105 Jahre Öcher Schängche: Ausstellung in der Sparkasse Aachen
Sein erstes Stück hieß „Der Teufel in Aachen" – und der Teufel hat gegen das Schängche verloren, wie so oft seither. Seit 105 Jahren ist die Aachener Stadtpuppenbühne Öcher Schängche eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt. Da das hundertjährige Jubiläum mitten in die Corona-Pandemie fiel, bietet das 105-jährige jetzt die Gelegenheit, die Bühne sichtbar zu machen und all jene neugierig zu machen, die das Schängche vielleicht noch nicht oder nicht mehr kennen.
Noch bis zum 12. Juni ist im Kundencenter Elisenbrunnen der Sparkasse Aachen am Friedrich-Wilhelm-Platz eine Ausstellung zu sehen, die einen Blick hinter die Kulissen der Bühne ermöglicht.
Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten, montags bis donnerstags zwischen 9 und 17 Uhr sowie freitags zwischen 9 und 13 Uhr, frei zugänglich. Eingang über die Elisengalerie. Ermöglicht wird diese durch die Unterstützung der Sparkasse Aachen und des Kulturbetriebs der Stadt Aachen.
Die Bühne wurde am 4. Mai 1921 gegründet und ist seit 1952 eine städtische Einrichtung. Neben dem Kulturbetrieb der Stadt Aachen ist der Förderkreis Öcher Schängche e.V. eine wichtige Stütze, der sich ehrenamtlich für die Weiterentwicklung der Bühne einsetzt.
Stücke aus Fundus und Theater
Für die Ausstellung durchforsteten Spielleiterin Hanna Birmans und Bühnenmeister Peter Reuters den Fundus und suchten die schönsten Stücke heraus. Zu sehen sind ganze Figuren, Puppenköpfe, Kostüme, Requisiten und eine großformatige Kulisse. Dutzende Köpfe besitzt die Bühne, handwerkliche Einzelstücke aus Lindenholz. Darunter auch einige Köpfe aus dem Fundus von „Pech & Schwefel". Das Stockpuppenkabarett hatte der Kabarettist Wendelin Haverkamp seit 2008 gemeinsam mit dem Förderkreis Öcher Schängche entwickelt und aufgeführt. Diese Köpfe sind Porträtpuppen, Abbilder echter Menschen, die dem Kabarett sein unverwechselbares Gesicht gaben. Kostüme wurden teils eigens für bestimmte Stücke angefertigt, teils wandern sie von Produktion zu Produktion, immer wieder neu kombiniert.
Werbeplakate,Programmhefte und die Geschichte der Bühne
Weitere ausgestellte Fundstücke sind alte Werbeplakate und Programmhefte, handschriftliche Aufzeichnungen über Kasseneinnahmen und Besucherzahlen, mit Eintrittspreisen noch in Pfennig, sowie persönliche Notizen von Matthias Stevens und Originaltexte von Kurzstücken, die zu besonderen städtischen Anlässen aufgeführt wurden. Auch Urkunden und Glückwunschschreiben zu den Auszeichnungen der Bühne sind dabei, darunter der Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen von 1986. Ebenfalls finden sich Briefe, in denen die kulturelle Aufgabe der Bühne und die Notwendigkeit ihrer städtischen Förderung immer wieder begründet und verteidigt wurde. Dokumente, die zeigen, dass 105 Jahre Bestand keine Selbstverständlichkeit waren.
Neben den Ausstellungsobjekten geben Informationstafeln Einblick in die Geschichte der Bühne, stellen die wichtigsten Figuren vor und beleuchten unter anderem den Puppenkarneval, der in diesem Jahr auch auf eine Jubiläumszahl kommt: seit 30 Jahren ist die Mitmachsitzung im Roten Saal fester Bestandteil des Aachener Fastelovvends.
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