Umfrage „Gehört die Nacht uns?“: Stadt Aachen startet Beteiligung zum Sicherheitsgefühl bei Nacht
Wie sicher fühlen sich Menschen nachts in Aachen? Dieser Frage geht die neue Umfrage „Gehört die Nacht uns?“ nach, an der man vom 22. Januar bis zum 22. Februar online auf dem Beteiligungsportal der Stadt Aachen teilnehmen kann. Ziel ist es, das subjektive Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum bei Nacht besser zu verstehen und daraus konkrete Maßnahmen für ein sichereres Nachtleben in Aachen abzuleiten. Die Umfrage ist eine Kooperation des Gleichstellungsbüros der Stadt Aachen, der vhs Aachen sowie des DGB NRW Region Süd-West in Zusammenarbeit mit dem Nachtbürgermeister der Stadt Aachen.
An wen richtet sich die Umfrage?
Die Umfrage richtet sich grundsätzlich an alle Menschen in Aachen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Erfahrungen und Perspektiven von Frauen und FLINTA, da Studien zeigen, dass sie sich nachts deutlich unsicherer fühlen als Männer. So ergab die „7. Koordinierte Bürgerbefragung 2024, Lebenszufriedenheit in deutschen Städten“, dass sich Frauen im Alter zwischen 26 und 40 Jahren zu 55 Prozent überhaupt nicht oder eher nicht sicher fühlen. Bei Männern derselben Altersgruppe trifft dies lediglich auf 31 Prozent zu.
Mit der Umfrage sollen Rückmeldungen zum persönlichen Sicherheitsempfinden in verschiedenen Orten des Abend- und Nachtlebens sowie den Wegen zu Veranstaltungsorten in Aachen gesammelt werden. Auch Erfahrungen mit Catcalling (sexistischen Zurufen) oder Belästigung sowie Maßnahmen, wie sich Betroffene sicherer fühlen, sind Teil der Befragung. Ergänzend werden Hinweise auf Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort sowie anonyme Beratungsangebote online angegeben.
Dazu sagt Gleichstellungsbeauftragte Sabine Bausch: „Unterschiede im nächtlichen Sicherheitsempfinden sind das Ergebnis struktureller Erfahrungen im öffentlichen Raum. Frauen erleben häufiger Catcalling oder aufdringliches Verhalten und passen deshalb ihre Nutzung des Stadtraums an. Für die Kommune bedeutet das, genau hinzuschauen und passende Maßnahmen abzuleiten. Stadt- und Nachtgestaltung müssen geschlechtergerecht gedacht und umgesetzt werden. Die Umfrage ‚Gehört die Nacht uns?‘ soll dafür eine wichtige Grundlage liefern.“
„Die Nacht gehört uns!“
Die Frage der Umfrage „Gehört die Nacht uns?“ wird am Abend des 7. März in die Aussage „Die Nacht gehört uns!“ umgewandelt: beim Feiern in den Weltfrauentag. Das Organisations-Trio greift das Thema Sicherheit bei dieser Feier auf. Unter dem Motto: Sisterhood – die Nacht gehört uns! Sind alle Frauen und FLINTA herzlich eingeladen, im Hotel Europa zusammenzukommen und gemeinsam für die Themen Solidarität, Sicherheit und Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu sensibilisieren. Die Feier ist zudem die Abschlussveranstaltung der Frauenbildungswoche 2026, die vom Frauennetzwerk StädteRegion Aachen e.V. organisiert wird.
Die Ergebnisse der Umfrage dienen als Grundlage für die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung des Nachtlebens in Aachen. Perspektivisch soll der Nachtbürgermeister Till Görgen die Ideen aufgreifen und umsetzen. Erste Ergebnisse werden für Frühjahr 2026 erwartet. Der Nachtbürgermeister ist zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Aachener Nachtleben und verbindet Veranstaltende, Kulturschaffende, Verwaltung, Politik und weitere agierende Personen miteinander. Er fungiert als Lotse, Vermittler und Interessenvertretung, informiert schnell und unkompliziert über Fördermöglichkeiten, Ansprechpartner*innen und aktuelle Entwicklungen und unterstützt aktiv bei der Umsetzung von Projekten – im Sinne einer „Ermöglichungskultur“, die kreative Ideen in die Realität bringt.
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