Pressemitteilungen

Nach herabgefallenen Deckenteilen in Brand: Stadt hat alle städtischen Schwimmhallen überprüft 

  • Intensive Begehungen und Prüfungen haben in den Tagen nach dem Vorfall in Brand in allen städtischen Schwimmhallen stattgefunden.
  • Süd- und Elisabethhalle sind geöffnet. Ulla-Klinger-Halle ab Samstag vorerst wieder in Betrieb. Osthalle am Montag wegen weitergehender Prüfung geschlossen.
  • Gebäudemanagement arbeitet mit Hochdruck daran, eine zeitnahe Wiedereröffnung der Halle in Brand zu ermöglichen.


Nachdem sich in der Schwimmhalle im Stadtteil Aachen-Brand am vergangenen Sonntag Teile der Deckenverkleidung gelöst haben und ins Wasser gefallen sind, läuft die Aufarbeitung bei der Stadt auf Hochtouren. Aufgrund des Schadensfalls über dem kleinen Becken in der Brander Halle wurden alle Hallen am Montag (12. Januar) ad-hoc begangen. Parallel hat das für die städtischen Immobilien zuständige Gebäudemanagement externe Experten hinzugezogen und die Untersuchungen der Hallendecken in den vergangenen Tagen ausgeweitet.

Ergebnisse liegen nun vor:
Neben der Deckenverkleidung in Brand sind auch in der Deckenverkleidung der Ulla-Klinger-Halle Korrosionsschäden festgestellt worden, die zeitnah saniert werden müssen „Die oberste Maxime lautet: Die Sicherheit der Menschen, die die städtischen Bäder besuchen, muss gewährleistet sein“, sagt Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons. „Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, sehr schnell einen externen Statiker in die Untersuchungen mit einzubeziehen. Die aktuellen Prüfungen haben ergeben, dass der Betrieb in der Süd- sowie in der Elisabethhalle grundsätzlich wie gewohnt weiterlaufen kann.“ Ziemons weiter: „Wir tun nun alles dafür, dass die Brander Schwimmhalle schnellstmöglich wieder öffnen kann und weitere notwendige Sanierungsschritte in der Ulla-Klinger-Halle angegangen werden.“

Osthalle am Montag wegen Prüfung geschlossen
Nach den ersten Begutachtungen steht am kommenden Montag, 19. Januar, zudem noch eine vertiefende bautechnische Prüfung in der Osthalle an. Daher ist die Schwimmhalle ganztägig für die Öffentlichkeit geschlossen.

Lehrschwimmbecken
Auch die vier städtischen Lehrschwimmbecken sowie das Becken der Förderschule „Kleebachschule“, das die Stadt im Auftrag der Städteregion Aachen betreibt, sind in den vergangenen Tagen unter die Lupe genommen worden.  Infolgedessen hat sich ergeben, dass auch das Becken in der Grundschule Walheim intensiver geprüft werden muss, da die Deckenkonstruktion nicht ohne weiteres einsehbar ist. Daher wird es zeitnah zur Einschränkung im Betrieb kommen. Die Stadt wird hierzu gesondert informieren.

Das ist diese Woche geschehen:

  • Montag, 12. Januar: Das Gebäudemanagement hat erste Sichtprüfungen der Decken ohne Hilfsmittel wie Gerüsten oder Demontagen in den Schwimmhallen vorgenommen.
  • Dienstag/Mittwoch (13./14. Januar): Die Fachleute haben in die Hohlräume und Konstruktionen der Decken geblickt, um vergleichbare Schäden wie in Brand auszuschließen. Hierzu hat das Gebäudemanagement einen externen Architekten und einen Trockenbauer einbezogen. In der Ulla-Klinger-Halle sind daraufhin Korrosionsschäden in der Decke festgestellt worden. Noch am Mittwochnachmittag ist daraufhin ein Statiker eingebunden worden, um die Untersuchungen an der Hallendecke zu unterstützen.
  • Donnerstag/Freitag (15./16. Januar): Die Ulla-Klinger-Halle wurde für den Publikumsverkehr gesperrt. Mithilfe eines Gerüsts und einer Decken-Teildemontage an verschiedenen Stellen konnten statische Beurteilungen und Berechnungen erfolgen.


Ulla-Klinger-Halle: weiteres Vorgehen
Die Prüfung des Statikers hat ergeben: Die Halle kann vorerst in Betrieb bleiben. Allerdings muss die Decke zeitnah zurückgebaut werden, was nur bei Sperrung der Halle möglich ist. Die Verwaltung startet nun mit den Planungen hierfür. Ziel ist es, die Einschränkung für die Menschen, Schulen und Vereine, die die Halle nutzen, so gering wie möglich zu halten.

Schwimmhalle Brand: weiteres Vorgehen
Der in der Schwimmhalle Brand entstandene Schaden lässt sich derzeit noch nicht beziffern. In einem ersten Schritt haben Fachleute die Deckenflächen im gesperrten Nichtschwimmerbereich in dieser Woche demontiert. Derzeit geht das Gebäudemanagement davon aus, dass die Halle vergleichsweise kurzfristig wieder in Betrieb gehen kann. Dafür sollen zeitnah provisorische Leuchten – ohne entsprechende Deckenschallschutzelemente – installiert werden. Die Planungen hierfür sowie die Ermittlung der Kosten sind angelaufen.

Das Abfallen eines Teils der Deckenverkleidung über dem Nichtschwimmerbecken geht nach derzeitigem Untersuchungsstand auf Korrosionsschäden zurück. Die Decke über dem großen Schwimmerbecken in der Brander Halle ist vor rund 15 Jahren saniert worden ist. Dort ist die Abhangdecke nachbefestigt worden. Es gibt redundante, neuere Abhänger, die die Decke halten. Darüber hinaus sind die alten Abhänger dort nicht so stark belastet wie in der kleinen Halle nebenan. Dennoch wird das Gebäudemanagement auch die nachbefestigte Decke über dem Schwimmerbecken in der kommenden Woche zusätzlich statisch beurteilen lassen.

Das Gebäudemanagement prüft derzeit, warum eine Sanierung über dem Nichtschwimmerbecken beizeiten nicht auch angegangen wurde. Derzeit geht man davon aus, dass dies auf eine bedauerliche Wissenslücke aufgrund von lange zurückliegenden Personalwechseln zurückzuführen ist. Solche Dokumentationslücken sollen künftig durch neue digitale Lösungen geschlossen werden.

Digitalisierung bringt Verbesserungen
Die Stadt Aachen überprüft ihre Gebäude grundsätzlich in regelmäßigen Abständen. „Städtischen Objekte werden im Zuge der Verkehrssicherung und Betreiberverantwortung jährlich durch Mitarbeitende des Gebäudemanagements begangen und in Augenschein genommen. Dabei kommt neuralgischen Gewerken und Konstruktionen eine besondere Aufmerksamkeit zu. Die Schwimmhalle in Brand wurde zuletzt im November 2025 begangen“, erläutert Ricarda Bruns, technische Betriebsleiterin des Gebäudemanagements.

Die Stadt agiert auf Grundlage anerkannter Richtlinien zur Bauwerksprüfung und geht zum Teil über die darin formulierten Anforderungen hinaus. Städtische Ingenieure und Architekten sind hierfür ständig im Einsatz. „Ich setze mich für ein modernes Wissensmanagement in unserer Verwaltung ein“, betont OB Ziemons. „Im Rahmen der Digitalisierung sollen so auch Prüfprozesse und deren Dokumentation weiter verbessert werden. Ein bereits angeschafftes modernes Softwaremodul wird in Kürze im Gebäudemanagement eingeführt.“

Nach herabgefallen Deckenteilen: Die Stadt hat alle städtischen Schwimmhallen in dieser Woche überprüft. Die Arbeiten in Brand (Bild) gehen weiter, damit die Halle dort schnellstmöglich wieder öffnen kann. 


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