Rahmen der Kundgebung des Aachener Bündnisses gegen Atomwaffen bekannte sich Bürgermeisterin Ulla Griepentrog klar zum Zweck dieses Anlasses: „Wir erleben in der heutigen Zeit etwas, das mich besonders besorgt: Nicht nur Waffen verändern die Welt, sondern auch Worte. Begriffe wie Frieden, Sicherheit und Waffenruhe werden immer häufiger für politische oder militärische Interessen in Anspruch genommen. Eine Waffenruhe darf aber nicht nur eine kurze Unterbrechung der Kämpfe sein, sie muss dem Schutz der Menschen dienen.“
„Krieg kennt keine Sieger. Der Frieden ist auch in Europa zerbrechlich“, betonte auch die stellvertretende Städteregionsrätin Marie-Theres Sobczyk. Die Botschaft der Mayors for Peace gelte heute mehr denn je. „Deshalb setzen wir heute dieses Zeichen. Auch wenn Zeichen keine Raketen stoppen, halten sie unsere Hoffnungen lebendig. Sie machen sichtbar, dass wir uns an Krieg, Gewalt und atomare Bedrohung niemals gewöhnen dürfen“, führte Griepentrog weiter aus.
Pfarrer Hans-Otto von Danwitz, Vorsitzender von pax christi, verwies in seinem Grußwort auf die Enzyklika Magnifica Humanitas in der Papst Leo XIV eindringlich davor warnt, tödliche oder irreversible Entscheidungen künstlichen Systemen, die mit KI und drohnengesteuerten Objekten immer häufiger eingesetzt werden, anzuvertrauen. „Wir erneuern als Aachener Bündnis gegen Atomwaffen die Forderung, dass auch die Bundesrepublik dem Atomwaffenverbotsvertrag der UN von 2021 beitritt“, so von Danwitz.
Die Kundgebung vor dem Rathaus war geprägt von klaren und starken Appellen an die politischen Entscheider, sich stärker und zuverlässiger für den Frieden in der Welt und Abrüstung einzusetzen. Durch lautstarken und vielstimmigen Gesang bekannter Friedenslieder verliehen die versammelten Teilnehmenden ihren Appellen, Wünschen und Hoffnungen noch einmal besonderen Ausdruck.
Mayors for Peace
1982 gründete Takeshi Araki, der damalige Bürgermeister von Hiroshima, die Bewegung „Mayors for Peace“. Die Initiative von Städten auf der ganzen Welt hat sich der Friedensarbeit und atomaren Abrüstung verschrieben. Der internationale Gerichtshof in Den Haag erklärte in einem Rechtsgutachten die Androhung und den Einsatz von Atomwaffen am 8. Juli 1996 als einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Um daran zu erinnern, hissen Städte, die sich mit der „Mayors for Peace“ Bewegung solidarisch zeigen, an diesem Tag die Flagge dieser Initiative. Aachen ist seit 1985 Teil des Bündnisses. Sie gehören damit zu über 900 Städten und Gemeinden in Deutschland und mehr als 8.500 weltweit.
Aachener Bündnis gegen Atomwaffen
Seit sechs Jahren gibt es in Aachen das Aachener Bündnis gegen Atomwaffen, bestehend aus DFG-VK, VVN/BdA, IPPNW und pax christi im Bistum Aachen, die immer wieder auf die Dringlichkeit von erneuten Abrüstungsverhandlungen zwischen den Atommächten hinweisen und sich für das weltweite Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags einsetzen.
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