Ein geglücktes Experiment: Offizielle Schlüsselübergabe im Pilot-Neubauprojekt Kindertagesstätte Breitbenden
- Die KiTa Breitbenden wurde in Holzmassivbauweise errichtet, ist nahzu klimaneutral entstanden und wird auch nahezu klimaneutral betrieben.
- Nur zwei Jahre nach dem Spatenstich wurde das Gebäude errichtet und bleibt unter dem angesetzten Budget.
- Die Betreuungssituation in Aachen-Eilendorf verbessert sich durch die neue KiTa, die vom Deutschen Roten Kreuz betrieben wird, deutlich.
Ein außergewöhnliches Gebäude bereichert seit Mitte dieses Jahres das Wohngebiet Breitbenden in Aachen-Eilendorf: Nur zwei Jahre nach dem Spatenstich und unterhalb des geplanten Budgets ist dort eine außergewöhnliche Kindertagesstätte entstanden. „Die neue KiTa Breitbenden in Eilendorf setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Sie ist auf eine ganz besondere Art und Weise in Vollholz gebaut. Dabei ist nichts genagelt, nichts geleimt“, zeigt sich Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons begeistert beim Rundgang durch das Gebäude nach der offiziellen Schlüsselübergabe. Ziemons weiter: „Wir haben hier eine absolut kindgerechte Umgebung. Von der Küche über die Spielräume bis in die Bäder. Das Außengelände lädt zum Spielen ein. Es ist einfach toll zu sehen.“
Die Stadt Aachen hat mit dem Neubau der fünfgruppigen KiTa erstmals eine Einrichtung in Holzmassivbauweise mit dem Zertifizierungsziel BNB-Silber „Bauen im Klimawandel“ errichtet. Heiko Thomas, Beigeordneter der Stadt für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude: „Für uns ist diese KiTa wirklich etwas ganz Besonderes. Es war für uns auch ein Experiment – eins das hervorragend geklappt hat!“ Das Gebäudemanagement konnte hier ein wichtiges Pilot-Vorhaben für die Stadt Aachen umsetzen. Sie vollzieht mit diesem Gebäude einen Paradigmenwechsel hin zum „Bauen mit Zukunft“.
Das Gebäude
Die KiTa Breitbenden ist die erste städtische KiTa, die als „Nachhaltiger Bau“ zertifiziert wird. Erstmals wurde mit dem Bau eine CO²- bzw. Öko-Bilanz und eine Lebenszykluskosten-Berechnung ermittelt. Das Gebäude wurde so annähernd klimaneutral erstellt und wird annähernd klimaneutral betrieben. Der Holzbau punktet unter anderem mit begrünten Schrägdächern, mit der Installation von Photovoltaikanlagen und einer Minimierung von versiegelten Flächen auf dem Grundstück. Die notwendigerweise versiegelten Dachflächen werden über eine Regenwasserrückhaltung kompensiert. All dies trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Die Fassaden wurden als Holzfassaden ausgeführt und bilden dabei die Bauweise und Konstruktion als Massivholzbau ebenfalls nach außen ab. Der KiTa-Bau kostete nach aktueller Berechnung knapp 11,4 Millionen Euro und liegt damit im Bereich des von der Bundesarchitektenkammer herausgegebenen Orientierungswertes. Heiko Thomas: „Ein Meilenstein, der nicht entscheidend teurer war und ein Wohlfühlort für Kinder und Personal.“ Projektleiter Leonidas Papadopoulos vom städtischen Gebäudemanagement erläutert das Prinzip: „Das Gebäude besteht aus nachwachsendem und wiederverwendbarem Material.“ Holzelemente in den Wänden wurden mit Keilen ineinandergefügt und fixiert, die Dachelemente mit großen Holzschrauben verbunden. Er versichert, dass die kurze Bauzeit nur durch „ein kollegiales Miteinander aller Beteiligten gelingen konnte“ und bezog dies auf das Architekturbüro, die Handwerksbetriebe, das Bezirksamt Aachen-Eilendorf, die städtische Verwaltung, aber auch auf den KiTa-Träger, das Deutsche Rote Kreuz Stadtverband Aachen e.V..
Verbesserte Betreuungssituation in Eilendorf
Im Stadtbezirk wird mit der neuen, fünfgruppigen KiTa die Betreuungssituation für Familien spürbar verbessert. „Das Thema KiTa in Eilendorf und Breitbenden hat uns ja schon lange beschäftigt“, muss Heinrich Brötz, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Kultur, zugeben. Auch wenn die Bauzeit nur zwei Jahre betrug, so gab es die Idee und Diskussionen zu dieser KiTa seit sehr langen Jahren. Umso zufriedener ist Brötz bei der Schlüsselübergabe: „Als ich in den Unterlagen gelesen habe, dass es sich um ein ‚Nichtwohngebäude‘ handelt, habe ich daran gedacht wie lange und wie oft die Kinder hier sein werden, hier leben werden. Eine KiTa ist auch ein Schlüssel zu Bildung und zu Teilhabe von Kindern. Und diese Kita ist nah an den Lebenswelten der Kinder, was die Nachhaltigkeit betrifft.“ Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler ist glücklich über diese neue Betreuungsmöglichkeit in Breitbeden: „Das Neubaugebiet ist in den letzten 20 Jahren stark gewachsen. Die KiTa bettet sich gut in das Wohnviertel ein. Und es wird hier immer neue Generationen geben, die hier im Viertel und in der KiTa aufwachsen“, ist sie sicher. Sie freut sich auch über den „guten Betreiber“: „Gut auch, dass Sie es schaffen, genug Personal zu stellen“, hob Eschweiler auf die schwierige Personalsituation in KiTas ab.
Der Oberbürgermeister freut sich ebenfalls über den Betreiber: „Mit dem Roten Kreuz haben wir einen Träger gefunden, der hier ein innovatives Konzept umsetzt. Nicht nur vom Gebäude, sondern eben auch von der Pädagogik her. Es ist eine integrative Kita und es sind noch viele Plätze frei. Wir freuen uns, wenn viele Kinder in Eilendorf und Umgebung diese tollen Möglichkeiten nutzen können.“ Nina Trogus-Liegmann aus dem Vorstand des DRK Stadtverband Aachen, mit Blick auf die Leiterin der Einrichtung Anja Peters: „Die Kinder sind heutzutage täglich ja immer länger in der KiTa. Es ist deshalb wichtig, dass dies eine KiTa ist, in der sich alle ganzheitlich wohlfühlen.“ Das Gebäude mit seiner kindgerechten Architektur und einem naturnah gestalteten Außengelände wird seinen Beitrag dazu leisten.
Das Nutzungskonzept
Gruppen- und Nebenräume sowie Personalbereiche liegen innerhalb des Hauptbaukörpers. Zusätzliche Nebennutzungsbereiche wie Küche oder Lager, sind im seitlichen Anbau untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich drei der insgesamt fünf Gruppenbereiche, die als modulare, in sich abgeschlossene Nutzungseinheiten – „Kinderhäuser“ genannt – konzipiert sind. Über die zentral innerhalb des zweigeschossigen Foyers gelegene Treppe oder die Aufzugsanlage gelangt man in das Obergeschoss. Zentral und angrenzend an das Foyer angeordnet sind hier die Räume für das Personal der KiTa. Vom Foyer aus über den Spielflur sind die beiden übrigen „Kinderhäuser“ sowie ein zusätzlicher Therapieraum erreichbar.
Barrierefreiheit
Einer der fünf Parkplätze vor der KiTa ist barrierefrei gestaltet. Das Gebäude verfügt über einen, von der Straße aus barrierefrei und rollstuhlgerecht erreichbaren, schwellenlosen Hauptzugang sowie schwellenlose Zugänge zum Außengelände. Beide Geschosse sind über die Aufzugsanlage barrierefrei erschließbar. Im Erdgeschoss und im Obergeschoss befinden sich rollstuhlgerechte WCs.
Außengelände
Das Außengelände punktet unter anderem mit einem Wassermatschbereich, einer Nestschaukel, einer Kräuterschnecke, einem Klettergerät mit Rutsche, einem Sitzkreis, Sitzbänken, einem Balancier-Kletterspielgerät, einer Spielwiese und Sandspielbereichen.
Auszeichnung
Das innovative Bauvorhaben hat die Auszeichnung als Energieeffizientes Nichtwohngebäude von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen erhalten.
Zahlen und Fakten im Überblick
- Bauweise: KiTa in „Holzmassivbauweise“ mit Zertifizierungsziel BNB-Silber
- Gruppen: 5 Gruppenräume mit Nebenräumen, 3 U3-Gruppen und 2 Ü3-Gruppen
- Anzahl Plätze: 30 U3-Plätze und 50 Ü3-Plätze, insgesamt 80 Plätze
- Baubeginn: Sommer 2024
- Fertigstellungstermin: Sommer 2026
- Kosten: ca. 11,4 Millionen Euro
- Netto-Raumfläche NRF: ca. 1.179 m²
- Architekten: pbs Architekten Planungsgesellschaft mbH, Aachen
- Förderung: Bundesförderung Energieeffizientes Gebäude (BEG)
- Träger / Nutzer: Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
Weitere Infos und Fotos online unter https://www.aachen.de/in-aachen-leben/planen-bauen/gebaeudemanagement-stadt-aachen/gebaeudeportfolio/Kita-Breitbendenstrasse/neubau-breitbendenstrasse-2026/#accordion-3-0
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