Ziel der Maßnahme war es, die 40 Jahre alte Gebäudehülle des Bauteils A energetisch auf den heutigen Stand zu bringen und dabei den architektonischen Charakter des 1970er-Jahre-Baus zu bewahren.
Energetische Hüllsanierung Witterung und 40-jährige Nutzung hatten an der Fassade deutliche Spuren hinterlassen, die einstige Frische ist verlorengegangen. Zudem haben sich die Anforderungen hinsichtlich der energetischen Qualitäten seit den 1970er Jahren deutlich verändert. Energieeffizienz und optimierte raumklimatische Bedingungen haben seitdem stark an Bedeutung gewonnen. Ziel war es daher, die Fassade des 1970er Jahre Gebäudes energetisch und gestalterisch zu sanieren und an die aktuellen Standards anzupassen.
Die Bestandsfassade, die Fenster und die Dacheindichtung wurden abgebrochen, bzw. rückgebaut und durch neue, dem Aachener Standard (energetischer Standard der Stadt Aachen: z.B.: Außenwand U-Wert 0,2 W/(m²K), Fenster 1,0 W/(m²K)) entsprechenden Konstruktionen ersetzt.
Gestaltung und Erhalt des Baucharakters Trotz der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen sollte der Charakter des markanten Gebäudes erhalten bleiben. Das Erscheinungsbild der Fassade mit Ihren typischen 45°-Ecken und der charakteristischen Farbgebung sollte in seinen wesentlichen Merkmalen fortleben, so dass auch nach der Fertigstellung das Innen und Außen nicht in einem Widerspruch zu einander stehen.
Bei der Farbgebung wurde die Auswahl auf drei signifikante Grundtöne reduziert:
Die Farbe der geschlossenen Fassadenflächen: Grün, als Zitat der primären bisherigen Fassadenfarbe
Die Farbe der Fensterbänder und Treppenhäuser: Dunkelgrau / Anthrazit
Die Farbe der Zu- und Abluftelemente der dezentralen Lüftung: Gelb, als Zitat des ehemaligen Sonnenschutzes und als belebender Kontrast zum Grün der geschlossenen Fassade
Glasmosaik Das große Glasmosaik der Aulafassade wurdw ebenfalls erhalten.
Bauteil B Das Ende der 80er Jahre errichtete Bauteil B, das die Heinrich-Heine-Gesamtschule beherbergt, war nicht von den Sanierungsmaßnahmen betroffen.
Das Schulzentrum: ein authentischer Zeuge der 70er Jahre Architektur: Das Bauteil A des Schulzentrums Laurensberg wurde Mitte der 70er Jahre von der Aachener Architektengenossenschaft Plangruppe 70 entworfen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme erfolgte Ende der 1970er Jahre.
Der stark gegliederte Baukörper galt mit seiner vorgehängten hinterlüfteten und gedämmten Fassade als innovativ und wurde mit seinen Details in einem, für die damalige Zeit hohen Standard ausgeführt. Heute gehört er zu den wenigen verbliebenen Vertretern der 70er Jahre Architektur unserer Region, dessen innere und äußere Erscheinung konsequent und durchgängig in einer Formensprache gedacht wurden. Die Gliederung der Fassade sowie alle Fassadenanschlüsse mit ihren charakteristischen 45°-Ecken sind sorgfältig aufeinander abgestimmt. Diese Qualität ist prägend für das gesamte Gebäude.
Im Zuge der energetischen Sanierung des Schulgebäudes wurden einzelne Sanierungsarbeiten zur Beseitigung von Schadstoffen erforderlich. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Demontage der Fassade aus stark gebundenem Asbestzement mit hinterlagernder Künstlicher Mineralwolle (KMF). Die Demontagearbeiten wurden dabei überwiegend in den Ferienzeiten ausgeführt.
In vier Abschnitten waren insgesamt ca. 5500 m² Fassade mit Dämmung zu demontieren, zu verpacken und zu entsorgen. Die Arbeiten wurden unter Beachtung der Vorgaben der TRGS 519 (Asbest) bzw. der TRGS 521 (künstliche Mineralfasern) zerstörungsfrei durch das Aufbohren der Nietenbefestigung durchgeführt. Vorher wurden die Asbestzementplatten mit Restfaserbindemittel besprüht, nach dem Lösen in Big-Bags zu verpackt und fachgerecht entsorgt. Die Demontageflächen wurden mittels zugelassener Feinstaubsauger nachgereinigt.
Bauablauf und Bauphasen: Um die Einschränkungen des Schulbetriebs möglichst gering zu halten, erfolgte die Sanierung schrittweise in vier Bauabschnitten. Die Schulverwaltung organisierte die rechtzeitige Verlagerung von den betroffenen Unterrichtsräumen, so dass der von den Bauarbeiten betroffene Bauabschnitt während der Arbeiten ungenutzt war. Eine Trennung erfolgte auch im Inneren des Gebäudes durch temporäre Staubwände, welche nach Beendigung der Maßnahmen wieder zurückgebaut wurden. In zwei Bauabschnitten war es aus brandschutztechnischen Gründen nicht möglich, im Inneren Staubschutzwände zu errichten. Hier wurden Arbeiten innerhalb der geschlossenen Klassenräume, bzw. Innerhalb der jeweiligen Sommerferien durchgeführt.
Lärmemissionen Die Lärmemissionen durch den Baubetrieb wurden so gering wie möglich gehalten. Bereits durch die Konstruktionsweise der Fassade wurden die notwendigen Bohrungen auf ein Minimum reduziert. Andere Arbeiten, die nicht ohne lautes Bohren möglich sind, wurden nach Möglichkeit außerhalb der Unterrichtszeiten ausgeführt oder fanden in räumlich entfernten Bereichen statt.
Die Abschnitte begannen jeweils in den Herbst- bzw. Osterferien mit den Demontagearbeiten der Bestandsfassade. Im Anschluss wird, beginnend mit der Gerüststellung, die restliche Fassadensanierung ausgeführt.