Christel Anna Wallraff erhält Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
- Christel Wallraff aus Aachen nimmt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im Weißen Saal des Rathauses entgegen.
- Die Ausgezeichnete gründete unter anderem die Selbsthilfegruppe „Verein TS kranker Menschen e. V.“, um auf die seltene Erkrankung Tuberöse Sklerose (TS) aufmerksam zu machen und Betroffene zu unterstützen.
- Seit 1998 organisiert sie eine Karnevalsfeier für Menschen mit Behinderung, die in Wohneinrichtungen leben.
Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen überreichte der Aachenerin Christel Anna Wallraff das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Donnerstag, 21. August, im Weißen Saal des Rathauses. Keupen hob das soziale Engagement der Ausgezeichneten hervor: „Es braucht Menschen wie Sie, die den Mut haben, in einer Krise nach vorne zu schauen, die spüren, wenn andere Hilfe brauchen und die das Herz am rechten Fleck haben. Sie haben aus einer privaten Krise eine Verpflichtung an die Allgemeinheit gemacht und werden heute verdient dafür ausgezeichnet.“
Der Bundespräsident verlieh auf Vorschlag des Ministerpräsidenten des Landes, Hendrik Wüst, der Witwe und zweifachen Mutter Christel Anna Wallraff den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihr außergewöhnliches, langjähriges Engagement im sozialen Bereich.
Engagement für schwer Erkrankte
Die schwere Erkrankung ihrer Tochter an Tuberöser Sklerose (TS), die unter anderem mit Fehlbildungen und Tumoren des Gehirns, mit Hautveränderungen und meist gutartigen Tumoren in anderen Organsystemen einhergeht, animierte Wallraff dazu, gemeinsam mit ihrer Familie 1993 die Selbsthilfegruppe „Verein TS kranker Menschen e. V." zu gründen. Mit der Selbsthilfegruppe wollte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann auf die vielfach noch unbekannte Erkrankung aufmerksam machen und Betroffene und deren Familien unterstützen. Da es sich um eine seltene Krankheit handelt, stehen Betroffenen nur vereinzelt Hilfsangebote zur Verfügung. Wallraff ist seitdem nahezu täglich für den Verein tätig. Parallel dazu pflegte sie die schwer kranke Tochter, die bis zuletzt im elterlichen Haushalt lebte, bevor sie 2021 verstarb.
Eine inklusive Karnevalsfeier
In ihrer Funktion als Mitglied des Vorstandes hat Christel Wallraff in Aachen und darüber hinaus ein Netzwerk geschaffen und Projekte ins Leben gerufen, um Menschen mit einer schweren Erkrankung oder Behinderung die Gelegenheit zu geben, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ein Beispiel dafür ist die Organisation einer integrativen Karnevalssitzung, die das Ehepaar Wallraff seit 1998 gemeinsam mit der damaligen Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe der Stadt Aachen (heute: „Arbeitsgemeinschaft Leben ist Vielfalt“) organisiert. Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen mit Behinderung, die in Wohneinrichtungen leben. Unter dem Motto: „Gemeinsam lachen, singen, tanzen — Karneval feiern" können die Teilnehmenden eine unbeschwerte Auszeit von ihrem Alltag nehmen und miteinander feiern. Sie kümmert sich unter anderem — früher auch mit der Unterstützung ihrer Tochter – um die Erstellung des Programmheftes und um den Transfer der Gäste zum Veranstaltungsort und zurück zu den Wohnheimen. Darüber hinaus sammelt sie Spenden für die Veranstaltung.
Niemanden vergessen – auch in Pandemiezeiten
Während der Coronapandemie mussten die Karnevalssitzungen ausfallen. Helfer*innen des Vereins haben stattdessen mehr als 200 bunte Karnevalsorden gesammelt und an die Wohnheime für Menschen mit Behinderung weitergegeben. Nach dem Tod ihres Mannes 2022 übernahm die Rentnerin die alleinige Organisation der Veranstaltung und das Amt der Ersten Vorsitzenden.
Darüber hinaus ist sie seit vielen Jahren Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Leben ist Vielfalt" und dort aktiv mit ihrem „Verein TS kranker Menschen e.V." eingebunden. Zudem engagiert sich Christel Wallraff in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Aachen West in St. Jakob. Sie wirkt dort zum Beispiel bei der Durchführung des Karnevalsnachmittags für ältere Menschen mit, der von dem Pfarrausschuss der Frohen Jakobiner organisiert wird. Darüber hinaus betreute sie mehrere Jahre einen zwischenzeitlich verstorbenen Nachbarn und half ihm und auch weiteren Senior*innen im Haushalt.
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