Parkraumkonzept Kornelimünster
Verkehrsversuch
Verkehrsversuch

Im Zeitraum vom 09.03. bis zum 02.04.2026 führt die Verwaltung eine Bürger*innenbeteiligung zur Planung des Verkehrsversuches durch. Zu diesem Zweck findet am 25.03.2026 in der Zeit von 18 bis 20 Uhr eine Informationsveranstaltung für Bürger*innen in der Aula des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster statt. Während des Beteiligungszeitraumes liegen die Unterlagen zur Ansicht im Bezirksamt Aachen-Kornelimünster/Walheim.
Die Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim hatte die Verwaltung erstmals im Jahr 2010 beauftragt, ein Parkraumkonzept für Kornelimünster zu erarbeiten, da die Parksituation insbesondere im historischen Ortskern von Kornelimünster seit Jahren sehr angespannt ist. Dies betrifft sowohl das Angebot für Besucher*innen und Tourist*innen als auch die Parksituation für Bewohner*innen und Anlieger*innen.
In der Folge wurde 2011 ein Gutachten zur Parkraumanalyse mit der Empfehlung möglicher Erweiterungsflächen für das Parkraumangebot erstellt. Dies hatte die Maßgabe, den Ortskern (Benediktusplatz und Korneliusmarkt) soweit wie möglich vom ruhenden und fließenden Verkehr freizuhalten, wobei auch Parkmöglichkeiten für Busse berücksichtigt werden sollten.
Nachdem im Jahr 2013 festgestellt wurde, dass der „Pannacker“ süd-östlich des historischen Ortskerns zur Nutzung für den ruhenden Verkehr nicht zur Verfügung steht, wurde eine groß angelegte Befragung der Bewohner*innen und Gewerbetreibenden zur Parksituation im historischen Ortskern von Kornelimünster durchgeführt. Die Befragung belegte den hohen Parkdruck, der bereits durch Anwohner*innen und Gewerbetreibende ausgelöst wird. Dabei wurde der Wunsch, die beiden Plätze Benediktusplatz und Korneliusmarkt von parkenden Kfz freizuhalten und/oder eine mögliche Bewirtschaftungsregel einzuführen, von den Teilnehmenden unterschiedlich bewertet.
Im Jahr 2017 wurde der Parkplatz an der Korneliusstraße mit 30 zusätzlichen Parkplätzen hergestellt. Im September 2019 wurde eine anfängliche Beschränkung der Höchstparkdauer aufgehoben. Seitdem bietet der Parkplatz auch längerfristig Parkenden (Anwohner*innen, Geschäftsleute, Tourist*innen) eine interessante Alternative zum Parken auf dem Benediktusplatz und dem Korneliusmarkt.
Im historischen Ortszentrum bestand auch nach der Fertigstellung des Parkplatzes an der Korneliusstraße und der Aufhebung der zeitlichen Parkbeschränkung erheblicher Parkdruck, sodass die Verwaltung im Jahr 2020 erneut beauftragt wurde, ein Parkraumkonzept zu erarbeiten. Grundlage für die Erstellung dieses Parkraumkonzeptes war eine detaillierte Voruntersuchung zum allgemeinen Parkraumangebot und den tageszeitlichen Nutzungsanforderungen der verschiedenen Zielgruppen im Juni 2021. Die Ergebnisse der Erhebung der Parkplatzbelegung haben gezeigt, dass der öffentliche Parkraum im Untersuchungsgebiet zu allen untersuchten Zeitabschnitten ausreichend Kapazitätsreserven bietet. Der mittlere Auslastungsgrad der öffentlichen Parkstände inklusive der Falschparkenden lag bei 56 %. Eine hohe bis sehr hohe Parkplatzauslastung existierte lediglich bei der Detailbetrachtung einzelner Straßen bzw. Straßenabschnitte. Es wurde jedoch deutlich, dass die Besucher*innen, Tourist*innen und Dauerparker*innen nicht die ausgeschilderten Parkplätze im Bereich Schildchenweg nutzen.
In der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim im Januar 2023 wurden die Ergebnisse der Parkraumerhebung und verschiedene Ansätze für ein Parkraumkonzept im historischen Ortskern von Kornelimünster vorgestellt: die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches, eine Bewirtschaftung der öffentlichen Parkstände sowie die Einrichtung einer Bewohnerparkzone (siehe Vorlage hier.)
Ein verkehrsberuhigter Bereich im historischen Ortskern von Kornelimünster kann jedoch nach eingehender Prüfung aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht eingerichtet werden und eine Bewirtschaftung der öffentlichen Parkstände wurde in der 2013 durchgeführten Befragung von den Bewohner*innen mehrheitlich nicht gewünscht. Darüber hinaus wurde die Einrichtung einer Bewohnerparkzone im historischen Ortskern von Kornelimünster mit Beschluss der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim im Januar 2023 abgelehnt.
Da die in der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim im Januar 2023 vorgestellten Ansätze für ein Parkraumkonzept im historischen Ortskern von Kornelimünster nicht umsetzbar bzw. politisch nicht tragfähig waren, hat die Verwaltung weitere Ideen entwickelt, die das Parken regeln und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöhen können.
Einrichtung einer Haltverbotszone
Das Parken in einer Haltverbotszone ist nur in gekennzeichneten Flächen zulässig. Entsprechend können hier Gehwegbereiche freigehalten und das Parken rechtskonform geordnet werden, sodass Parkflächen eindeutig gekennzeichnet werden können. Zusätzlich ist die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 20 in Form eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches möglich. Die Voraussetzung für die Haltverbotszone ist die Kennzeichnung von zum Parken geeigneten Flächen. Das vorhandene Pflaster auf dem Korneliusmarkt ist zur eindeutigen nach Straßenverkehrsordnung (StVO) konformen Kennzeichnung nicht geeignet, daher müssen die Parkflächen auf andere Art gekennzeichnet werden.
Eine Markierung in weißer Farbe ist auf dem im Ortskern vorhandenen Kopfsteinpflaster nicht haltbar aufzubringen. Da das Pflaster auf dem Korneliusmarkt kein historisches Kopfsteinpflaster und damit nicht unter Denkmalschutz gestellt ist, könnte es in Teilen so ausgetauscht werden, dass eine StVO-konforme Kennzeichnung erzielt wird. Eine Abstimmung mit den Abteilungen Denkmalpflege und Stadtgestaltung ist vorgesehen.
Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität
Die Einrichtung einer Haltverbotszone ermöglicht auch eine verträgliche Reduzierung des Parkplatzangebotes auf dem Benediktusplatz oder dem Korneliusmarkt, sodass die Aufenthaltsqualität im historischen Ortskern weiter erhöht werden kann. Zurzeit stehen auf dem Korneliusmarkt 66 legale Parkplätze und auf dem Benediktusplatz weitere 13 Parkplätze zur Verfügung. Die Parkplätze auf dem Benediktusplatz könnten reduziert werden, um den historischen Straßenverlauf mit den denkmalgeschützten Fassaden und Bauwerken in den Vordergrund zu stellen und als Aufenthaltsfläche nutzbar zu machen.
Darüber hinaus ist das Aufstellen von Mobiliar auf den somit freigewordenen Platzflächen denkbar, bspw. in Form von Bänken, Tischen oder Blumenkübeln. Eine im Sinne der Denkmalpflege passende neue Möblierung kann dazu beitragen, dass die Aufenthaltsqualität erhöht wird.
Verkehrsversuch
Aufgrund des hohen Aufwandes bei einer Umgestaltung des historischen Ortskernes soll zunächst ein Verkehrsversuch durchgeführt werden. In diesem können über einen zuvor festgelegten Zeitraum verschiedene Varianten zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Ordnung des Parkens zeitlich begrenzt getestet und bewertet werden, bevor eine langfristige Lösung ausgearbeitet wird. Das zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität geplante Mobiliar gibt es auch in mobiler Form. Dieses ist für den temporären Einsatz gedacht, bspw. während des Verkehrsversuches, und kann rückstandslos demontiert werden. In Verbindung mit temporär aufgebrachten Nägeln zur Markierung der neu geordneten Parkplätze kann das aufgestellte mobile Mobiliar die Haltverbotszone und die dadurch erhöhte Aufenthaltsqualität während des Verkehrsversuches erlebbar machen.
Für die Entwicklung des Verkehrsversuches möchten wir in den Austausch mit den Bewohner*innen und weiteren Interessierten treten und Sie einladen, sich an dem Planungsprozess zu beteiligen. Diese Beteiligung erfolgt vor und während des Verkehrsversuches mithilfe einer eingerichteten Funktionsmailadresse sowie eines Fragebogens.
In der Zeit zwischen 09.03. und 02.04.2026 finden Sie alle Unterlagen für den geplanten Verkehrsversuch zur Ansicht im Bezirksamt Aachen-Kornelimünster/Walheim. Darüber hinaus findet am 25.03.2026 eine Informationsveranstaltung für alle Bewohner*innen und weitere Interessierte in der Aula des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster statt. Hier können Sie sich vor Ort informieren und Hinweise, Anregungen und Fragen an die Verwaltung richten. Während des gesamten Beteiligungszeitraums und des anschließenden Verkehrsversuches steht Ihnen darüber hinaus die unter „Kontakt“ angegebene Funktionsmailadresse zur Verfügung.
Die Ergebnisse dieses ersten Beteiligungsbausteins werden von der Verwaltung aufbereitet und dienen der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim als wichtige Grundlage für den weiteren Beschluss zur Durchführung des Verkehrsversuchs. Eine entsprechend politische Beratung ist vor den Sommerferien geplant. Der Verkehrsversuch könnte dann entsprechend im 2. Halbjahr 2026 durchgeführt werden.
FB 68/0210/WP18: Parkraumkonzept Kornelimünster - Verkehrsversuch mit begleitender Bürger*innenbeteiligung
Stadt Aachen