Geschichte zum Anfassen: Augmented Reality zieht in den Aachener Krönungssaal ein
Die Realisierung einer Augmented-Reality-Führung durch den Aachener Krönungssaal kann starten: Dem Rathausverein ist es gelungen, die Finanzierung in Höhe von knapp 2 Millionen Euro aus privatem Sponsoring und öffentlichen Fördermitteln zu sichern. Einen großen Anteil daran hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen Ina Scharrenbach hat den Förderbescheid in Höhe von 322.770 Euro am Mittwoch, 22. Juli, an Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons, der gleichzeitig Vorsitzender des Aachener Rathausvereins ist, überreicht.
„Nordrhein-Westfalen zeigt: Eine starke Heimat wächst aus Engagement, Vielfalt und gelebter Demokratie. Tradition und Moderne stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern in einer Spannung, die Heimat erst lebendig macht. Heimat hat Konturen, sie hat Geschichte, sie hat einen Klang und Gesichter. Dafür bringen sich mit der Heimat-Förderung tausende Menschen in Nordrhein-Westfalen ein, setzen Ideen um und erhalten oder schaffen Orte, die Identität stiften und Zusammenhalt stärken. Die ‚Zeitreise im Krönungssaal des Aachener Rathauses‘ steht beispielhaft dafür, wie die Heimat-Förderung Geschichte vor Ort ganz neu erlebbar macht und mithilfe von moderner Augmented Reality hier Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen“, so Scharrenbach.
Was die Besucherinnen und Besucher des Rathauses bald im Aachener Krönungssaal erleben können, demonstrierte Stefan Marx, Geschäftsführer der mit der Umsetzung beauftragen Berliner Firma Zaubar, mittels eines Prototyps der verwendeten AR-Brille der Ministerin und dem Oberbürgermeister. Dieser zeigte sich begeistert: „Mit diesem Projekt können wir einen Ort europäischer Geschichte erlebbar machen. Es wird sieben Stationen im Krönungssaal geben, an denen man in Augmented Reality spannende Szenen aus verschiedenen Epochen erleben kann. Damit sind wir die erste Stadt in Deutschland, die so etwas in dieser technischen Perfektion umsetzt.“ AR-Brillen kombinieren die reale Umgebung mit digitalen Inhalten wie Texten, Bildern, Videos oder 3D-Objekten. Alle physischen Umgebungen bleiben dabei sichtbar, während zusätzliche Informationen darübergelegt werden.
Die Idee, die Geschichte im Krönungssaal mit AR erlebbar zu machen brachte Ralf Wagemann, Schatzmeister des Rathausvereins e.V., aus Gent mit. Um die, für die Umsetzung vorgesehene, Brille vor Projektstart erleben zu können, ist er extra mit Historikerin Dr. Heike Nelsen nach Spanien gereist.
Auf Deutsch, Französisch, Englisch oder Niederländisch wird Fräulein Rotrud, älteste Tochter Karls des Großen, ab voraussichtlich Mitte 2027 die Gäste begrüßen und durch sieben Eckpfeiler der Geschichte des bedeutenden Krönungssaal führen. Die hautnah erfahrbare Zeitreise reicht von der Entstehung der Kaiserpfalz, über das Krönungsmahl 1520 bis hin zum verheerenden Bombenangriff von 1943.
Ein Gemeinschaftsprojekt
Um nächstes Jahr dieses in Deutschland bisher einmalige Projekt an den Start zu bringen, wird nun erst einmal das genaue Drehbuch erstellt. Dafür arbeitet Harald Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere Geschichte an der RWTH Aachen mit ausgewählten Historikerinnen und Historikern zusammen. Neben der Fördersumme des Land NRW beteiligen sich auch der Rathausverein, der Landschaftsverband Rheinland, die Sparkasse Aachen und das Aachener Software-Unternehmen DSA an dem Vorhaben. Die Stadt Aachen gibt eine Anschubfinanzierung von 50.000 Euro dazu.
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