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Baudenkmal Jüdischer Friedhof: Große Freude in Aachen über großzügige Fördergelder von Bund und Land

  • Für dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Jüdischen Friedhof an der Lütticher Straße erhält die Jüdische Gemeinde Aachen 644.500 Euro.
  • Die Förderung wurde unter anderem durch die breite Unterstützung der demokratischen politischen Vertreter*innen Aachens in Berlin ermöglicht. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und Friedrich Thul von der Jüdischen Gemeinde zeigten sich sehr erfreut über die Förderung.
  • Mit dem Geld werden auf dem Friedhof Trauerhalle und Wohnhaus saniert. Damit wird die Erinnerungskultur vor Ort gefördert und ein Baudenkmal erhalten, das für das Jüdische Leben in Aachen steht.

Es ist ein ganz besonderer Ort in Aachen: Gelegen an der Ecke Lütticher Straße / Körnerstraße, offenbart sich hinter hohen weißen Mauern ein Platz zum Innehalten und ein Ort des Gedenkens. Der Jüdische Friedhof in Aachen. Zu einem ganz besonderen Anlass haben sich dort am Freitag (24. Januar) Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und weitere Vertreter*innen der Verwaltung, unterm anderem Kulturdezernent Heinrich Brötz, mit Friedrich Thul von der Jüdischen Gemeinde in Aachen zusammengefunden. Denn die Jüdische Gemeinde erhält 644.500 Euro von Bund und Land. 402.500 Euro stammen aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die weiteren 242.000 Euro kommen aus dem Denkmalförderprogramm 2024 des Landes Nordrhein-Westfalen zur Erhaltung und Pflege von Denkmälern. Damit können dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Friedhof angegangen werden.

Die Förderung wurde unter anderem durch die breite Unterstützung der politischen Vertreter*innen Aachens in Berlin ermöglicht. Die Verwaltung unterstützte die Jüdische Gemeinde bei der Beantragung der Bundeszuwendung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Hierbei hat sich insbesondere Kulturbetriebsleiter Olaf Müller eingesetzt. „Dank des gemeinsamen Wirkens von Jüdischer Gemeinde, Politik und Stadtverwaltung stehen wir hier heute zusammen und halten den Förderbescheid in den Händen. Wieder einmal hat sich die seit Jahrzehnten bestehende gute Zusammenarbeit bewährt und bestätigt“ freute sich Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen.

Im Namen des kurzfristig verhinderten Gemeindevorsitzenden Dr. Robert Neugröschel erläuterte Friedrich Thul, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Aachen: „Der Friedhof an der Lütticher Straße besteht bereits über 200 Jahre. In der NS-Zeit wurde er nicht in Mitleidenschaft genommen. Heute beschreibt er eine engagierte, in der Abfolge von vielen Generationen gewachsene Gemeinde. Er legt Zeugnis ab von vergangener und gegenwärtiger Kultur des jüdischen Lebens der Stadt Aachen.“

Monika Krücken, Leiterin der städtischen Denkmalbehörde, erklärte: „Zur originalen Bausubstanz und dem vorhandenen Gebäudebestand haben in den letzten Jahren umfangreiche Forschungen stattgefunden, bei denen auch die historische Entwicklung der Friedhofsbauten detailliert untersucht wurde.“ Hierbei ergaben sich neue Erkenntnisse zur Baugeschichte und den Bauphasen des Gebäudeensembles sowie zu teils sehr hochwertigen Ausstattungselementen und es wurden interessante Rückschlüsse auf Entwicklungen, Bedeutung und Nutzung der Gebäudeteile ermöglicht. Auch wurde der schlechte Gebäudezustand im Rahmen diverser Untersuchungen immer offensichtlicher.

Mit den Fördermitteln sollen nun die unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeteile Instand gesetzt werden. Dies betrifft die Trauerhalle, das ehemalige Friedhofswärterhaus, die Eingangsanlage sowie die Friedhofsmauer. Die Arbeiten an dem Denkmal sind aufgrund der vorhandenen Schäden – beispielsweise Wasserschäden in der Trauerhalle – dringend notwendig. Die Denkmalbehörde der Stadt Aachen betreut die aktuell geplanten Sicherungs- und Instandssetzungsmaßnahmen von denkmalpflegerischer Seite. Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Durch die Instandsetzung soll außerdem gewährleistet werden, dass der Gedenkort auch über die aktive Zeit des Friedhofs hinaus genutzt werden kann. Da auf dem Friedhof bald keinen Platz für neue Gräber sein wird, sollen die denkmalgeschützten Anlagen dann anderweitig verwendet werden können. Ein Ratsantrag der demokratischen Fraktionen von 2022 zeigt außerdem, ergänzend zu den notwendigen Sanierungsmaßnahmen aus dem Denkmalschutzgedanken, das große Interesse der kommunalen Politik an einer Gedenkstätte am Jüdischen Friedhof.


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