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Kooperation von Stadt und RWTH Aachen: Impulse für die ehemalige Förderschule Beginenstraße

  • Studierende der RWTH Aachen haben in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung konzeptionelle Ansätze für eine mögliche Notschlafstelle und einen Tagesaufenthalt in der ehemaligen Förderschule in der Beginenstraße erarbeitet.
  • Gemeinsam mit von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen wurden Entwürfe entwickelt.
  • Nun präsentierten die Studierenden drei Räume als Prototypen.

 

Kann ein Tagesaufenthalt und eine neue Notschlafstelle im Erweiterungsbau der ehemaligen Förderschule Beginenstraße realisiert werden? Und wenn ja, wie? Mit diesen Fragen haben sich Studierende des Lehrstuhls für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens der RWTH Aachen zwei Semester hinweg beschäftigt und nun ihre Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitenden des städtischen Gebäudemanagements sowie des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. Die Studierenden haben in einem partizipativen Prozess mit von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen räumliche Konstellationen der Schlafräume und deren Ausstattung entwickelt. Seit Oktober haben die Studierenden aus diesen Ergebnissen ein 1:1-Mockup gebaut, getestet und finale Prototypen umgesetzt.

Konkrete Entwürfe für Notschlafstelle und Kontaktcafé
Herausgekommen ist ein gut durchdachtes Gesamtkonzept: Die Notschlafstelle soll im Erweiterungsbau der ehemaligen Förderschule untergebracht werden, ein Kontaktcafé im ehemaligen Sanitärgebäude im Innenhof. Diese bauliche Nutzungstrennung schafft sowohl für das Kontaktcafé als auch für die Notunterkunft mehr Raum – und ermöglicht zugleich zusätzliche Notschlafplätze.

Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration der Stadt Aachen, zeigte sich begeistert von den Entwürfen des Cafés als Begegnungsort im ehemaligen Schulhof: „Das Ensemble zeigt, dass man das Potenzial hat, mehr Betten zu realisieren und zugleich einen teilöffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.“ Zugleich machte er deutlich, dass die Stadt in den kommenden Jahren eine neue Notschlafstelle benötigt, da die derzeitige Unterkunft in der Reumontstraße als Provisorium nur noch fünf Jahre genutzt werden kann. Die nun vorliegenden Entwürfe seien daher eine wertvolle Grundlage für die weiteren Planungen. „Dass die Stadt die bestehenden Räumlichkeiten für die Entwürfe der Studierenden zur Verfügung stellen konnte, hat sich als sehr wertvoll erwiesen“, ergänzte Stephan Ganser, Leiter der Abteilung Hochbautechnisches Gebäudemanagement Instandhaltung.

Partizipation als zentrales Element des Entwurfsprozesses
Die Studierenden unter Leitung von Professor Florian Fischer-Almannai, Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens und Institut für Wohnbau, sowie Sophia Branz, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl, luden von Beginn an wohnungslose Menschen ein, sich aktiv am Entwurfsprozess zu beteiligen. „Wir sind direkt ins Feld gegangen und haben Wohnungslose befragt: Was sind eure Bedürfnisse?“, erklärte Fischer-Almannai. Schnell kristallisierte sich dabei der Wunsch nach Zwei-Bett-Zimmern heraus. Diese lassen sich in Form länglich geschnittener Räume im Bestandsgebäude gut umsetzen. Die Zimmer verteilen sich auf vier Etagen, jeweils getrennt nach Bereichen für Männer und Frauen. Im Erdgeschoss, das über einen barrierefreien Zugang verfügt, stehen zudem Schlafplätze für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung.

Der kontinuierliche Austausch zwischen Studierenden und wohnungslosen Menschen ermöglichte die Entwicklung von drei unterschiedlichen Prototypen, die in der ehemaligen Förderschule eingerichtet wurden. „Ich freue mich sehr über diesen partizipativen Ansatz, der die konkreten Belange in den Blick nimmt“, hob Rolf Frankenberger hervor. Die Kontakte entstanden über das Café Plattform. Dessen Leiter Mark Krznaric resümierte: „Wir sind alle Teil einer Gesellschaft. Der Austausch zwischen den Betroffenen und den Studierenden war sehr lebendig. Mich freut es sehr, dass die Stadt dann so auf die Idee aufspringt.“

Drei verschiedene Prototypen
Entstanden ist unter anderem ein Prototyp mit Minimalausstattung: zwei Betten mit einem Spind als Abtrennung dazwischen. Die zweite Variante bietet mit einer länglichen Sitzbank an der Wand gegenüber den Betten zusätzlichen Raum für Austausch. Zwischen den Betten befinden sich zwei Schränke mit einer kleinen Nische, die als Nachttisch mit Licht und Steckdose dient. In der dritten Ausführung trennt eine Wand die beiden Betten voneinander. Zwei Schränke mit integrierten Steckdosen bieten Stauraum. Zusätzlich entsteht Platz für eine kleine Sitzecke mit Tisch am Fenster. Die Studierenden legten besonderen Wert auf hygienische und pflegeleichte Oberflächen, stimmige Farbkonzepte sowie Privatsphäre.

Am Ende der gemeinsamen Präsentation vor Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Aachen und der RWTH Aachen wurde deutlich: Insbesondere die beiden weitergehenden Prototypen überzeugten und sollen in die weiteren Planungen einbezogen werden.

Studierende der RWTH Aachen stellten den Verantwortlichen der Stadt Aachen, der RWTH Aachen und der Leitung des Café Plattforms die Ergebnisse des Semesterprojekts vor.
Eine kleine Nische im Schrank bietet bei diesem Prototyp eine Ablagefläche mit Licht und Steckdose.
Ein anderer Entwurf sieht eine Sitzecke mit Platz zum Austauschen oder Kartenspielen vor. 


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